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DVD-Besprechung - David und Goliath
Story:
König Saul hatte nach einer verlorenen Schlacht gegen die Philister zugelassen,
dass die Bundeslade mit den Gesetzestafeln des Moses in die Hände der Feinde
gelangte. David, der Sohn des Isai, begibt sich zum Hof des Königs und prangert
die Zustände rund um Jerusalem an. Doch er wird am Hofe aufgenommen und Ratgeber
des Königs. Der Philisterkönig Asdod rüstet derweil zum Krieg. Der Riese Goliath
soll mit ihm gegen die Israeliten kämpfen, außer er werde von David besiegt.
Meinung zum Film:
Alles hat seine Zeit. Die 1950er und 60er waren die der pompösen Bibelverfilmungen. Doch nicht nur Klassiker wie "Ben Hur" oder "Die zehn Gebote" brachte das religiös angehauchte Kino hervor, auch sehr viele schwächere Streifen waren die Folge dieser Entwicklung. Der italienische Streifen "David und Goliath" gehört leider in letztere Kategorie. Da in Italien sowieso Sandalenfilme gerade groß in Mode waren, wagte man sich an diese "freie Umsetzung" des biblischen Stoffes. Und "frei" ist hier wirklich im freiesten Sinn zu verstehen, denn die Dialoge bewegen sich weit vom Originaltext weg, wirken lächerlich und überzogen kitschig.
Insgesamt wurde die Story sehr abstrus auf abenteuerliche Begebenheiten zugeschnitten. David ist ein zufriedener junger Schäfer, bis seine Freundin eines Tages vom Blitz erschlagen wird. Doch für Trauer bleibt keine Zeit, denn schon taucht der alte Prophet Samuel auf und beschwört ihn, nach Jerusalem zu ziehen, um dort sein Schicksal und seine Krone anzunehmen. David zieht natürlich auch gleich los und kommt etwas später in Jerusalem an, wo er - man hat ja sonst nichts zu tun - erst mal auf dem Markt zwei Sklaven kauft, die er freilässt, bevor er anfängt, öffentlich über das Regime des dicklichen alten Königs Saul zu lästern. Erst will man ihn gefangen nehmen, doch Saul erkennt das gewitzte Wesen von David, das ihm sehr gelegen kommt. Die Philister machen nämlich gerade mal wieder Ärger und wollen ihre Geheimwaffe, den riesigen Supermenschen Goliath, zum Einsatz bringen. Da macht es sich doch gut, wenn man diesem ein cleveres Bürschchen wie David entgegenstellen kann.
Doch "David und Goliath" fällt nicht nur als extrem unterdurchschnittlicher Bibelfilm auf, der sehr frei interpretiert ist und den Fokus eher auf nackte Haut als auf Werktreue legt. Das alleine würde ihn sicherlich im Sumpf der vielen mittelmäßigen Sandalenfilme versinken lassen. Nein, das Kuriosum, durch das er aus der Masse heraussticht, ist vielmehr die Tatsache, dass Weltstar Orson Welles hier in der Rolle des Königs Saul zu sehen ist und dabei mit falschem Bart und purpurnem Gewand eher einen Weihnachtsmann-Eindruck macht. Wie konnte es dazu kommen, dass ein normalerweise anspruchsvoller Darsteller und Regisseur wie Welles bei einer solchen Produktion mitmachte? Die Antwort ist einfach: Er war nicht mehr ganz jung und brauchte das Geld. Denn Welles galt zu Lebzeiten noch lange nicht als das filmische Genie, als das er in die Geschichte von Hollywood eingegangen ist. Ihm fehlte es an Investoren für seine eigenen Filmprojekte und so ließ er sich zu weniger anspruchsvollen Nebenrollen verleiten, die ihm zumindest ein bisschen Geld ein- und seine Filme der Realisierung etwas näher brachten. Welles selbst war übrigens von dem Film alles andere als angetan und zeigte sich unangenehm überrascht, als dieser zwei Jahre nach Produktion tatsächlich auch synchronisiert in Amerika veröffentlicht wurde.
Digitale Aufarbeitung:
"David und Goliath" ist zwar ein schon 49 Jahre alter Film, dennoch wäre eine etwas bessere Aufarbeitung wünschenswert und sicherlich auch möglich gewesen. Das Bild liegt letterboxed im Format 2,35:1 vor und macht einen sehr schwachen Eindruck. Der Transfer ist nicht nur ziemlich dunkel und unscharf, sondern hat zudem sehr starke Probleme bei der Farbe. Diese pulsiert unglaublich stark. Wenn eine Person oder ein Objekt innerhalb von einer einzigen Szene seine Farbe lustig wie eine Ampel wechselt, ist das schon sehr störend. Beim Ton sieht das Ganze leider nicht wirklich besser aus. Die deutsche Synchronisation und der Originalton liegen in Mono vor und bieten zwar verständliche Dialoge, aber keinen echten Klanggenuss. Beide Spuren verfügen über ziemlich starkes Hintergrundbrummen und -rauschen.
Bonusmaterial ist nicht vorhanden.
Fazit:
Was tut man nicht alles, um an Geld für eigene Projekte zu kommen? Zur Finanzierung seiner Filme machte Orson Welles sogar bei einem Machwerk wie "David und Goliath" mit. Weder kann der Film als Bibelverfilmung überzeugen noch weiß die DVD in irgendeiner Hinsicht positiv aufzufallen. Selbst bei dem günstigen Preis, zu dem die Scheibe im Handel ist, sollte man sich einen Kauf lieber zweimal überlegen. Hier werden wohl am ehesten Welles-Sammler zugreifen, während alle anderen einen weiten Bogen um diese Veröffentlichung machen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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92:13 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Italienisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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David und Goliath
David e Golia
Schwacher italienischer Sandalenfilm
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1960 Regie: Ferdinando Baldi u.a. Drehbuch: Gino Mangini u.a. Darsteller: Ivica Pajer, Kronos, Hilton Edwards, Orson Welles, Massimo Serato
Label :
WGF Verkaufsstart : 24.04.2008
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