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DVD-Besprechung - Bone Dry
Story:
Eddie (Luke Goss) war eigentlich nur auf dem Rückweg zu seiner Familie, allerdings hält ihm bei einer Pinkelpause plötzlich jemand eine Pistole an den Kopf und schlägt ihn nieder. Als er aufwacht, muss er realisieren, dass ihn offensichtlich jemand ohne großartige Hilfsmittel mitten in der Wüste ausgesetzt hat. Lediglich ein Walkie Talkie trägt er bei sich, über das sich auch schon nach kurzer Zeit Jimmy (Lance Henriksen) meldet und ihm aufträgt, immer nach Norden zu wandern. Bei Nichtbefolgung seiner Befehle droht er Eddie zu erschießen und seine Familie zu töten. Auf dem Weg durch die Wüste wird Eddie ständig von Jimmy überwacht und muss dessen zahlreiche Fallen überleben.
Meinung zum Film:
"Bone Dry" stammt aus der Feder des amerikanischen Regisseurs Brett A. Hart, der auch zusammen mit Jeff O`Brien das Drehbuch schrieb und zudem auch noch als Produzent tätig war. Jeff O`Briens Vita ist dabei alles andere als vielversprechend, finden sich doch in seiner Filmographie nur B-Gurken aus dem Action-, Horror- und Science-Fiction-Bereich, die alle in der IMDb und/oder OFDb mit extrem niedrigen Bewertungen abgewatscht wurden. "Bone Dry" war zugleich die erste und bisher letzte Arbeit von Brett A. Hart. Bei seinem Debüt konnte er aber mit dem Engländer Luke Goss ("Unearthed") und dem amerikanischen Schauspielveteran Lance Henriksen ("Die Reiter der Apokalypse") auf durchaus fähige Mimen mit einschlägigem Namen zurückgreifen.
"Bone Dry" ist im wesentlichen ein Zwei-Personen-Stück bei dem die Rollen des Jägers (Lance Henriksen) und des Gejagten (Luke Goss) zunächst klar verteilt sind. Über die Hintergründe beider Charaktere erfährt der Zuschauer leider fast überhaupt nichts, es ist zu Beginn lediglich bekannt, dass Eddie offensichtlich Familienvater ist, was in Verbindung mit Jimmys eher psychopathisch-sadistischem Auftreten keine Zweifel an der Rollenverteilung Gut/Böse aufkommen lässt. Diese "Informationssperre" ist ein Kunstgriff des Regisseurs, der ihm später wichtige Plot-Twists ermöglicht, darunter leidet aber leider auch die Identifikation mit dem Opfer Eddie. Zudem wirkt Eddie in seiner Pein zwar durchaus bemitleidenswert, Lance Henriksen in seiner bekannt einsilbigen Art bietet aber im Grunde für den Aufbau des Films eigentlich zuviel Identifikationspotential, denn er wird keinesfalls als sadistisches Schwein dargestellt und der Zuschauer hat eigentlich nie den Eindruck, dass ihm dieses Spiel auf Leben und Tod Freude bereitet. Neben den beiden wirklich überzeugenden Hauptdarstellern bietet "Bone Dry" auch noch eindrucksvolle (Wüsten-)Landschaftsaufnahmen, die die sengende Hitze beinahe spürbar machen, eine sehr gelungene und dynamische Kameraführung sowie eine stets passende und stimmungsvolle Musikuntermalung.
Leider steht diesen handwerklich wirklich überzeugenden Voraussetzungen ein wenig eindrucksvolles Drehbuch gegenüber. Die Story ist äußerst simpel, Eddie wird entführt, in der Wüste ausgesetzt und wird fortan rund um die Uhr von Jimmy überwacht, der im weiteren über das Leben von Jimmy bestimmt und ihn immer wieder demütigt oder ihm Fallen stellt. Über Jimmys Motivation erfährt der Zuschauer dabei rein gar nichts. Leider bestehen große Teile des Films einfach daraus, dass Eddie durch die Wüste latscht oder versucht Jimmy per Dialog aus der Reserve zu locken, was ihm aber nie gelingt. Der Film weist dadurch erhebliche Längen auf, was auch kleinere, durchaus nicht unclevere Plot-Twists nicht ändern können. Es entsteht der Eindruck, dass "Bone Dry" das Potenzial für einen wirklich guten Kurzfilm besessen hätte, als Langfilm aber an der Eindimensionalität der Geschichte und der Langatmigkeit des Drehbuchs scheitert. Nicht nur Eddie quält sich durch die Wüste, sondern auch der Betrachter kann mit der Story nicht zufrieden sein und hangelt sich mühsam von einem der zu weit auseinanderliegenden Höhepunkte zum anderen. Das Ende birgt zwar noch eine Überraschung und ist durchaus gelungen, wurde aber auch mit der schon erwähnten "Informationssperre" erkauft.
Digitale Aufarbeitung:
Bei der Bildqualität kann "Bone Dry" wirklich überzeugen und bietet keinen Grund zur Klage. Die DVD bietet eine wirklich gute Schärfe, satte Farben und einen ausgewogenen Kontrast, was angesichts des Wüstenszenarios sicherlich keine Selbstverständlichkeit ist. Die Tonspuren bieten zu jeder Zeit eine gute Verständlichkeit und sind auch in Hinsicht auf die Musikuntermalung ansprechend abgemischt. Großartige Raumklangeffekte werden allerdings nicht geboten.
Das Highlight im Bonusbereich ist sicher der engagiert vorgetragene Audiokommentar mit Regisseur Brett A. Hart und Hauptdarsteller Lance Henriksen, der viele Hintergrundinformationen bietet. Ein Minuspunkt sind allerdings die fehlenden Untertitel zum Audiokommentar. Das Making Of (19:17) ist daür leider ziemlich enttäuschend ausgefallen und bietet lediglich unkommentierte Bilder von den Dreharbeiten. Zudem gibt es noch den deutschen und englischen Trailer zum Film, einen längeren Pitch Trailer, also Standbilder aus dem Film, teilweise auch als Sequenz, mit Musik unterlegt, und abschließend noch eine einzelne Deleted Scene (1:52), optional auch mit dem Kommentar des Regisseurs.
Fazit:
"Bone Dry" ist ein handwerklich wirklich gelungener Film, dessen Drehbuch es aber an Tempo und Höhepunkten ebenso mangelt wie an größerer Tiefe. Der Film ist schlichtweg deutlich zu lang geworden und das Drehbuch besitzt eher das Potenzial für einen Kurzfilm, daran kann auch die eine oder andere clevere Wendung nichts ändern. Am Ende bleibt ein ziemlich durchschnittlicher Film, aus dessen interessanten Ansätzen weit mehr hätte entwickelt werden können. Technisch ist die DVD sehr gelungen, im Extrabereich überzeugt aber im Grunde nur der interessante Audiokommentar.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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99:28 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mitRegisseur Brett A. Hart und Hauptdarsteller Lance Henriksen
- Making Of
- Deutscher Trailer
- Englischer Trailer
- Pitch Trailer
- Deleted Scene
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Bone Dry
Bone Dry
"Bone Dry" bietet viele gute Ansätze, scheitert aber letztendlich am langatmigen und eindimensionalen Drehbuch
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: Brett A. Hart Drehbuch: Brett A. Hart, Jeff O`Brien Darsteller: Luke Goss, Lance Henriksen, Dee Wallace, Jennifer Siebel, Tommy "Tiny" Lister, Carl Buffington
Label :
Atomik Films
Verkaufsstart : 19.06.2008
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