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DVD-Besprechung - Towards Darkness - Dem Ende entgegen
Story:
Josè Gutierrez (Roberto Urbina) wird nach seinem Studium in den USA bereits kurz nach der Rückkehr in sein Heimatland Kolumbien von Entführern gekidnappt, aber offensichtlich ohne politischen Hintergrund. Seine wohlhabenden Eltern erhalten eine erhebliche Lösegeldforderung von 500000 Dollar und schalten aufgrund mangelnden Vertrauens zu den örtlichen Polizeibehörden eine erfahrene US-Agentur mit Ex-Geheimdienstleuten als Unterhändler ein. Die Agentur kann das Versteck der Entführer per Fangschaltung ungefähr orten und zieht ein spezielles, bewaffnetes Einsatzkommando hinzu, während parallel auch ein Geldbote unterwegs ist, der jedoch auf dem Weg zu den Entführern erheblich aufgehalten wird.
Meinung zum Film:
Der kolumbianische Regisseur und Drehbuchautor José Antonio Negret ("Darkness Minus Twelve") ließ sich bei seinem Langfilmdebüt von Entführungsfällen eigener Familienmitglieder inspirieren. Aufgrund der schwierigen Drehbedingungen wurde der Film allerdings nicht in seinem Heimatland, sondern im landschaftlich ähnlichen Panama gedreht. Auch dort gab es jedoch, besonders wegen der dortigen Regenperiode mit unkalkulierbaren klimatischen Umständen, einige Schwierigkeiten. Die bekanntesten Darsteller des Films sind America Ferrera ("Echte Frauen haben Kurven"), die auch als ausführende Produzentin beteiligt war, William Atherton ("Stirb Langsam 2") und David Sutcliffe ("Gilmore Girls").
"Towards Darkness" entpuppt sich schon relativ früh als Entführungsdrama, das die letzten 90 Minuten des Opfers schildert, und keineswegs, wie beworben, als Thriller. Leider muß man dem Film als Hauptmanko auch das Fehlen jeglicher Spannung anlasten. Das liegt vor allem an der übertrieben sperrigen Erzählweise. Zum Einstieg des Films wird Josè direkt entführt und in den Dschungel verschleppt, der Zuschauer weiß zu diesem Punkt weder etwas über die Hintergründe der Entführung noch des Opfers. Josès gegenwärtiges Handeln besteht lediglich daraus, dass er gefesselt und geknebelt in seiner kargen, steinigen Zelle vor sich hin vegetiert, lediglich einige seiner Gedanken werden als Stimme aus dem Off in den Film eingebaut. Der Film beginnt nun weitere Akteure in den Film einzuführen, beispielsweise die Eltern des Entführten, die Mitarbeiter der amerikanischen Agentur oder auch die Entführer selbst, die nun, ebenso wie Josè, durch Rückblenden genauer charakterisiert werden. Leider wirken diese Rückblenden zu Beginn ohne nähere Kenntnis der Akteure extrem verwirrend und konfus.
Überhaupt ist auch der gesamte Schnitt des Films eher unstet und auf ständige Unruhe ausgerichtet. Es kommt ständig zu spontanen Zeit- und Ortswechseln oder schnelle Schnittfolgen werden mit häufigen Aufnahmen wackeliger Handkameras kombiniert. Während die Rückblenden vor allem dazu dienen, die Charaktere näher zu umreißen, geht der Erzählfluss des Films völlig verloren, auch der Echtzeitcharakter und der Wettlauf gegen die Zeit wird dadurch vollkommen entdramatisiert. Rein politisch besitzt der Film keine tiefere Aussage und schwankt zwischen positiven und negativen Impressionen des täglichen Lebens in Kolumbien hin und her, ohne größere Einblicke in die Kultur, Historie und Lebenswelt des Landes zu gewähren. Dadurch wird der Entführungsfall leider extrem austauschbar und der Film bietet nichts, was nicht anderswo auch schon besser dagewesen wäre. Schauspielerisch und handwerklich ist der Film solide, bis auf eine wenig spannende Autoverfolgungsjagd gibt es allerdings keinerlei Action.
Digitale Aufarbeitung:
Wie auch im Bonusbereich zu sehen, wurde der Film farblich stark digital verfremdet, z.B. um einen deutlich kühleren Look herzustellen. Der Kontrast ist damit einhergehend teilweise auch sehr steil gestaltet worden. Das Bild weist eine gewisse produktionsbedingte Körnung auf, die jedoch nicht störend wirkt. Die Bildschärfe bewegt sich auf einem guten Niveau, bei homogenen Flächen macht sich die Kompression aber durch ein leichtes Blockrauschen bemerkbar. Die akustische Verständlichkeit ist bei allen Tonspuren gut gelungen, insgesamt ist der Film aber eher frontlastig geraten, lediglich bei den musikalischen Sequenzen werden auch mal die hinteren Boxen mit einbezogen.
Auf der DVD befindet sich neben dem Originaltrailer auch ein längeres Making Of (22:18) in größtenteils englischer Sprache ohne Untertitel. Hier kommen die Verantwortlichen und Mitwirkenden zu Wort, besonders ausführlich der Regisseur und Drehbuchautor José Antonio Negret, und berichten auf interessante Art und Weise beispielsweise über die schwierigen Dreharbeiten. Die "Color Grading Featurette" (4:29) erläutert anhand von Vorher-/Nachher-Bildern den Übergang vom Ausgangsmaterial zum digital bearbeiteten und farblich anders akzentuierten endgültigen Material, wie es auch im Film verwendet wurde. Leider gibt es keinerlei Erläuterungen oder sonstige Informationen. Den Abschluss bildet noch eine Slideshow zum Film.
Fazit:
"Towards Darkness" ist ein Entführungsdrama, das sich viel zu sehr in Nebenschauplätze verrennt und die eigentliche Geschichte jegliche Dramatik und Spannung beraubt. Der massive Einsatz von Rückblenden zur näheren Charakterisierung sämtlicher Protagonisten wirkt zu Beginn sehr verwirrend, später stört er vor allem den Erzählfluss und bringt auch keine wirklich tieferen Erkenntnisse. Der Echtzeitcharakter der Geschichte kommt so fast gar nicht zum Tragen und die Actionarmut gepaart mit der Vielzahl der verwickelten Charaktere verhindert ein tieferes Eintauchen des Zuschauers in die Geschehnisse.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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87:57 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Originaltrailer
- Making Of
- Color Grading Featurette
- Slideshow
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Towards Darkness - Dem Ende entgegen
Hacia la oscuridad
Sperrig erzähltes, an Höhepunkten und Dramatik armes und sehr austauschbar wirkendes Entführungsdrama
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: José Antonio Negret Drehbuch: José Antonio Negret Darsteller: Roberto Urbina, America Ferrera, David Sutcliffe, Tony Plana, William Atherton, Alejandra Borrero
Label :
Bronson Entertainment
Verkaufsstart : 23.05.2008
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