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DVD-Besprechung - Grizzly Park
Story:
Ranger Bob (Glenn Morshower) zieht zusammen mit 8 Jugendlichen, die von einem Gericht zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert wurden durch einen geschlossenen Nationalpark, um dort Müll aufzusammeln. Ganz alleine ist man im Wald zwar ohnehin nie, doch eine entflohener Serienkiller und ein wildgewordener Grizzly Bär sorgen für aufregende Zeiten bei den verordneten Naturfreunden.
Meinung zum Film:
Was für ein Film! Selbst wer schon vieles gesehen hat auf dem Sektor des Horrorfilms, dürfte so eine wilde Mischung wie „Grizzly Park“ bislang noch nicht im Player gehabt haben. Dass die jugendlichen Protagonisten in diesem Genre meist nach Klischee-Schablonen angefertigt werden und mit platten Dialogen überwiegend als blankes Kanonenfutter dienen, ist ganz sicher nichts neues. Was Autor und Regisseur Tom Skull seinem Publikum in seinem Erstlingswerk jedoch präsentiert, stellt alles diesbezüglich Dagewesene in den Schatten. Die Figuren fallen derart übertrieben in ihrem Handeln aus, dass sie schon fast als groteske Karikaturen eines einseitigen Klischeedenkens umschrieben werden können. Das Dummchen ist hier nicht nur naiv, sondern steht garantiert im "Guiness Buch der Rekorde" als leichtgläubig-kindliches Meisterwerk. Der „White Power“ Möchtegern-Nazi entpuppt sich sehr schnell als Latino-Liebhaber und Sensibelchen. Auch die verwöhnte Göre ließ es sich natürlich nicht nehmen, teuere Markensandalen und als Ersatz, Schuhwerk mit Absatz für den Gang durch den Wald mitzunehmen.
Aber auch inhaltlich wird so einiges geboten, was man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. Es beginnt mit einem Serienkiller auf der Flucht, der sich als Justizmitarbeiter in die Gruppe schmuggeln kann, doch schon recht früh Bekanntschaft mit unserem Freund, den Grizzly macht und fortan keine Rolle mehr spielt. Der smarte Computerfreak kennt natürlich eine Abkürzung zum Basislager und entfernt sich zusammen mit einem der Mädchen unbemerkt von der Gruppe– wohlgemerkt, es handelt sich um 9 Personen, die einsam und geschlossen durch den Wald ziehen und niemand bemerkt das Fehlen von 2 Personen, bis man nach ewiger Zeit am Lager eingetroffen ist. Natürlich klappt es mit der Abkürzung dann doch nicht und man landet auf Grund von unzuverlässigen GPS-Daten mitten im Nirgendwo. Und wer hätte es gedacht, die von Ranger Bob angesprochenen Wolfsfallen nebst den eigentlichen Opfern dieser sind auf dieser Strecke tatsächlich vorhanden und unsere beide Ausreißer machen natürlich Bekanntschaft mit beiden. Doch der disziplinierte Ranger Bob lässt sich von alldem nicht beirren und mit hartem Blick steht er jede Krise durch. Glenn Morshower, der vielen als "Secret Service"-Agent Aaron Pierce aus der TV-Serie „24“ bekannt sein dürfte, spielt den schrägen Ranger mit dem stolz eines Mounties, was einer gewissen Komik nicht entbehren kann, da er im Grunde nur einen einzigen Gesichtsausdruck kennt.
Dass die Dialoge an Plattheit kaum zu überbieten sind, ist sehr schnell zu erahnen und irgendwann wird sich jeder die Frage stellen „Ist das hier nun alles ernst gemeint, oder nimmt der Regisseur das Horrorgenre nur aufs Korn?“. Und diese Frage ist eine gute Frage, die sich auch Tom Skull mehrfach während des Drehs gestellt haben dürfte. Stellenweise gleitet das Szenario derb in den Klamauk ab, in den letzten 20 Minuten wird es dann aber doch, natürlich nur so weit es die Charaktere überhaupt erlauben, ernst und spannend. Zudem gibt es im Verlauf auch den ein oder anderen blutigen Effekt geboten, wobei manch einer schon wieder so übertrieben in Szene gesetzt wurde, dass dieser komödiantische Züge enthält. Wenn dann im Abspann der vorher schon einmal im Filme genutzt Happy-Camper-Song „I met a bear“ geträllert wird, sitzt man als Zuschauer noch immer fassungslos im Sessel, lässt den fröhlichen Mitsing-Kindergarten-Song auf sich einwirken und stellt sich immer wieder die Frage, was man da eigentlich gerade gesehen hast. Sicher ist, dass „Grizzly Park“ ganz sicher alles andere als ein guter Film ist. Ebenso sicher ist aber auch, dass der Film so abgedreht, unschlüssig und trashig ist, dass er schon wieder irgendwie Spaß macht. Aber nein, besser wird er durch diese Erkenntnis auch nicht. Da helfen auch eine alberne Wendung zum Ende und der finale Gag am Schluss nicht weiter.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist ganz ordentlich und die Schärfe liegt die meiste Zeit über auf einem guten Durchschnittslevel. Lediglich größere Flächen, die bei Bildschwenks oder schnelleren Bewegungen etwas matschig erscheinen, stellen kleinere Probleme dar, die aber nicht unbedingt weiter stören. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut abgemischt und hat auch den ein oder anderen satten Ton im Repertoire.
Extras gibt es keine auf der DVD zu finden. Wer mehr über den Dreh erfahren möchte, ist somit gezwungen, sich die Videos auf der offiziellen Website zum Film anzuschauen. Dass diese nicht den Weg auf die DVD gefunden haben, ist schon ein wenig traurig.
Fazit:
„Grizzly Park“ ist rationell betrachtet richtig schlecht. Dies aber auf eine Art und Weise, die ihn schon wieder irgendwo sehenswert macht. Vom Serienkiller über die totale Ausschlachtung von Klischees bis hin zum würdevollen Parkwächter wird hier alles geboten, was man in bierseliger Laune mit Freunden für einen vergnüglichen Abend braucht. Aber auch wirklich nur dafür.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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91:23 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Grizzly Park
Grizzly Park
Der Film ist so platt, dass er fast schon wieder unfreiwillig gut ist
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008 Regie: Tom Skull Drehbuch: Tom Skull Darsteller: Glenn Morshower, Emily Foxler, Zulay Henao, Julie Skon, Jelynn Rodriguez, Randy Wayne, Shedrack Anderson III, Kavan Reece, Trevor Peterson
Label :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart : 30.05.2008
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