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DVD-Besprechung - WAZ

Story:
Helen Westcott (Melissa George) ist die neue Partnerin vom alten Detective-Fuchs Eddie Argo (Stellan Skarsgård). Ihr erster gemeinsamer Fall schickt die beiden gleich auf die Jagd nach einem Serienkiller, der immer paarweise tötet und den Opfern die Worte WAZ in den Bauch ritzt. Argo vermutet, dass Jean Lerner (Selma Blair) hinter den Morden steckt, da alle Opfer in Verbindung mit einer Tat stehen, die an der jungen Frau verübt wurde.

Meinung zum Film:
„Waz“ ist der erste größere Film von Regisseur Tom Shankland, der bislang einige Arbeiten für TV-Serien in seine Vita eintragen durfte und zuletzt mit „Miss Marple - Die Schattenhand“ einen Film fürs Fernsehen drehte. Nicht jedermanns Sache dürfte sicherlich die Präsentation sein, die Shankland für sein Kino-Debüt wählte, denn die sterile Videooptik, die durch das Drehen mit Videocam überdeutlich den ganzen Film dominiert und zudem teils stark verwackelte Bilder durch das Drehen mit Handkamera, können das Sehvergnügen stellenweise doch deutlich trüben. Absolut sehenswert ist die Darstellerliste, die mit Stellan Skarsgård („Fluch der Karibik“) und Melissa George („Alias“) zwei durchaus bekannte Namen für die beiden Hauptrollen präsentiert und mit Selma Blair („Hellboy“) eine weitere bekannte Darstellerin in einer tragenden Nebenrolle präsentiert.

Die Story hebt sich ein wenig vom üblichen Hollywood-Skript ab und erinnert in seiner rohen und düsteren Art mehr britischen Krimiserien wie „Auf alle Fälle Fitz“ oder „Heisser Verdacht“. Die Handlung spielt größten Teils in der Dunkelheit und in verdreckten Häusern und Gassen, wodurch zudem eine sehr deprimierende Atmosphäre entsteht. Eddie Argo hat dieses Metier bereits vollständig verinnerlicht und geht recht emotionslos seinem Job nach. Er hat sich arrangiert mit den Gangs und handelt nach dem Motto „Leben und leben lassen“. Er ist der wortkarge Detective, der nach außen den harten Typen mimt, im Inneren aber voller Selbstzweifel steckt und nicht so recht weiß, in welche Richtung sein weiteres Leben verlaufen wird. Mit Helen bekommt er eine neue Kollegin an die Seite gestellt, die noch voller Tatendrang und Ideale steckt und die er wie ein zwar strenger, aber dennoch liebenswerter Vater unter seine Fittiche nimmt. Aber auch Helen erkennt recht bald, wie es auf der Straße zugeht und beginnt selbst sich der Ohnmacht zu ergeben, die über allem Elend schwebt.

Während die charakterliche Seite des Films durchaus zu überzeugen weiß, hapert es ein wenig an der kriminalistischen Seite. Es entsteht im Grunde nie ein großes Mysterium um den Killer, dessen Motivation schon sehr früh zu erkennen ist und dessen Identität im Grunde auch nicht wirklich ein Geheimnis bleibt. Es gibt zwar den einen oder anderen mitreißenden Moment im Film, vor allem in Bezug auf die Opfer und denen, die überlebt haben, doch ist es im Grunde schon recht früh zu erahnen, wer zumindest einen Platz im Finale auf der Seite der potentiellen Opfer einnehmen wird, die zweite beteiligte Person kristallisiert sich ebenfalls recht schnell heraus. Es gibt zwar noch einen kleinen Twist zum Ende, der aber nicht die dramaturgischen Probleme des Rests überdecken kann, sogar eher ein wenig zu aufgesetzt wirkend erscheint. Aber dennoch hat „WAZ“ einen großen Reiz und dürfte vor allem Anhängern von britischen Krimiserien große Freude bereiten.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut anzusehen, solange es keine Bewegungen im Bild zu sehen gibt. Bei Kameraschwenks ist aber deutliches Ruckeln zu erkennen und das Bild verschwimmt dabei teilweise. Zudem gibt es deutliche Übergänge auf hellen Flächen zu erkennen. Die negativen Merkmale werden aber wahrscheinlich auf das Arbeiten mit Videocam zurückzuführen sein und sind wahrscheinlich weniger das Ergebnis vom Mastering. Der Ton ist durchweg gut zu verstehen und gelegentlich wird auch von den Surroundlautsprechern Gebrauch gemacht.

Bei den Extras findet sich zunächst ein knapp 20-minütiges Making Of, das ein paar Eindrücke vom Dreh vermittelt, dabei aber nicht zu sehr in die Tiefe geht. Die knapp 5 Minuten Making of zu den Folterszenen weiß in dieser Hinsicht schon deutlich mehr zu gefallen, während eine ausführliche Folterszenen bei den nicht verwendeten Szenen vor allem Gorehounds erfreuen dürfte. Es folgen noch 5 Interviews und der Trailer zum Film.

Fazit:
„WAZ“ ist ein Psychothriller, der von seiner Atmosphäre betrachtet stark an britische TV-Krimis erinnert. Trotz der ein oder anderen dramaturgischen Schwäche schafft er es über die gesamte Spielzeit zu fesseln, die ständig verwackelten Aufnahmen der handgeführten Videocam beginnen aber schon recht früh zu stören.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
99:41 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bonusmaterial:
  • Making of WAZ
  • Hinter den Kulissen der Folterszenen
  • Entfallene Senen
  • Interviews
  • Trailer
WAZ - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
WAZ
WAZ

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein Crime-Drama nach dem Muster britischer TV-Krimis


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK / USA, 2007
Regie:
Tom Shankland
Drehbuch:
Clive Bradley
Darsteller:
Stellan Skarsgård, Melissa George, Selma Blair, Ashley Walters, Tom Hardy, John Sharian, Barbara Adair, Lauren Hood, Paul Kaye

Label Deutschland :
Sony Pictures Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
26.06.2008