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DVD-Besprechung - A Man Called Hero

Story:
Hero flieht vor einer japanischen Killerbrigade in die USA, dabei lässt er seine Frau und seinen Sohn in China zurück. Auf der Flucht kommt es zu einem erbitterten Gefecht mit einem amerikanischen Sklaventreiber und dem japanischen Killerkomando, seither gilt Hero als vermisst. 16 Jahre später macht sich Kimu, sein Sohn, auf die Suche. Als er seinem lebenden Vater wahrhaftig gegenübersteht, müssen die beiden feststellen, dass die japanischen Killer keineswegs aufgehört haben, nach Hero zu suchen und der gnadenlose Kampf geht weiter...

Meinung zum Film:
Nein, "A Man Called Hero" hat nichts mit dem ähnlich betitelten Jet-Li-Streifen zu tun. Vielmehr handelt es sich hierbei um die filmische Adaption des chinesischen Comics "Zhong Hua Ying Xiong", der in der westlichen Welt auch als "Chinese Hero" oder "Blood Sword" bekannt ist. Gedreht wurde der Film von Regisseur Andrew Lau, der vielen vor allem durch den brillianten "Infernal Affairs" ein Begriff sein dürfte. Die meisten Zuschauer kennen aber wohl eher das amerikanische Remake von Martin Scorsese, das es unter dem Titel "Departed - Unter Feinden" zu mehreren Oscars, u.a. sowohl für die beste Regie als auch für den besten Film schaffte. Ob zu recht, soll mal dahingestellt bleiben. Tatsache ist jedoch, dass im Vergleich zu der verwestlichten Version das chinesische Original in unseren Gefilden stark unterbewertet wird.

Ein Problem, das "A Man Called Hero" nicht wirklich hat, denn dort gibt es nicht unbedingt viel, das unterbewertet werden könnte. Leider ist der Film nämlich insgesamt sehr mittelmäßig. Das fängt schon bei der furchtbar uninteressanten und nichtssagenden Story an, die sich in viel zu viele Nebengeschichten aufspaltet, denen jedoch unverständlicherweise später keine Beachtung mehr geschenkt wird. Wozu macht man die Geschichte denn so unnötig kompliziert, wenn am Ende des Films keiner der übertrieben vielen Handlungsstränge in irgendeiner Form aufgelöst wird noch sonst irgendwie Sinn ergibt? Da führt man hier mal eben schnell einen zusätzlichen Love Interest ein, dort taucht mal - mir nichts, dir nichts - eine verschollene Schwester in Erscheinung ... nur, um dann letzten Endes nie wieder erwähnt zu werden und am Schluss beim Zuschauer das unbefriedigende Gefühl zurückzulassen, man habe was verpasst oder es müsse eine Fortsetzung geben.

Doch nicht nur beim Drehbuch sieht es mau aus. Auch optisch kann der Film leider nicht gerade viel bieten. Wäre "A Man Called Hero" ein Krimi, Thriller oder auch eine Romanze, hätte er vielleicht noch funktioniert, denn die realistischen Szenen sind durchaus gut in Szene gesetzt. Sobald aber die Fantasy-Elemente hinzukommen, geht das große Trauerspiel los. Diese wirken nämlich nicht nur absolut fehl am Platz, sondern auch noch trashig und geradezu peinlich billig. Wenngleich der Film aus dem Jahr 1999 stammt, hätte das einfach besser gehen müssen. Pixar hat bereits Mitte der 1980er professionellere Animation hinbekommen. Völlig unverständlich, dass es die Chinesen dann fast 20 Jahre später nicht zu schaffen scheinen. Die CGIs sehen aus wie aus einem billigen Computerspiel und man mag irgendwann gar nicht mehr hinschauen. Zudem stimmt die Atmosphäre irgendwie nicht. Der Film soll gegen 1900 bis 1920 spielen, doch der Film kann diesen Zeitsprung nicht richtig vermitteln. Die Settings und auch die Kostüme sehen zwischenzeitlich immer wieder viel zu modern aus. Die Chance, diese Atmosphäre durch die Beleuchtung oder generell die Kameraarbeit herzustellen, wurde leider ebenfalls vertan. Zusammen mit der sehr verworrenen Storyline, die nicht wirklich aufgelöst wird, macht das aus "A Man Called Hero" einen Film, der zwar nicht der schlechteste aller Zeiten ist, aber auf der anderen Seite auch keinen besonders großen Unterhaltungswert hat.  

Digitale Aufarbeitung:
Die DVD-Umsetzung ist - im Gegensatz zum Film - mehr oder weniger im guten Bereich anzusiedeln. Der Transfer bietet natürliche Farben und ein relativ unauffälliges Rauschverhalten, dafür hätte die Schärfe jedoch etwas besser ausfallen können. Tonspuren liegen in Deutsch sowie im kantonesischen Originalton vor. Die Synchronisation ist nicht schlecht, nimmt den Dialogen aber - wie so oft bei asiatischen Filmen - deutlich an Dynamik. Insgesamt ist der Sound gut abgemischt, die Effekte verteilen sich im Raum und in den wenigen Action-Sequenzen kommt dann auch mal der Bass kräftig zum Einsatz.

Für eine "Special Edition" ist das Bonusmaterial ein bisschen mager ausgefallen. Lediglich ein knapp 18-minütiges Making Of bekommt der Zuschauer geboten. Die ebenfalls erhältliche "Limited Gold Edition" beinhaltet übrigens keine zusätzlichen Extras zu "A Man Called Hero", sondern lediglich Andrew Laus Vorgängerfilm "Stormriders" auf einer zweiten DVD.

Fazit:
"A Man Called Hero" hätte durchaus Potenzial gehabt, das jedoch vollkommen verschenkt wurde. Das Drehbuch hat so viele Probleme, dass sie sich schon nicht mehr zählen lassen, und die Spezialeffekte - wenn man sie denn wirklich so nennen möchte - sind einfach unsagbar schlecht. Die DVD ist technisch passabel und wenn man ganz viel Langeweile hat, kann man sich den Film auch schon mal ansehen. Das trägt zwar nicht wirklich zur Unterhaltung bei, sehr viel langweiliger dürfte einem davon aber dann auch nicht mehr werden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
104:32 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Kantonesisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
A Man Called Hero - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
A Man Called Hero
Zhong hua ying xiong

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Lahmes Kung-Fu-Abenteuer mit schwachen Effekten


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hongkong, 1999
Regie:
Andrew Lau
Drehbuch:
Manfred Wong
Darsteller:
Ekin Cheng, Qi Shu, Kristy Yang, Nicholas Tse, Biao Yuen

Label Deutschland :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
30.05.2008