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Kino-Besprechung - Speed Racer
Story:
Speed Racer (Emile Hirsch) ist ein junger Mann, der eine unbändige Faszination für Autorennen hat und unbedingt in die Fußstapfen seines großen Bruders treten möchte, der ein erfolgreicher Rennfahrer war, jedoch bei einem tragischen Unfall ums Leben kam. Als er ein verlockendes Angebot vom Großunternehmer Royalton (Roger Allam) ablehnt, um weiterhin für den Rennstall seines Vaters (John Goodman) anzutreten, lernt er jedoch die dunklen Seiten des Renn-Geschäfts kennen. Auf den Pisten der Profi-Liga wird selten sauber gespielt und mit der Unterstützung seiner schrulligen Familie, seiner Freundin Trixie (Christina Ricci) und des mysteriösen Rennfahrers „Racer X“ (Matthew Fox) macht sich Speed daran, der Sache auf den Grund zu gehen...
Meinung zum Film:
„Speed Racer“, das war zunächst eine knallbunte und temporeiche japanische Zeichentrick-Serie aus den 60er-Jahren, die in den USA bis heute ziemlich beliebt ist. Zwei besonders eifrige Fans dieser Serie sind die Wachowski-Brüder, die zuletzt die „Matrix“-Trilogie geschaffen hatten und bei der Realverfilmung von „Speed Racer“ zum ersten Mal seit besagter Trilogie wieder hinter der Kamera standen. Doch nachdem die Matrix-Fortsetzungen eher enttäuschend ausfielen, drängt sich dem geneigten Zuschauer natürlich die Frage auf, ob die Brüder es überhaupt noch drauf haben, unterhaltsame Filme zu machen und dabei vielleicht auch einmal etwas stilistisch ganz anderes zu kreieren. Doch da kann man die Skeptiker gleich beruhigen: beides ist ihnen weitestgehend gelungen. Fans der Serie werden wahrscheinlich diejenigen sein, denen der Film am besten gefällt. Alle bekannten und beliebten Elemente wurden beibehalten und das Retro-Feeling in Bild, Inhalt und Ton dominiert den ganzen Film. Nicht zuletzt trägt dazu der gelungene Soundtrack von Michael Giacchino („Ratatouille“) bei, der viele Themen der Serien-Musik aufgreift und moderat modernisiert.
Doch auch wer die Serie nicht kennt – und das werden zumindest in Deutschland die meisten sein – kann reichlich Spaß an diesem bonbonbunten Retro-Trip haben. Dafür sorgt in erster Linie die ungewöhnliche, aber spektakuläre Optik, mit der die halsbrecherische Action der überaus futuristischen Autorennen in Szene gesetzt wird. Das auffälligste und innovativste Stilmittel, das der Film anwendet, ist, dass auf Tiefenschärfe fast komplett verzichtet wird, um einen an klassischem Zeichentrick erinnernden Look zu schaffen. Die Figuren und Objekte sind immer komplett scharf fokussiert – egal, ob sie sich im Vorder- oder Hintergrund befinden. Aus diesem Grund sehen einige Szenen in den Trailern vielleicht nach schlechten CGI-Effekten aus, im Zusammenhang des Films wird aber schnell klar, dass dieser Look gewollt ist und konsequent durchgezogen auch sehr gut funktioniert. Dennoch sind die Bilder freilich sehr bunt und oft extrem hektisch geschnitten, was manchem Zuschauer vielleicht etwas auf die Nerven gehen könnte. Weiterhin könnte man bemängeln, dass die Story reichlich vorhersehbar und wohl eher auf Kinder zugeschnitten ist, was andererseits aber auch zum Stil und der Thematik des Films passt. Die treffenderweise „Car-Fu“ genannten Wettkämpfe zwischen den High-Tech-Rennwägen kann man schließlich auch wunderbar genießen, ohne sich zu viele Gedanken über den Inhalt machen zu müssen.
Auch wenn der Film nicht gerade zur anspruchsvollen Sorte gehört, ist er doch hochkarätig besetzt. Emile Hirsch, der zuletzt in „Into the Wild“ begeisterte, spielt die Hauptrolle überzeugend und „Lost“-Star Matthew Fox macht eine gute Figur als der geheimnisvolle „Racer X“. Speeds Eltern werden von der Oscar-prämierten Susan Sarandon („Verwünscht“) und Emmy- und Golden-Globe-Preisträger John Goodman („The Big Lebowski“) gespielt. Zudem kann man, da der Film in den Potsdamer Babelsberg-Studios gedreht wurde, zahlreiche deutsche Schauspieler in kleineren Rollen entdecken, unter anderem Benno Fürmann, Moritz Bleibtreu, Ralph Herforth und Cosma-Shiva Hagen. Die Show stiehlt all diesen renommierten Darstellern allerdings häufig der (echte) Schimpanse „Chim-Chim“, der für eine Menge lustiger Momente sorgt.
Fazit:
Dank seiner innovativen und faszinierenden Optik, den spektakulären Actionsequenzen und den guten Darstellern bietet „Speed Racer“ amüsante Unterhaltung für Groß und Klein, auch wenn das hohe Schnitt-Tempo und die bonbonbunten Farben wahrscheinlich nicht jedermanns Sache sind und die Story nicht gerade einen Literatur-Nobelpreis gewinnen wird.
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Speed Racer
Speed Racer
Diese schrillbunte Cartoon-Verfilmung gibt richtig Vollgas
Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008 Regie: Andy Wachowski, Larry Wachowski Drehbuch: Andy Wachowski, Larry Wachowski Darsteller: Emile Hirsch, Christina Ricci, John Goodman, Susan Sarandon, Matthew Fox, Benno Fürmann
Verleiher:
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart : 07.11.2008 Kinostart : 08.05.2008
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