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Die Welt in 10 Millionen JahrenAbgehört - Trau niemals einem CopNine

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DVD-Besprechung - War

Story:
Nach der Ermordung seines Partners hat FBI-Agent Jack Crawford (Jason Statham) nur noch ein Ziel vor Augen: Die Erfassung des berüchtigten Auftragskiller Rogue (Jet Li), der seinen ehemaligen Kollegen und dessen Frau und Kind kaltblütig ermordete. Doch die Jagd ist nicht so leicht, da niemand weiß, wie der Killer aussieht, oder wo er sich aufhält. Die Vorzeichen ändern sich jedoch, als der Auftragsmörder ein gefährliches Spiel beginnt, bei dem er sowohl auf Seiten der Triaden, als auch auf der Seite der Yakuza zu arbeiten beginnt.

Meinung zum Film:
Welcher Regisseur würde nein dazu sagen, wenn er die Actiongaranten Jason Statham („Crank“) und Jet Li („Fearless“) gemeinsam vor die Kamera bekommen würde. Vor allem auch dann, wenn er als Garnierung für die kampferprobten Recken noch Nebendarsteller wie Devon Aoki („Sin City“), Luis Guzmán (“Traffic - Die Macht des Kartells”), Saul Rubinek (“Wall Street”), John Lone („Der Letzte Kaiser“) und Ryo Ishibashi (“Der Fluch – The Grudge”) für die Produktion bekommt. Dumm ist es allerdings, wenn man bei der ganzen Routine vor der Kamera, für entscheidende Positionen hinter der Kamera Neulinge verpflichtet. So hat Regisseur Philip G. Atwell bislang als größte Arbeit als 2. Regisseur bei “Das Vermächtnis der Tempelritter” mitgewirkt und sich ansonsten mit dem Dreh von Videoclips sein Geld verdient. Das Autorengespann bestehend aus Lee Anthony Smith und Gregory J. Bradley hat bis dato sogar noch gar nichts auf der Habenseite vorzuweisen. Und so reicht die äußerst erfolgssprechende Darstellerriege letzten Endes doch nicht aus, um die Unerfahrenheit der Künstler hinter der Kamera aufzufangen.

Wenn man das Duo Li und Statham als Gegenspieler vor der Linse hat, sind die Erwartungen an die Action auf dem Bildschirm natürlich hoch angesetzt. Und hier gibt es dann auch schon das erste Problem, da es zwar immer wieder kürze Actioneinlagen gibt, diese aber nicht in der Qualität vorhanden sind, wie man sie aus früheren Filmen der Stars kennt. Vor allem Jason Statham hat kaum Gelegenheit, seinen robust-radikale, coolen Kampfstil einzubringen. Meist darf er nur ein paar Schüsse abgeben und Flüchtenden hinterher laufen. Auch Jet Li ergeht es nicht viel anders, darf er doch außer ein paar Kabinettstückchen kaum etwas von seinen Martial-Arts-Fähigkeiten präsentieren. Denkt man bei Statham, dass dieser in seiner Darbietung verschenkt wurde, kann man bei Li schon fast sagen, dass er nur als Statist mit Waffe fungiert, der für seine Verhältnisse zum Nichtstun verdonnert wurde. Selbst im großen Finale beim großen Aufeinandertreffen der Beiden fühlt man sich als Zuschauer um die Action betrogen, da das ganze doch recht unspektakulär und vor allem viel zu kurz ausfällt. Action an sich gibt es zwar in Form von Schießereien, kleineren Kampfeinlagen und Verfolgungsjagden geboten, doch fällt diese für einen Film mit Jet Li UND Jason Statham bei weitem zu schmal aus, um die Erwartungen erfüllen zu können. Für einen durchschnittlichen B-Action-Movie wäre sie klasse, hier aber reicht das Gebotene bei weitem nicht. Hinzu kommt noch, dass die Schnitte in den Actioneinlagen dermaßen stakkatohaft inzeniert wurden, dass man im besten Fall nur den Überblick verliert, im schlimmsten Fall jedoch mit einem Schwindelgfühl konfrontiert wird.

