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DVD-Besprechung - Film Noir Collection #2: Spiel mit dem Tode
Story:
Earl Janoth (Charles Laughton), der unumstrittene Herrscher eines riesigen Zeitschriftenimperiums, tötet eines Abends im Affekt seine Geliebte Pauline York (Rita Johnson). Mit Hilfe seines engsten Vertrauten Steve Hagen (George Macready) verwischt er daraufhin alle Spuren und setzt den Chefredakteuer seines Kriminalmagazins "Crimeways", George Stroud (Ray Milland), darauf an, einen Sündenbock für den Mord ausfindig zu machen. Es handelt sich dabei um den Mann, der sie an diesem Abend zuvor begleitet hat. Dabei handelt es sich aber ausgerechnet um George Stroud selbst, der fortan auf der Jagd nach sich selbst den wahren Täter ausfindig machen muss.
Meinung zum Film:
"Spiel mit dem Tode", der zweite Teil der Film-Noir-Reihe von Koch Media nach "Die blaue Dahlie", basiert auf dem Roman "The Big Clock" des amerikanischen Schriftstellers Kenneth Fearing, welcher sich stark an ein Werk von Samuel Fuller ("Schock-Korridor") namens "The Dark Page" anlehnt. Der Stoff wurde 1987 unter dem Titel "No Way Out - Es gibt kein Zurück" mit Kevin Costner und Gene Hackman in den Hauptrollen neu verfilmt. Diese Adaption geriet jedoch deutlich freier und der Spielort wurde ins Pentagon verlegt. In den Hauptrollen von "Spiel mit dem Tode" finden sich mit Charles Laughton ("Meuterei auf der Bounty"), der in seiner Rolle als Medientycoon ein wenig an "Citizen Kane" erinnert, und Ray Milland ("Lebendig begraben") zwei erfahrene, britische Charakterdarsteller.
"Spiel mit dem Tode" ist für einen Film Noir in vielerlei Hinsicht äußerst ungewöhnlich. Typische bestimmende Motive wie Gier nach Geld bzw. Lustbefriedigung oder auch Gewalt als probates, gerne angewandtes Mittel, fehlen hier weitestgehend. Zudem baut der Film keineswegs eine extrem düstere Grundstimmung innerhalb einer Welt auf, die von korrupten Charakteren mit selbstsüchtigen Zielen bevölkert wird. Vielmehr enthält der Film zahlreiche Elemente zeitgenössischer Komödien und bedient, sich z.B. im Hinblick auf die ständig verschobene Hochzeitsreise der Strouds oder allgemein die Rolle von Mrs. Stroud, auf typisch amerikanische Screwball-Komödien. Zudem bevölkern diverse skurille Charaktere den Film, wie z.B. die exzentrische Künstlerin Louise Patterson, gespielt von "Frankensteins Braut" Elsa Lanchester, die stets mit einem irre anmutenden Lachen aufwartet.
Was darunter zu Beginn leidet, ist allerdings die Spannung, zumal ja auch der Täter, bzw.die wahren Hintergründe der Tat, dem Zuschauer längst bekannt sind, er also dem unfreiwillig in die Klemme geratenen George Stroud deutlich voraus ist. Mit zunehmender Spielzeit zieht sich die Schlinge um den Antihelden jedoch immer enger und der Spannungsbogen gewinnt stetig an Intensität. Das ganze gipfelt in einem relativ furiosen Finale, dessen Brisanz sich vor allem aus der Atmosphäre des mittlerweile für Stroud äußerst beengt wirkenden, riesigen Verlagsgebäudes und des Zeitdrucks, unter dem er seine eigenen Ermittlungen voranbringen muss, speist.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild weist eine gute Schärfe und einen ausgewogenen Kontrast auf, allerdings auch ein ziemlich starkes Bildrauschen. Dafür gibt es aber so gut wie keine Beschädigungen oder Verschmutzungen. Insgesamt ist die Bildqualität dieser DVD gegenüber der ersten Veröffentlichung der Reihe etwas besser. "Spiel mit dem Tode" verfügt, neben der englischen Originaltonspur, gleich über zwei auswählbare deutsche Tonspuren. Das ist zum einen die originale deutsche Kinosynchronisation zum anderen eine deutsche Neusynchronisation. Die alte deutsche Kinotonspur klingt leider relativ dumpf und wurde scheinbar auch stärker rauschgefiltert, was die Verständlichkeit leider manchmal ein wenig beeinträchtigt. Die Neusynchronisation klingt hingegen glasklar, dadurch aber auch schon weniger atmosphärisch und ein wenig steril, auch wenn die Musikeinlagen hier am dynamischsten wirken. Für die Neusynchronisation wurden zwar prominente Synchronsprecher ausgewählt, gerade die Wahl von Norbert Langer, bekannt als deutsche Stimme von Tom Selleck, für Ray Milland wirkt aber beispielsweise eher unpassend. Technisch schneidet die englische Tonspur am schwächsten ab, da sie die gleichen Probleme wie die deutsche Kinosynchronisation aufweist, zudem aber auch noch ziemlich dumpf und blechern daherkommt. Auf der DVD befinden sich außerdem noch zuschaltbare englische Untertitel, die räumlich direkt den Sprechern zugeordnet werden.
Die DVD wird in einem Slim-Digipak ohne Schuber ausgeliefert. Das 12-seitige Booklet ist eingeklebt
und beschäftigt sich u.a. mit der Buchvorlage, dessen Urheber und den Mitwirkenden des Films. Diese Hintergrundinfos belaufen sich jedoch lediglich auf sieben Textseiten in ziemlich großer Schrift. Die DVD selbst enthält lediglich den englischen Originalkinotrailer und eine Bildergalerie mit seltenem Werbematerial.
Fazit:
"Spiel mit dem Tode" ist ein sehr ungewöhnlicher Film Noir mit zwei herausragenden Hauptdarstellern, der neben diversen Komödienelementen aber z.B. auch satirische Seitenhiebe auf das kapitalistische System enthält. Nicht nur deshalb benötigt er, gerade was den Spannungsbogen betrifft, aber auch einen längeren Anlauf, um in Fahrt zu kommen. Die Spannung des Films steigert sich dann aber stetig und mündet, durch die ständige Verkleinerung des Handlungsraums und den enormen Anstieg des zeitlichen Drucks, schließlich in einem dramatischen Herzschlagfinale.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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91:32 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Original Kinotrailer
- Bildergalerie mit seltenem Werbematerial
- 12-seitiges Booklet
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Spiel mit dem Tode
The Big Clock
Ein Mann jagt sich selbst und keiner außer ihm selbst weiß es
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1948 Regie: John Farrow Drehbuch: Jonathan Latimer (basierend auf einem Roman von Kenneth Fearing) Darsteller: Ray Milland, Charles Laughton, Maureen O'Sullivan, George Macready, Rita Johnson, Elsa Lanchester
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 23.05.2008
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