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DVD-Besprechung - Highlander - Die Macht der Vergeltung
Story:
Der unsterbliche Colin MacLeod reist durch die Jahrhunderte, auf der Suche nach Vergeltung. Er will Rache an seinem
ebenfalls unsterblichen Erzfeind Marcus Octavius nehmen, denn dieser war es, der einst - zu Zeiten des Römischen Reichs -
Colins große Liebe tötete.
Meinung zum Film:
Wir befinden uns im Jahr 2187. Nach einem Jahrhundert des Terrorismus und der globalen Erwärmung ist die Welt Chaos und Zerstörung zum Opfer gefallen. Es gibt keine Länder mehr, sondern nur noch Stadt-Staaten - bewaffnete Festungen, die von Möchtegern-Königen regiert werden. Eine dieser Städte ist New York, wo ein langhaariger Herrscher das Zepter schwingt. Wie sich im Lauf der Geschichte herausstellt, handelt es sich dabei um niemand Geringeren als den römischen Tribun Marcus Octavius - der ein Unsterblicher ist. Allerdings steht nicht er im Mittelpunkt der Handlung, sondern vielmehr der "Highlander" Colin MacLeod. Dieser hat noch eine alte Rechnung mit Marcus offen (zur Zeit des Römischen Reichs ließ Octavius Colins Frau kreuzigen) und durchstreift deshalb die Jahrhunderte auf der Suche nach Vergeltung. Es kam bereits zu zahlreichen Begegnungen zwischen den beiden, doch immer zog Colin am Ende den Kürzeren und entkam nur knapp dem Tod. Nun stellt sich natürlich die Frage, ob er es diesmal schaffen wird und dabei gleichzeitig auch noch der Widerstandsbewegung aus dem städtischen Untergrund, auf die er zufällig trifft, ihren früheren Lebensraum zurückerobern kann.
Für sich genommen, ist "Highlander - Die Macht der Vergeltung" ein ganz ordentlicher Film, der alle Erwartungen erfüllt, die man an einen Action-Anime hat. Es gibt gute Kampfszenen, zahlreiche Explosionen und die Story ist auch nicht zu übertrieben dünn. Wenngleich sich der Plot in ziemlich wenigen Worten zusammenfassen lässt, erhält die Geschichte durch das Motiv der Vergeltung und das daraus resultierende Aufeinandertreffen alle paar hundert Jahre von Marcus und Colin zumindest etwas Tiefgang. Allerdings liegt in eben diesem Motiv auch in gewisser Weise die Schwäche des Films, wenn man ihn als Teil der "Highlander"-Reihe betrachtet. Denn sicher gab es dort immer mal wieder Racheakte, doch nicht in dem Ausmaß, das dieses Element in "Die Macht der Vergeltung" einnimmt. Sowohl Connor als auch Duncan MacLeod, die Helden der Kinofilme bzw. TV-Serie, ließen nie ihr Leben von Rache bestimmen. Eine Philosophie wie die von Colin, nach dem Motto "Ich will nur Marcus, das Schicksal der Menschheit interessiert mich nicht", wäre den anderen Highlandern völlig fremd gewesen. Dies macht einerseits zwar den Reiz von "Die Macht der Vergeltung" aus, denn als Zuschauer ist man natürlich gespannt, ob es letztlich vielleicht doch noch etwas außer reinem Hass in Colin gibt. Allerdings könnte die Richtung, in die sich der Film auf Grundlage dieses Motivs bewegt, unter Umständen nicht allen Highlander-Fans wirklich zusagen. Zudem ist die Geschichte um die Herkunft Colins etwas seltsam. Denn er stieß erst knapp 1000 Jahre nachdem er zum Unsterblichen wurde zum Clan, ist also kein echter Verwandter von Duncan und Connor. Vielmehr wurde er vom Clan sozusagen adoptiert, aufgrund seiner Heldentaten.
