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DVD-Besprechung - Tag ohne Ende
Story:
Am 6. September 1950 wird die kleine Einheit von Lieutenant Benson (Robert Ryan) von ihren eigenen Truppen getrennt und findet sich, völlig auf sich allein gestellt, mitten in Korea wieder. Der letzte Befehl lautete, den Hügel 46 zu erreichen, wohin sich auch die Division vorarbeiten wollte. Das bedeutet allerdings einen zwanzig Kilometer langen Marsch mitten durch nicht aufgeklärtes Feindesland. Auf dem Weg dorthin begegnet die Einheit Sergeant Montana (Aldo Ray), der mit einem Jeep weg von der Front unterwegs ist und einen offensichtlich in einem Schockzustand befindlichen Colonel (Robert Keith) mit sich führt. Zwischen Benson und Montana kommt es fortan immer wieder zu Spannungen.
Meinung zum Film:
"Tag ohne Ende" beruht auf dem Roman "Day without End (Combat)" aus dem Jahr 1949. Allerdings spielte der Roman zur Zeit des 2. Weltkriegs und begleitete eine amerikanische Einheit in der Normandie. Der Film verlegt hingegen die Handlung in die Zeit des Koreakrieges, der auch erst am 25. Juni 1950, also nach der Entstehung des Buches, begann und bis zum 27. Juli 1953 andauerte. Der Film entstand also relativ zeitnah, bereits vier Jahre nach Ende des Krieges. Das war insofern ein Wagnis, da sich Regisseur Anthony Mann ("El Cid") keineswegs entschlossen hatte, ein Heldenepos voller Pathos, oder gar einen actionreichen Unterhaltungsfilm zu drehen. Vielmehr zeichnet Mann ein ernüchterndes Bild des Koreakrieges und vor allem eine kritische Würdigung der Sorgen und Probleme des einfachen Frontsoldaten. Das führte auch zu einer strengen Überwachung durch die zuständigen amerikanischen Zensurbehörden, deren "regulierende" Eingriffe auch besonders am Ende des Films erkennbar sind.
"Tag ohne Ende" spielt komplett an einem einzigen, relativ frühen Tag des Koreakrieges und zwar dem 6. September 1950. Der Zuschauer wird ebenso wie die Einheit des befehlshabenden Offiziers, Lieutenant Benson, ohne Hintergrundinformationen mitten ins Geschehen geworfen. Bensons Einheit wurde versprengt. Von den eigenen Truppen getrennt ist außerdem auch noch die Funkverbindung zum eigenen Hauptquartier unterbrochen. Über den momentanen Stand der Kampfhandlungen und die aktuelle Strategie der eigenen Seite ist Benson und seiner Einheit daher nichts bekannt. Sein einziger noch gültiger Befehl ist das Vorrücken zu dem ominösen "Hügel 46", einer strategisch wichtigen Anhöhe, wohin auch bereits die eigene Division abgezogen sein soll. Schwer beladen mit den eigenen Vorräten aus dem Wrack ihres Jeeps stößt die Einheit schließlich auf Sergeant Benson und den bei ihm befindlichen Colonel. Gegen Montanas Willen requiriert Benson dessen Jeep, so dass dem scheinbar kriegsmüden Montana nichts anderes übrig bleibt als der Einheit zu folgen. Im weiteren hat es die Einheit aber nicht nur mit dem gesichtslosen koreanischen Feind in Form von Heckenschützen, Minenfeldern oder Artilleriebeschuss zu tun, vielmehr häufen sich auch die internen Konflikte zwischen Benson und Montana.
Benson ist der Prototyp eines gebildeten, strategisch denkenden Offiziers, den so leicht nichts aus der Ruhe bringt und der versucht, den Krieg so zivil wie möglich zu gestalten. Benson hingegen ist ein grobschlächtiger Unteroffizier, der redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist und im Kampf äußerst brutal und rücksichtslos vorgeht. Seine Strategie ist vor allem zu überleben und dafür erscheint ihm kein Preis zu hoch. Auch wenn Benson zunächst von Montana angewidert ist, muss er aber auch erkennen, dass Montana ein sehr fähiger Soldat ist und mit seinem roh erscheinenden Verhalten und seinen brutalen Methoden meistens vollkommen richtig liegt. Auf flache Schwarz-Weiß-Malerei wird hier aber verzichtet, beide Männer raufen sich schließlich zusammen und es wird deutlich, dass Montana so geworden ist, wie es die Unmenschlichkeit des Krieges nunmal erfordert, dass er aber keinesfalls Freude an seinen Taten, bzw. dem Töten empfindet. Bei der technischen Umsetzung dieses Antikriegsfilms darf man kein Effektgewitter erwarten, vieles verläuft auf der psychologischen Ebene, während die formale Umsetzung ein wenig an typische US-Western erinnert. Ein Konvoi schleppt sich durchs Feindesland, allerdings handelt es sich hier um Koreaner und nicht um Indianer als Gegner. Und besonders das leider ziemlich missratene Ende, ein größerer Feuerwechsel auf dem Kamm des Hügels 46, könnte wohl auch aus einem typischen John-Wayne-Western stammen, besonders die Darstellung der müden, aber heldenhaften Charaktere nach den Kampfhandlungen.
Digitale Aufarbeitung:
Der Schwarz-Weiß-Film liegt im Vollbildformat vor und bietet für einen mehr als 50 Jahre alten Film eine wirklich gute Schärfe. Es gibt auch kaum Verschmutzungen oder Bildfehler und ansonsten liegt lediglich ein leichtes Bildrauschen vor. Der Mono-Ton liegt sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache vor und bietet stets gute Verständlichkeit, ein leichtes altersbedingtes Rauschen muss man allerdings in Kauf nehmen.
Das einzige Extra auf der DVD ist eine Bildergalerie mit Werbematerial zum Film, wie z.B. Aushangmotiven.
Fazit:
"Tag ohne Ende" ist ein Antikriegsfilm auf der Ebene des einfachen Frontsoldaten, fernab von effektreichen Kampfhandlungen und heldenhaftem Pathos. Der Film funktioniert auf psychologischer Ebene und bietet ein bedrückendes Stimmungsbild inmitten unmenschlicher Gegebenheiten aber ohne explizite Grausamkeiten. Handwerklich ist der Film sehr gelungen und ist stets nah dran an den Protagonisten, die von ihren Darstellern, bei denen Robert Ryan ("The Wild Bunch - Sie kannten kein Gesetz") und Aldo Ray ("Die Nackten und die Toten") als ungleiches Gespann herausragen, sehr lebensecht dargestellt werden. Leider will das manipulierte, heldenhafte Ende aber so gar nicht zum restlichen Film passen, technisch ist die DVD dafür überraschend gut ausgefallen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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98:04 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Bildergalerie mit Werbematerial
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Tag ohne Ende
Men in War
Das Schicksal des einfachen Frontsoldaten fernab von Heldentum und Pathos
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1957 Regie: Anthony Mann Drehbuch: Philip Yordan, Ben Maddow (basierend auf einer Geschichte von Van Van Praag) Darsteller: Robert Ryan, Aldo Ray, Robert Keith, Phillip Pine, Nehemiah Persoff, Vic Morrow
Label :
WGF Verkaufsstart : 24.04.2008
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