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DVD-Besprechung - Todesgrüße von Gamma 03
Story:
Leyton Van Dyk (Stephen Boyd) hat eine Maschine erfunden, die die Gedankenkontrolle von Menschen durch elektromagnetische Wellen ermöglicht. Der Sohn des Projektverantwortlichen, Jim Handley (Brendon Boone), der zugleich Botschafts-Attachee der USA ist, wird jedoch von einer unbekannten Organisation erpresst, um den Transport der Maschine nach Australien zu sabotieren. Bei ausbleibender Kooperation soll seine gesamte Familie getötet werden. Die Organisation plant die Maschine auf hoher See zu stehlen und Jim ist das Werkzeug, welches das Gelingen dieses Planes erst möglich macht.
Meinung zum Film:
"Todesgrüsse von Gamma 03" basiert auf dem Roman "The two sides" des deutschen Science-Fiction-Autors und Wissenschaftlers Jesco von Puttkamer, auch bekannt unter dem Pseudonym Ralph Anders, der z.B. auch für "Star Trek - Der Film" als technischer Berater tätig war. Der Film heißt im Original deutlich passender "The Big Game" und besitzt keine inhaltliche Verbindung zum deutschen Titel. Es handelt sich auch nicht, wie immer wieder kolportiert, um einen Science-Fiction-Film. Lediglich die Gedankenkontrollmaschine ist die genretypische, beigemischte Zukunftsmusik eines ansonsten äußerst biederen Pseudo-Spionagethrillers. Auf der Rückseite wird der Film wie folgt beworben: "Dieser hochexplosive Actionthriller bietet alles, was das Genre benötigt: Internationale Stars, eine intelligente Geschichte, Erotik und eine gehörige Portion Spannung". Zunächst also zu den angeblichen internationalen Stars, die hier unter der Regie des Briten Robert Day ("Herrscherin der Wüste") aufspielen durften. Stephen Boyd ("Die Phantastische Reise") hatte zu diesem Zeitpunkt seinen Zenit längst überschritten, die TV-erprobte France Nuyen ("Tennis, Schläger und Kanonen"), ist hier lediglich ein exotisches Eyecandy und der englische Charakterdarsteller Ray Milland ("Spiel mit dem Tode") gewann zwar 1945 einen Oscar, seine Karriere verblasste aber spätestens seit den 60er Jahren und er musste sich zunehmend in preisgünstigen Science-Fiction- und Horrorfilmen verdingen. Der letzte im Bunde, Cameron Mitchell ("Minnesota Clay"), machte sich vor allem in den 60er-Jahren als Hauptdarsteller in italienischen Produktionen, z.B. Italo-Western und Sandalenfilme, einen Namen. Die Starpower des Films hält sich also insgesamt doch sehr in Grenzen.
Viel schlimmer als die blassen Altstars sind jedoch das vollkommen zusammenhangs- und konzeptionslose Drehbuch sowie der indiskutable eigentliche Hauptdarsteller Brendon Boone ("The Creeping Terror"), der nach diesem Film verständlicherweise nie wieder eine größere Rolle bekam. Selten gab es in einem Film einen vergleichbaren, unfreiwilligen Antihelden bar jeden Charismas. Boone stolpert hier wie ein geistig Minderbemittelter durch die Story und trägt stets nur einen jämmerlichen Gesichtsausdruck zu Markte, der an ein verzogenes Kleinkind erinnert. Ein Rätsel bleibt auch die Altersfreigabe ab 16 Jahren. Der Film liefert nämlich lediglich eine vollkommen harmlose Actionsequenz im Finale, die angepriesene Erotik existiert hingegen überhaupt nicht. Zwar kommt es wohl zu Beginn zu einer "beischlafähnlichen Begebenheit", davon sieht der Zuschauer aber erstens nichts und zweitens kann sich hinterher im Gespräch selbst der Antiheld nicht mehr daran erinnern...Einfach zum Weglaufen sind aber auch die eindimensionalen Charakterisierungen der Hauptfiguren. Die "Guten" wollen die Maschine der US-Regierung zur Verfügung stellen. Passenderweise reden sie häufig über eine friedlichere Welt, die diese Maschine ermöglichen könnte. Somit ist diese Maschine bei der weltgrößten pazifistischen Organisation, der US-Army, natürlich in den besten Händen...Die "Bösen" hingegen firmieren hier schlichtweg nur unter der Bezeichnung "die Organisation", und wollen die Maschine für nicht näher definierte, finstere Zwecke entwenden.
