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DVD-Besprechung - Ein fliehendes Pferd
Story:
Helmut Halm (Ulrich Noethen) und seine Frau Sabine (Katja Riemann) verbringen ihre Sommerferien, wie so oft, am Bodensee. In einem Strandbad werden beide zufällig von Helmuts längst aus den Augen verlorenem Jugendfreund, Klaus Buch (Ulrich Tukur), entdeckt. Der lebenslustige Klaus, der in Begleitung seiner jungen, sehr attraktiven Freundin Helene (Petra Schmidt-Schaller) ist, scheint sich über das Wiedersehen sehr zu freuen und weicht den Eheleuten nicht mehr von der Seite. Sehr zum Verdruss von Helmut, der zwar für die erotische Ausstrahlung der attraktiven Helene äußerst empfänglich ist, sich aber nur widerwillig an Klaus erinnern möchte. Sabine hingegen ist von Klaus forschem Charme durchaus angetan, wo er doch endlich etwas frischen Wind in ihren angestaubten Ehe-Alltag bringt.
Meinung zum Film:
"Ein fliehendes Pferd" ist die Verfilmung der gleichnamigen Novelle Martin Walsers aus dem Jahr 1978. Bereits 1985 wurde diese vom WDR als TV-Produktion inszeniert. Nun kommt das etwas modernisierte Remake von Regisseur Rainer Kaufmann ("Die Apothekerin") als Kinofilm daher und bietet mit Ulrich Noethen ("Sams in Gefahr"), Katja Riemann ("Ich bin die Andere") und Ulrich Tukur ("Solaris") die üblichen Verdächtigen des aktuellen deutschen Kinos. Hinzu gesellt sich Jungschauspielerin Petra Schmidt-Schaller, die den meisten Zuschauern zwar nichts sagen dürfte, dieses Jahr aber in der Neuverfilmung des "Seewolfs" zu sehen sein wird.
Die Story ist ein Beziehungsdrama, wie man sie schon oft gesehen hat, und bringt wenig neue Ideen mit: Langweiliger Mann (Noethen) und langweilige Frau (Riemann) leben in langweiliger Beziehung und machen den immer gleichen langweiligen Kram. Doch als es mal wieder Zeit für den langweiligen jährlichen Urlaub am Bodensee ist, kommt etwas Abwechslung in die Bude. Denn überraschend taucht ein alter Studienfreund (Tukur) samt Geliebter (Schmidt-Schaller) auf und wirbelt das Spießerleben des Ehepaars ordentlich durcheinander. Natürlich macht sich der "alte Kumpel" gleich mehr oder weniger direkt an die verheiratete Frau ran, was einerseits den Ehemann eifersüchtig werden lässt, ihn aber gleichzeitig auch dazu bringt, sich näher mit der Geliebten des anderen zu beschäftigen...
Man ahnt schon, warum das "fliegende Pferd" mittlerweile auch gerne mal als Schullektüre verwendet wird. Schließlich gibt es hier das typische Beziehungswirrwarr, über das sich lang und breit spekulieren und philosophieren lässt, vor allem auch in Anbetracht der Tatsache, dass das Ganze natürlich am Schluss nicht ohne einen mehr oder weniger spektakulären Racheakt des eifersüchtigen Ehemanns auskommt. Die Geschichte an sich ist sicherlich Geschmackssache und stellt nicht wirklich das eigentliche Problem des Films dar. Auch die Konstellation der Darsteller untereinander wirkt größtenteils stimmig, selbst wenn man von dem einen oder anderen Gesicht mittlerweile stark übersättigt ist. Richtig nervig ist jedoch der übertrieben gezwungene Witz, der das eigentliche Drama fast schon in eine Komödie verwandelt und schon nach fünf Minuten richtig zu nerven beginnt. Ständige Zweideutigkeiten (wie der Wunsch nach einer "Latte", wo natürlich "nur" der Kaffee gemeint ist) und ähnlich "Lustiges" gehen vielleicht bei "American Pie" noch als Stilmittel durch, sind in der hier abgelieferten Form und Menge aber einzig und allein platt, peinlich und übetrieben aufdringlich.
Digitale Aufarbeitung:
Technisch kann sich die DVD durchaus sehen lassen. Das Bild könnte manchmal einen Tick schärfer sein, ist jedoch insgesamt klar und gefällt durch natürliche Farben. Die Kompression verhält sich unäuffällig und auch Rauschen ist nicht übertrieben stark wahrzunehmen. Der Ton macht seine Sache gut, allerdings fragt man sich, was die deutsche dts-Spur soll. Wirkliche Effekte hat der Film nämlich nicht zu bieten. Dolby Digital und dts klingen hier nahezu identisch. Den Speicherplatz hätte man lieber noch dem Bild zur Verfügung stellen oder für einen Audiokommentar verwenden sollen.
Als Bonusmaterial gibt es neben dem Trailer und mehreren sehr kurzen Interviewschnipseln ein zweieinhalbminütiges B-Roll sowie je fünf Minuten Deleted Scenes und Outtakes. Zwar alles nett anzusehen, aber weder weltbewegend noch wirklich hintergründig.
Fazit:
Wen die Geschichte von "Ein fliehendes Pferd" interessiert, greift lieber direkt zur Novelle von Martin Walser. Die bietet das gleiche mehr oder weniger interessante Beziehungsgeflecht, zwingt dem Leser aber nicht das übertrieben platte Wortwitz-Gefecht auf, das die Neuverfilmung ausmacht. Zumindest technisch zeigt die DVD kaum Schwächen, das Bonusmaterial hätte allerdings etwas tiefgründiger ausfallen können.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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92:15 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch für Hörgeschädigte |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Interviews
- B-Roll
- Outtakes
- Deleted Scenes
- Fotogalerie
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Ein fliehendes Pferd
Ein fliehendes Pferd
Mehr oder weniger interessantes Beziehungsdrama, das zu komödienhaft inszeniert wurde
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2007 Regie: Rainer Kaufmann Drehbuch: Kathrin Richter, Ralf Hertwig Darsteller: Ulrich Noethen, Ulrich Tukur, Katja Riemann, Petra Schmidt-Schaller, Therese Hämer
Label :
Concorde Home Entertainment
Verkaufsstart : 23.04.2008
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