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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Ich weiß, wer mich getötet hat

Story:
Eine Mitschülerin von Aubrey Fleming (Lindsay Lohan) wird ermordet aufgefunden. Erschreckend an der Tat ist, dass dem Opfer die rechte Hand und das rechte Bein vor dem Tod abgetrennt wurden. Nach einem Football-Spiel des Schulteams verschwindet auch Aubrey und taucht einige Tage später auf. Auch ihr fehlen die rechte Hand und das rechte Bein, doch immerhin ist sie mit dem Leben davon gekommen. Allerdings ist sie sich sicher, nicht Aubrey zu sein, sondern nennt sich selbst Dakota und erzählt von einer Vergangenheit als Tänzerin in einer Bar.

Meinung zum Film:
„Ich weiß, wer mich getötet hat“ hat die zweifelhafte Ehre, mit 8 Razzie Awards – besser bekannt als Goldene Himbeere – der am meisten mit dieser Auszeichnung bedachte Film aller Zeiten zu sein. Ein Hauptrund für die Ehre ist zweifelsohne das sehr unentschlossene Drehbuch von Jeff Hammond, der mit dem Skript seine bislang einzige Arbeit zu einem Kinofilm beisteuerte. Zu Beginn wird sehr viel Wert auf Symbolik gelegt. So gibt es einige Szenen, in denen die Farbe blau hervorgehoben wird. Es gibt blaue Rosen, im Stadion sind alle Farben außer den Blautönen in Grau und selbst die Ermittler tragen blaue Gummihandschuhe und nicht die gewohnten Modelle in Klarsichtausführung. Es werden Szenen aus dem Leben von Aubrey und Dakota gezeigt, die beide Versionen der jungen Frau präsentieren und Aubrey selbst ist es, die zu Beginn eine von ihr verfasste Geschichte über das Schaffen einer zweiten Persönlichkeit in der Klasse vorliest, welche dazu genutzt wird, Erlebnisse zu verarbeiten, die man nicht in der Lage ist mental zu bewältigen. "Hört sich bis hier doch gar nicht mal so schlecht an" mag manch einer denken, bietet das ganze doch eine Menge Potential für einen packenden Mystery-Thriller der Marke David Lynch.

Vielleicht wäre der Film auch wirklich richtig gut und packend geworden, hätten sich Regisseur und Drehbuchautor nicht mitten im Film entschlossen, die ganze Mystik, die zu Beginn des Filmes mühsam und sorgfältig aufgebaut wurde, mit einem Mal komplett über Bord zu werfen und sich auf einen Plot zu konzentrieren, der zwar immer noch was Übernatürliches beinhaltet, dafür aber so an den Haaren herbeigezogen wirkt, dass selbst hartgesottene Genrefans mit reichlich sonnigem Gemüt und der Bereitschaft über Plotlöcher hinwegzusehen nur sprachlos den Kopf schütteln werden. Spätestens bei der Auflösung um den Killer und den Aubrey/Dakota-Plot ist das Skript an einer Stelle angelangt, die selbst für einen C-Movie-Plot zu albern erscheint. Fast jede noch so dumme Weiterführung des begonnenen Mystery-Plots wäre eine bessere Entscheidung gewesen als diese zusammengeflickte Veralberung des Zuschauers. Als Dienst am Kunden kann man auch den Trailer zum Film ansehen, der bereits die überraschende Wendung in der letzten halben Stunde vorweg nimmt. Wer die Vorschau gesehen hat, kennt also bereits den gesamten groben Plot samt Überraschung. Auch die sehr harten Effekte bei der Amputation helfen nicht darüber hinweg, dass dem Film nach der Hälfte die Luft schneller ausgeht, als einem Luftballon, auf dem mit einem Gewehr geschossen wird.

Lindsay Lohan („Zum Glück geküsst“) in der Rolle der Aubrey/Dakota ist dabei aber keine große Schuld zuzuschreiben. Sie macht das Beste aus dem Skript und ihrer Rolle und versucht zu retten, was es noch zu retten gibt. Es stellt sich allerdings die Frage, ob sie das Skript wirklich komplett gelesen hatte, bevor sie sich für die Rolle verpflichten ließ. Wo Lindsay Lohan überraschenderweise aber vollends versagt ist beim Tanz an der Stange. Was eigentlich als erotische Einlage gedacht war ist zu einer wenig ansprechenden Gymnastikaktion geworden, die sicherlich kaum Reaktionen beim männlichen Publikum hervorrufen wird. Julia Ormond („Fräulein Smillas Gespür für Schnee“) und Neal McDonough („Jede Sekunde zählt - The Guardian“) gehören auch noch zu den bekannteren Gesichtern im Film, doch beide Rollen haben kaum eine Bedeutung und tragen nur bedingt zum Plot bei. Bedeutender ist die Frage, ob es ein Konzept beim Dreh des Filmes gab und wenn ja, warum man dieses nach der Hälfte des Films nicht mehr weiter verfolgte. Denn die Disharmonie zwischen den beiden Filmhälften kann unmöglich geplant gewesen sein. Wenn doch, dann hat „Ich weiß, wer mich getötet hat“ sich zumindest jede einzelne Himbeere verdient.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck und es gibt keine Grund zum Klagen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist durchweg gut verständlich und macht auch Gebrauch von den Surroundmöglichkeiten. Vor allem in den Szenen im Stripclub nutzt die Musik eindrucksvoll die Möglichkeiten.

Die Extras fallen recht überschaubar aus. Es gibt eine erweiterte Version der Einleitung zum Film, die aber keine nennenswerten Unterschiede bietet, sowie ein alternatives Ende, das den Film zwar nicht vollends gerettet hätte, aber immerhin nur ein Ärgernis gewesen wäre und nicht das nun zum Einsatz gekommene dämliche Ärgernis. Wer möchte kann sich dann noch einmal in rund 6 Minuten vor Augen führen, ob die Stripszene mit Lindsay Lohan nun Erotikpotential hat oder nicht und sich anschließend knapp 3 Minuten Versprecher anschauen. Als Abschluss gibt es noch den Trailer. 

Fazit:
„Ich weiß, wer mich getötet hat“ zeigt eindrucksvoll, wie man es auf keinen Fall machen sollte. Wird zu Beginn noch eine ansprechende Mystery-Thriller-Stimmung aufgebaut, wird diese nach der Hälfte des Film für eine mehr als alberne Wendung komplett fallen gelassen. So sollte man am besten direkt nach der Wendung abschalten oder sich gleich besser nur den Trailer anschauen, der den wesentlichen Inhalt bereits präsentiert.  

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,40:1
2,40:1
102:04 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Alternativer Filmanfang
  • Alternatives Ende
  • Erweiterte Stripszene
  • Die besten Versprecher
  • Trailer
Ich weiß, wer mich getötet hat - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Ich weiß, wer mich getötet hat
I know who killed me

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ich weiß, warum dieser Film seine Goldenen Himbeeren bekam


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Chris Sivertson
Drehbuch:
Jeff Hammond
Darsteller:
Lindsay Lohan, Julia Ormond, Neal McDonough, Brian Geraghty, Garcelle Beauvais, Spencer Garrett, Gregory Itzin, Bonnie Aarons, Kenya Moore, Thomas Tofel, Rodney Rowland, David Figlioli

Label Deutschland :
Sony Pictures Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
05.06.2008