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DVD-Besprechung - Wonderwall
Story:
Professor Collins ist so in seine Forschungen vertieft, dass er fast zu leben vergisst. Er hat sich mit seinen Schmetterlingen, vielen Büchern, ein paar Träumen und reichlich Staub sein persönliches Universum geschaffen. Ein Universum, das für eine Person zu groß ist und dessen Türen er fest verschlossen hält. Eine völlig andere Welt aber liegt direkt hinter einer Wand seiner Wohnung. Kleine Löcher und Risse in dieser "Wunderwand" eröffnen dem weisen Mann die farbige Torheit der Jugend und die traurige Schönheit eines jungen Mädchengesichts. Er beobachtet wie sie tanzt, liebt, trauert und stirbt, und zum ersten Mal hört er auf zu analysieren und sieht wirklich hin...
Meinung zum Film:
Ach ja, die 1960er: Hippies, Flower-Power und viele, viele seltsame Filme. "Wonderwall" ist ganz klar ein Vertreter letztgenannter Sorte, was schon bei der etwas kuriosen Geschichte anfängt. Der zerstreute Professor Collins ist ein exzentrischer Einsiedler und lebt zurückgezogen in seiner Wohnung. Eines Abends kommt er nach der Arbeit aus dem Labor nach Hause und will sein Wochenende genießen. Doch laute Musik aus dem Nachbar-Apartment vereitelt diesen Plan. Verärgert hämmert Collins gegen die Wand, doch natürlich hört der Lärm nicht auf. Um zu sehen, was für ein Teufelswerk da vor sich geht, quetscht er sein Gesicht gegen die Wand und schaut durch ein kleines Loch in die Wohnung neben ihm.
Damit fängt die Geschichte allerdings erst an, denn was er dort sieht, ist das junge Model Penny Lane. Schnell verfällt er ihrem Anblick und glamourösen Leben, was schließlich sogar so weit führt, dass er zu arbeiten aufhört, um sich voll und ganz der Beobachtung seiner Nachbarin widmen zu können. Letztlich verliert er sich in einer Traumwelt, in der er sich selbst dabei sieht, wie er Penny von ihrem vermeintlich langweiligen Freund befreit. Eine Szene, die sehr abstrus dargestellt wird und in der Collins und Pennys Freund mit riesigen Stiften und ähnlichen komischen Requisiten aufeinander losgehen. Natürlich dürfen bei einem Film der 1960er Jahre auch jede Menge Drogen nicht fehlen. Bei Partys werden zahlreiche Joints und Bongs herumgereicht und in einer der Traumsequenzen tritt Pennys Freund gegen Collins in einem Superman-Kostüm an, auf dem das charakteristische "S" noch von "L" und "D" umgeben ist.
Die Story von "Wonderwall" könnte in einem Thriller vielleicht noch ganz gut funktionieren, in diesem Drama vor Flowerpower-Hintergrund verkommt sie allerdings zu ziemlich lahmem 60er-Kitsch. Der Film wäre sicherlich auch längt in Vergessenheit geraten, hätte nicht Ex-Beatle George Harrison die Musik beigesteuert. Man muss jedoch schon ein großer Beatles- oder Harrison-Fan sein, um dem Soundtrack viel abgewinnen zu können. Elemente aus indischem Rag werden mit Rock und Experimental-Klängen vermischt, was eine genauso seltsame Mischung ergibt, wie sie auch bildlich im Film dargestellt wird. Als Erinnerung an die Swinging Sixties ist "Wonderwall" vielleicht mal einen Blick wert, jedoch kein Film, den man dringend auf DVD besitzen muss.
Digitale Aufarbeitung:
"Wonderwall" präsentiert sich auf DVD eher mittelprächtig und man merkt teils sehr deutlich, dass der Film 40 Jahre alt ist. Neben häufigen Dropouts in Verbindung mit Schmutz auf dem Bild ist vor allem das ziemlich starke Rauschen auffällig. Der Kontrast überstrahlt zum Teil, die Farben wirken aber insgesamt noch natürlich. Die Schärfe könnte besser sein, stellt jedoch kein zu großes Problem dar. Tonmäßig gibt es mit Monospuren auf Deutsch und Englisch weder Überraschungen noch werden Beifallsstürme beim Zuschauer ausgelöst.
Neben dem Trailer gibt es keinerlei Bonusmaterial.
Fazit:
"Wonderwall" ist ein sehr seltsames Überbleibsel aus den 1960er Jahren, das mit einer merkwürdigen Story und ebenso merkwürdiger Musik von George Harrison aufwartet. Der Film wird in erster Linie Fans des Ex-Beatles oder Sammler von Werken aus dieser Zeit ansprechen - auch in Anbetracht der Tatsache, dass die DVD technisch eher Durchschnitt ist und kein nennenswertes Bonusmaterial zu bieten hat.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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85:05 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Wonderwall
Wonderwall
Seltsames Voyeur-Drama mit Musik von George Harrison
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1968 Regie: Joe Massot Drehbuch: G. Cabrera Infante Darsteller: Jack MacGowran, Jane Birkin, Irene Handl, Richard Wattis, Iain Quarrier
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 22.05.2008
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