Zwischen diesen beiden Parteien entspinnt sich nun ein unglaublich öder und vorhersehbarer Wettlauf um die Erfindung, der zu großen Teilen auf einem Frachter auf hoher See spielt. Die Erzählweise ist dabei äußerst wirr, während man die Handlungen der meisten Charaktere überhaupt nicht nachvollziehen kann und ständig das Gefühl hat, das wohl im Drehbuch eine größere Anzahl von Seiten fehlte. Ins Bild passen auch die unglaublich banalen Dialoge, die fehlende Nachvollziehbarkeit der Story sowie Szenen, die immer wieder Kopfschütteln hervorrufen. Beispielsweise stürmt eine Spezialeinheit per Hubschrauber am hellichten Tag und unter MG-Beschuss das Schiff, oder Handley beweist die Verwertbarkeit seiner Erfindung , indem er Soldaten Autowracks in die Luft jagen lässt, die diese für Panzer halten. Der Schwachsinn hat zumindest in diesem Film scheinbar Methode...
Digitale Aufarbeitung:
Die DVD verfügt über eine gute Schärfe sowie natürliche und kräftige Farben. Auch der Kontrast weiß bis auf wenige Szenen zu überzeugen. Minimal beeinträchtigt wird die insgesamt für einen mehr als 30 Jahre alten Film wirklich sehr überzeugende Bildqualität lediglich durch ein paar kleinere Verschmutzungen und Defekte. Die deutsche Tonspur klingt glasklar und bietet dadurch eine sehr gute Verständlichkeit. Ganz anders hingegen die englische Originaltonspur, die tunlichst gemieden werden sollte, da sie nicht nur viel zu leise und schwachbrüstig abgemischt wurde, sondern zudem auch noch extrem schrebbelig und unnatürlich klingt. Zudem gibt es auch noch deutsche Untertitel, auch wenn diese einige Rechtschreibfehler aufweisen.
Auf der DVD befindet sich lediglich eine Bildergalerie mit Aushangfotos und Plakaten zum Film.
Fazit:
"Todesgrüsse von Gamma 03" ist so extrem schlecht, dass es absolut nichts an diesem Machwerk zu loben gibt und jede genauere Betrachtung des Films nur ständig neue Ärgernisse für den Zuschauer zu Tage fördert. Die eindimensionalen Figuren und die zwar vorhersehbare, aber äußerst wirr vorgetragene Geschichte, für die Logik und Spannung absolute Fremdwörter sind, vertreiben in kürzester Zeit jeden Zuschauer vom Bildschirm. Technisch ist die DVD bis auf die Originaltonspur sehr gelungen, Extras gibt es aber fast keine.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,66:1
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90:49 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Bildergalerie mit Aushangfotos/Filmplakaten
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Todesgrüße von Gamma 03
The Big Game
Versenkt alle Kopien dieses Films schnellstmöglich an der tiefsten Stelle des Marianengrabens
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südafrika / USA, 1972 Regie: Robert Day Drehbuch: Robert Day, Stanley Norman (basierend auf einem Roman von Ralph Anders) Darsteller: Stephen Boyd, France Nuyen, Ray Milland, Cameron Mitchell, Brendon Boone, Michael Kirner
Label :
Magic Picture
Verkaufsstart : 05.06.2008
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