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DVD-Besprechung - Day of the Dead
Story:
Ein kleine Stadt in Colorado wird vom Militär abgeriegelt, als Grund wird eine militärische Übung genannt. Der wahre Hintergrund für die Blockade ist jedoch ein ganz anderer: Ein heimtückischer Virus hat die Stadt heimgesucht, den die Bewohner noch für einen Grippe-Erreger halten. Doch schon bald wird klar, dass sich keinesfalls ein unbekannter Virus hinter den Symptomen verbirgt, sondern eine neue, bösartige Krankheit, welche die Erkrankten zu blutlüsternen Monstern werden lässt, die über die Lebenden herfallen. Eine Gruppe Soldaten unter der Leitung von Corporal Sarah Bowman (Mena Suvari) versucht aus der Stadt, die immer mehr einem blutigen Schlachtfeld gleicht, zu entkommen.
Meinung zum Film:
Der 1985 unter der Regie von Altmeister George A. Romero entstandene „Day of the Dead“, der in Deutschland unter dem Titel „Zombie 2 - Das letzte Kapitel“ erschien, gehört weltweit zu den bekanntesten Werken des Horrorgenres. In Deutschland wurder der Film selbst in einer gekürzten Form wegen seines gewaltverherrlichenden Charakters gemäß § 131 StGB beschlagnahmt. Mehr als 20 Jahre später machte sich mit Regisseur Steve Miner („Freitag, der 13. Teil 2“, „Halloween H20“) eine Größe des Horrorbereichs auf, eine neue Version dieses Filmes zu drehen. Bestand zu Beginn noch die Hoffnung, dass somit vielleicht die Fassung des Abschlussbeitrages zu Romeros Zombie-Trilogie entstehen könnte, welche der Altmeister wegen starker Budget-Kürzungen selbst nicht filmen konnte, macht sich bei Anhängern der originalen Zombie-Filme sehr schnell Ernüchterung breit.
Der größte Schock, der in dieser Hinsicht zu überstehen ist, sind die hibbeligen und teils sogar unter der Zimmerdecke krabbelnden Zombies, die in Sprinter-Manier auf ihre Opfer zukommen. Es bleibt nichts mehr von der alten knisternden Spannung, der ewig langsam schleichenden lebenden Toten, die fast schon in Zeitlupe das Ende ihrer Opfer herbeiläuten. Auch von der Story bleibt nicht mehr viel über. War im Original noch eine Zweckbeziehung zwischen Militär und Wissenschaft im Fokus, die unter der Oberfläche aber stets kurz vor dem Überkochen stand, ein zentrales Thema, hat das Remake kaum mehr als hirnlose Horroraction zu bieten. Lediglich eine billige Kopie des dressierten Zombies „Bob“ aus dem Original ist ein kleines Zugeständnis an das Original, das zumindest im Ansatz wieder zu erkennen ist. Der Rest des Films hat aber deutlich mehr mit der „Resident Evil“- oder „28 Weeks Later“-Reihe gemein, als den klassischen Wegweisern des Zombie-Films. Mit letzterem hat er vor allem den schnellen Schnitt und die verwackelte Optik in den Actionsequenzen gemein, die für eine ganz andere Stimmung als bei Romero-Filmen sorgen. Bei der Wahl der Rollen stellt sich ebenfalls schnell die Frage, welche Gedanken man sich bei der Besetzung gemacht hat. Mena Suvari („American Beauty“) wirkt in der Rolle des toughen Corporal wie eine Barbie-Puppe, die in Big-Jim-Outfit gesteckt wurde. Nick Cannon („Darf ich bitten?“) beginnt als ultra-cooler Soldat recht schnell zu nerven, während Stark Sands („Flags of Our Fathers“) als schüchterner Soldat mit neuer Rolle im weiteren Verlauf durchweg blass bleibt.
Das ganz große Problem des Films ist, dass er sich offiziell als Remake eines Klassiker ausgibt, dabei aber nicht einmal versucht, Teile oder Ideen daraus zu übernehmen. Hätte man den Film als „einen neuen Zombie-Film“ angepriesen, wären die Erwartungen nicht so groß gewesen und der nun als „Day of the Dead“-Remake vermarktete Film hätte sicherlich sein Publikum gefunden. Als hipper Fun-Splatter hat er sicherlich hinreichend zu bieten, um als Partyfilm für Guts'n'Gore-Fans gute Unterhaltung zu bieten. Es werden einige recht derbe Effekte geboten, die zwar teilweise schlechte CGI-Effekte beinhalten, teils aber auch gute Handwerkskunst erkennen lassen. Bei der Story jagt zwar ein Plothole das nächste, allerdings wird das Tempo fast durchweg so hoch gehalten, dass dies nicht weiter tragisch ins Gewicht fällt. Dies aber natürlich nur solange, wie man halt kein Remake vom originalen „Day of the Dead“ erwartet.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck, lediglich bei schnellen Bewegungen gibt es deutliche Nachzieheffekte zu sehen. Inwiefern das mit dem Mastering zusammenhängt, ist allerdings schwer zu sagen, da den gesamten Film über verschiedene Filter für Verfremdungen des Bildes sorgen und es nicht verwunderlich wäre, wenn diese auch für diesen Effekt verantwortlich sind. Der deutsche Ton in dts ist gut zu verstehen und auch die hinteren Lautsprecher bekommen Daten zum Verarbeiten, wobei dies meist in Form des Soundtracks der Fall ist.
Die Extras fallen recht mager aus. Nebem dem Trailer in Deutsch und Englisch gibt es noch kurze Statements der Darsteller und Macher, in denen aber fast nur erzählt wird, wie toll und aufregend die Arbeit am Film war und wie nett doch alle am Set waren, sowie einen unkommentierten Blick hinter die Kulissen, der ein paar Eindrücke vom Dreh vermittelt.
Fazit:
Der Unterhaltungswert von „Day of the Dead“ hängt ganz stark davon ab, mit welchen Erwartungen man an den Film herangeht. Erwartet man das, was einem das Cover verkaufen möchte – nämlich ein Remake des Romero-Klassikers - wird man garantiert enttäuscht. Hat man aber einfach nur Lust auf einen schnell geschnittenen Funsplatter mit ein paar derben Gore-Effekten, allerdings ohne Erwartungen an die Handlung, sollte man zugreifen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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82:08 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Interviews
- Behind the Scenes
- Trailer
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Day of the Dead
Day of the Dead
Als Remake eine Katastrophe, als eigenständiger Funsplatter ganz gut
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008 Regie: Steve Miner Drehbuch: Jeffrey Reddick Darsteller: Mena Suvari, Nick Cannon, Stark Sands, Michael Welch, AnnaLynne McCord, Ving Rhames, Linda Marlowe, Ian McNeice, Matt Ripp, Pat Kilbane, Christa Campbell, Robert Rais
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 31.07.2008
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