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DVD-Besprechung - Gottes kleiner Acker
Story:
Ty Ty Warden (Robert Ryan) gräbt mit seiner Sippe ein tiefes Loch nach dem anderen, denn er will unbedingt den Goldschatz finden, den sein Großvater angeblich verbuddelt hat. Grube an Grube haben sie in mittlerweile schon 15 Jahren auf ihrem Grundstück gegraben, doch das gelbe Metall will sich einfach nicht finden lassen. Selbst der kleine, zum Haus gehörende Friedhof ist nicht vor dem Buddeltrieb sicher.
Meinung zum Film:
„Gottes kleiner Acker“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Erskine Caldwell, der seinerzeit zunächst verpönt war. Er erschien 1933, einer Zeit, in der puristische Ansichten herrschten und die von Caldwell beschriebenen Zustände in den Südstaaten als anstößig angesehen wurden. Zunächst wurde das Buch von Eiferern nahezu bekämpft, allerdings ist es mittlerweile mit einer Auflage von 14 Millionen eines der meistverkauften Bücher, welches sogar in 40 Sprachen übersetzt wurde. Der Begriff „Gottes kleiner Acker“ bezeichnet eine kleine Fläche am Haus der Sippe der Wardens, der als Familienfriedhof genutzt wird. Mit dieser Familie steht und fällt die komplette Story, die auch eine wesentliche Gesellschaftskritik beinhaltet, welche heute aber gar nicht mehr nachvollzogen werden kann. Die Kritik beschreibt die Zustände in den Südstaaten von damals, die Caldwell damals soziologisch untersuchte.
Diese Umstände sollte man wissen, denn in „Gottes kleiner Acker“ werden nicht die üblichen Schönen und tollen Helden gezeigt. Hier geht es um arme Leute, die weitgehend ungebildet sind und diese Simplizität der Menschen schafft zunächst ein Gefühl der Unsicherheit. Man ist sich als Zuschauer nicht sicher, ob dies eine Verhöhnung von minderbemittelten Rednecks ist, oder aber etwas, von dem der Betrachter erst noch erforschen muss, worum es sich bei der Intention dreht. Letztere Aufgabe kommt auf den Zuschauer zu und somit wird die Gesamtthematik zu einem anspruchsvollen Unterfangen. Die Akteure im Film sind simple Gemüter, bei denen es sich scheinbar nur um einen ominösen Goldschatz und Irrungen und Wirrungen in der Liebe geht und dies in der rudimentärsten Ausdehnung.
Da entführt Ty Ty Warden mit seinen Jungs einen Albino, der von dem sehr jungen Michael Landon („Unsere kleine Farm“) gespielt wird. Der Grund: Albinos sollen Gold wittern können - und der tumbe Tropf bleibt auch noch da, unternimmt keinen Fluchtversuch. Ty Ty spricht in der Folge immer wieder von „seinem“ Albino, denn er hat ihn gefangen und entführt. Man stelle sich ein Gelände vor, dass voller tiefer Löcher ist, eine Kraterlandschaft und versehentlich fällt der Sheriff des kleinen Örtchen dort in ein solches. Er ruft nach Hilfe und meldet pflichtbewusst, dass er sich in einem Loch befände. Als Antwort bekommt dieser dann zu hören: „Jaja, aber in welchem bist Du denn?“. Soviel zu dem gespielten leicht debilen Zustand der Protagonisten. In dieser Art geht es beständig weiter, doch wer zwischen den Zeilen liest, kann erkennen, dass diese Dialoge eine Idee transportieren. Eine Schlüsselszene ist die, in der Ty Ty sich zu einem Sohn aufmacht, der vor Jahren die Familie verlassen hat und zu Geld gekommen ist. Hier sollte man auf die Motive des Sprosses achten.
Digitale Aufarbeitung:
Das schwarz-weiße Bild weist eine ordentliche Schärfe auf. Der Kontrast ist eine Spur zu schwach ausgefallen und so wirken einige Aufnahmen ein wenig weich, aber nie unscharf. Einige Blitze sind zwar zu erkennen, aber im Großen und Ganzen fallen sie nicht so sehr auf.
Zunächst gibt es bei den Extras den Originaltrailer zu sehen, gefolgt von knapp fünf Minuten an alternativen Szenen. Diese sind allerdings ohne Untertitel und in dem Südstaatenslang nur schwer zu verstehen. Den Abschluss bildet eine Bildergalerie. Die deutsche Synchronisation hört sich im Vergleich zu den übrigen Geräuschen überraschend gut an. Es scheint, als hätte es eine neue Überarbeitung der Dialoge gegeben, denn irgendwie hört man bei Ty Ty den guten „Al Bundy“ heraus.
Fazit:
Wer Filme mit Anspruch mag, auch wenn dieser sich zunächst versteckt, der wird bei „Gottes kleiner Acker“ sicherlich eine gepflegte Unterhaltung finden. Nicht so geduldige Zuschauer meiden besser diesen Film, denn es erfordert schon eine gewisse Anstrengung, um zu erkennen, was einst der Buchautor Erskine Caldwell ersonnen hat.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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111-.32 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Alternative Szenen
- Originaltrailer
- Slideshow
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Gottes kleiner Acker
God’s Little Acre
Anspruchsvolle Filmkost mit 50 Lenzen auf dem Buckel
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1958 Regie: Anthony Mann Drehbuch: Ben Maddow Darsteller: Robert Ryan, Aldo Ray, Michael Landon, Fay Spain, Helen Westcott
Label :
WGF Verkaufsstart : 24.04.2008
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