Noch schlimmer als die Actionarmut fällt jedoch die Story ins Gewicht. Ihr fehlt es an Fahrt und Spannung. Es wird von einen Spielort an den nächsten gewechselt, ohne dass ein rechter Erzählfluss vorhanden ist. Es wirkt alles ein wenig episodenhaft und eine Bindung zu einem der Charaktere kann nicht aufgebaut werden, weil niemand sich dafür anbietet. Der Kern der Story ist zudem eindeutig an Akira Kurosawas “Yojimbo - Der Leibwächter” angelehnt, in der ein Krieger zwei verfeindete Gruppen – in diesem Falle Yakuza und Triaden – gegeneinander ausspielt. Und spätestens seit diese Motive in Filmen wie “Für eine Handvoll Dollar” oder “Last Man Standing” hinreichend präsentiert wurden, bedarf es schon eines entsprechenden Beiwerks, um das Publikum inhaltlich auch unterhalten zu können. Dieses Füllmaterial ist zwar durchaus vorhanden, doch spätestens bei der Auflösung um die wahre Identität von Rogue werden sich selbst hartgesottene Actionanhänger vor Verzweiflung die Haare raufen, weil die hier gebotene Idee vielleicht in einem billigen B-Movie akzeptiert werden könnte, aber ganz sicher nicht in einer größeren Actionproduktion wie sie “War” nun einmal darstellt. Aber auch schon vorher werden immer wieder nur Versatzstücke an Erzählungen geboten, weswegen einzig die kleineren Actioneinlagen es wert sein könnten, sich den Film anzuschauen. Nüchtern betrachtet muss allerdings gesagt werden, dass selbst kleinere Actionproduktionen oftmals deutlich mehr zu bieten haben als dieser Film, nur spielen dort halt Statham und Li nicht mit. Aber das alleine reicht leider auch nicht aus, um einen ganzen Film zu retten.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist ganz gut geworden, lediglich bei der Schärfe kommt teilweise der Wunsch auf, dass diese noch ein Stückchen ausgeprägter sein könnte. Der deutsche dts-Ton ist sehr gut gelungen und sorgt vor allem in den Actionmomenten für eine knallige Kulisse.

Als Extra gibt es neben einem knapp halbstündigem Making Of, das recht interessant von den Dreharbeiten und den Intentionen in der Entstehungsphase zu berichten weiß, noch knapp 2,5 Minuten erweiterter Szenen, die allerdings nicht der Rede wert sind, sowie einen knapp 9-minütigen Bericht über die Entstehung des Soundtracks, der auch gut in das Making Of gepasst hätte. Abschließend gibt es noch 3 kurze Darstellerinfos. Im Sprachenmenü versteckt sich zusätzlich noch ein Audikommentar mit Regisseur Philip G. Atwell, der allerdings nur in englischer Sprache ohne Untertitel verfügbar ist und somit gute Englischkenntnise voraussetzt.  

Fazit:
“War” sorgt mit der Besetzung von Jet Li und Jason Statham sicherlich für Vorfreude bei Freunden des Genres. Doch leider kann der Film die gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Die Action wird nur mit gezogener Handbremse präsentiert und die Story ist teils episodenhaft, teils albern. Schade, hier wurde die Chance auf einen großen Actionkracher leichtfertig vertan. 

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,40:1
2,40:1
98:58 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Erweiterte Szenen
  • Entstehung des Soundtracks
  • Darstellerinfos
  • Audiokommentar mit Regisseur Philip G. Atwell
War - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
War
War

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Nicht überall, wo Jet Li und Jason Statham draufsteht, muss auch immer furiose Action drin sein


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Philip G. Atwell
Drehbuch:
Lee Anthony Smith, Gregory J. Bradley
Darsteller:
Jason Statham, Jet Li, John Lone, Devon Aoki, Luis Guzmán, Saul Rubinek, Ryo Ishibashi, Sung Kang, Mathew St. Patrick, Nadine Velazquez, Andrea Roth, Kennedy Montano, Terry Chen

Label Deutschland :
Constantin Film
Verleihstart Deutschland :
08.05.2008
Verkaufsstart Deutschland :
20.05.2008

Vertrieb Schweiz :
Rainbow Home Entertainment AG
Verleihstart Schweiz :
08.05.2008
Verkaufsstart Schweiz :
20.05.2008