Unabhängig von der inhaltlichen Qualität des Films ist leider die deutsche Synchronisation sehr ärgerlich, bei der jeden Highlander-Fan das kalte Grausen überkommt. Zunächst einmal passen die deutschen Stimmen nicht besonders zu den Figuren und wirken wie aus einer billig produzierten Anime-Serie. Das viel größere Problem stellen jedoch die absolut schlechten Übersetzungen dar, die sich an keine der bekannten Highlander-Traditionen halten. Anstatt die Figur - wie eigentlich üblich - als "Colin MacLeod vom Clan der MacLeods" vorzustellen, gibt der deutsche Sprecher ein ungelenkes "Colin MacLeod von dem MacLeod-Clan" von sich. Zudem wird das "Quickening" (die blitzreiche Energieentladung nach dem Enthaupten) zur "Urkraft" gemacht, obwohl es bei uns in Folge der Serie und der Filme unter der Bezeichnung "Erneuerung" bekannt ist. Da der Film in erster Linie Highlander-Fans ansprechen soll, ist diese Vorgehensweise nicht nachvollziehbar. Wenn etwas unter dem "Highlander"-Label veröffentlicht wird, sollte sich auch das Synchronstudio mit den entsprechenden Konventionen vertraut machen.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität des Trickfilms ist durchaus überzeugend. Der anamorphe Transfer glänzt durch eine gute Farbwiedergabe und das Fehlen von kompressionsbedingten
Schwächen. Allerdings rauscht das Bild in einigen Sequenzen etwas, wenngleich nicht allzu auffällig. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch vor. Während die deutsche Synchronisation in Dolby Digital 5.1 enthalten ist, gibt es die Originalversion nur in Dolby Digital 2.0. Letztere hört sich aber - erstaunlicher- und unverständlicherweise - deutlich besser an als die deutsche Variante. Bei der deutschen 5.1-Fassung klingt der Center leider sehr belegt und blechern, fast wie ein altes Radio. Zudem macht die Abmischung einen sehr unausgewogenen Eindruck. Hier sollte man als Zuschauer definitiv auf die englische Version zurückgreifen (auch in Anbetracht der nicht so gelungenen Synchronisation). Wenn man dazu noch an seinem Verstärker den ProLogic-Modus auswählt, bekommt man guten Klang mit satten Effekten geboten, der räumlicher wirkt als die "echte" 5.1-Spur auf Deutsch.
An Extras gibt es erfreulicherweise einiges zu sehen. Neben dem Trailer und einer rund sechsminütigen Bilderschau, die u.a. Produktionsskizzen, Charakterstudien und Fotos zeigt, findet man hier ein neunminütiges Interview mit dem Regisseur sowie knapp 13 Minuten Infos über die Entstehungsgeschichte. Bei letzterer Featurette handelt es sich allerdings nicht wirklich um ein Making Of, da es hauptsächlich darum geht, wie es zu der Idee "Ost-Animation trifft West-Actionheld" kam. Über die eigentliche Produktion erfährt man hingegen leider kaum etwas.
Fazit:
Wenngleich "Highlander - Die Macht der Vergeltung" nicht unbedingt ins typische "Highlander"-Schema passt, handelt es sich um einen gelungenen Anime, der durch eine mehr oder weniger tiefgründige Story und gelungene Actionszenen überzeugt. Die DVD präsentiert den Film ansprechend und auch die Extras gefallen. Lediglich um die deutsche Tonspur sollte man einen großen Bogen machen, denn leider sind weder Synchronisation noch Abmischung gelungen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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82:23 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Bildstudien
- Making of
- Interview mit Regisseur Yoshiaki Kawajiri
- Trailer
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Highlander - Die Macht der Vergeltung
Highlander - The Search for Vengeance
Gelungener Anime mit schwacher Synchro
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: Yoshiaki Kawajiri Drehbuch: David Abramowitz
Label :
Ascot Elite
Verkaufsstart : 19.06.2008
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