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Die Welt in 10 Millionen JahrenAbgehört - Trau niemals einem CopNine

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DVD-Besprechung - Der Pate - The Coppola Restoration

Story:
New York in den 40er-Jahren. Vito Corleone (Marlon Brando) ist der Pate und einer der Dons, die als Oberhaupt einer mächtigen Verbrecherorganisation das organisierte Verbrechen in New York beherrschen. Nach einem strengen Ehrenkodex handelnd, der familiäre Werte und Ehre an oberste Stelle setzt, werden Prostitution, Alkoholschmuggel und Glücksspiel gelenkt. Als Virgil Sollozzo (Al Lettieri) versucht, auch das Rauschgiftgeschäft zum Teil der Operation zu machen, werden die Dons der einzelnen Familien vor eine Zerreißprobe gestellt, bei der vor allem die Corleone Söhne Michael (Al Pacino) und Sonny (James Caan) eine tragende Rolle spielen.

Meinung zum Film:
Anfang der 70er-Jahre setzten sich Francis Ford Coppola („Apocalypse Now“) und die Bosse von Paramount zusammen, um über die Verfilmung des Romans „Der Pate“ von Mario Puzo zu verhandeln. Coppola zählte zu der Zeit zwar als aufstrebender, talentierter Regisseur, hatte aber noch nichts handfestes vorzuweisen, um als Erfolgsregisseur zu gelten. Mario Puzo hatte nach seinem recht erfolgreichen Werk „Mamma Lucia“ gerade einen Nachfolger veröffentlicht, doch konnte damals niemand damit rechnen, dass „Der Pate“ so erfolgreich werden würde. Während dem Studio eine kleine Produktion vorschwebte, hatte Coppola etwas richtig Großes im Sinn, wodurch schon früh Unstimmigkeiten entstanden und das Projekt mehrmals bedrohlich auf der Kippe stand. Vor allem der Besetzung von Marlon Brando („Der letzte Tango von Paris“) als Familienoberhaupt stand man seitens des Studios skeptisch gegenüber, da er viel zu jung für die Rolle erschien, vor allem hinsichtlich seiner Filmsöhne, die tatsächlich nur wenig jünger waren als er. Auch der seinerzeit noch unbekannte Al Pacino („Heat“) erschien zu blass für die Rolle des Michael Corleone, weswegen viele lieber Robert Redford („Der Pferdeflüsterer“) in dieser Rolle gesehen hätte. Als Coppola aber erste Testscreenings veranstalt hatte, bekam er sowohl für das Budget, als auch für seine Besetzungswünsche grünes Licht.

Zu den Garanten für den Erfolg des Paten gehört Marlon Brando. Wie dieser mit ausgestopften Wangen und einem teils nur sehr schwer verständlichem Nuscheln Würde ausstrahlt ist meisterlich in Szene gesetzt. Es ist leicht anzunehmen, dass dieser Don wirklich das Oberhaupt ist, zu dem alle aufschauen und dem alle blind bis in den Tod folgen. Ein wenig anders ist dies bei Al Pacino, der seiner Rolle gerecht zu Beginn eher unscheinbar und schüchtern wirkt. Er hält sich aus den Familiengeschäften heraus und versucht ein ehrbares Leben zu führen. Doch durch tragische Ereignisse im Verlauf nimmt er immer mehr die Geschicke und die Verantwortung in seine Hand und tritt somit Stück für Stück das Erbe seines Vaters an. Vor allem der Moment, in dem Michael seinen ersten Mord begeht, ist erstklassig von Pacino umgesetzt. Die Mischung aus wilder Entschlossenheit, das zu tun, was getan werden muss, und der großen Angst und Unsicherheit davor, einen kaltblütigen Mord mit Folgen zu begehen, ist ganz große Schauspielkunst. Und diese emotionalen Momente sind es dann auch, die den Zuschauer auf die Seite der Corleones bringen, obwohl es nie außer Frage steht, dass die Familie skrupellos im Umgang mit ihren Feinden ist und mit eiserner Hand und Gewalt für Ordnung sorgt. Doch durch das Teilhaben am Familienleben, der großen Bedeutung von Ehre und gegenseitigem Respekt, fiebert man als Zuschauer bis zum Ende mit ihnen mit. Sehr gut abgestimmt auf den Tenor der Geschichte ist die sehr ruhige Inszenierung, die keine schnellen Schwenks und keine schnellen Schnitte bietet, sondern von einer langsamen Kameraarbeit geprägt ist, die für eine sehr persönliche Atmosphäre sorgt.

Im zweiten Teil der Saga, der zu den besten Sequels aller Zeiten gezählt wird, werden die Sympathien allerdings ein wenig neu gemischt. War der erste Film noch ein Thriller-Drama über den unfreiwilligen Aufstieg von Michael Corleone zum Don, bietet der Nachfolger mehr einen sehr eindringlichen Blick auf die Charaktere und ihre Antriebsmotive. Robert De Niro („Heat“) schlüpft hierbei in die Rolle des noch jungen Vito Corleone und er zeigt, welchen schweren, steinigen Weg Michaels Vater gehen musste, um seine Machtposition zu erreichen. Parallel dazu wird gezeigt, wie Michael sich an der Spitze beweisen und um seine Position kämpfen muss. Der abschließende dritte Film wird von vielen zwar als Abschluss der Saga angenommen, als eigenständiger Film aber eher verschmäht. Unter anderem ist es das eher moderne Ambiente, in dem nur noch wenig von der alten Welt voller Ehre und Respekt geblieben ist, das einigen übel aufstößt. Sicherlich war dies ein Zugeständnis an die neuen Zeiten, die spätestens 7 Jahre zuvor mit „Scarface“ eine neue Generation Gangster bekam. Aber trotz des ein wenig enttäuschenden Abschlusses hat die Pate-Trilogie bis in die heutige Zeit ihren Platz in der Zuschauergunst behalten können. Die erfolgreiche TV-Serie „Die Sopranos“ zitierte die Filme Woche für Woche. Vom Sopranos-Striplokal „Bada Bing“, was eine Anlehnung an einen Ausspruchs Sonny im ersten Film ist, bis hin zu den heiß geliebten Cannolis, gab es hier immer wieder neue Anspielungen zu entdecken. Bei der größten Internet-Filmdatenbank, der „IMDB“ steht „Der Pate“ auf Platz 1 der besten/beliebtesten Filme aller Zeiten, der zweite Film folgt bereits auf Platz 3. Die ersten beiden Pate-Filme konnten insgesamt 9 Oscars gewinnen und erhielten zusätzlich weitere 20 Nominierungen für die begehrte Trophäe. Und soviel Filmbegeisterte können sich nicht irren, wenn es um die Bewertung eines Films geht.

Digitale Aufarbeitung:
Nachdem Steven Spielberg Mitglied in der großen Paramount-Familie wurde, wurde er von seinem Freund Francis Ford Coppola darauf angesprochen, ob er nicht ein bisschen Geld für eine Restaurierung der ersten beiden „Der Pate“-Filme bei den Paramount-Bossen locker machen könne, da die Original-Negative immer mehr dem Verfall zum Opfer fielen und es schon bald zu spät sein könnte. Große Überredungskünste brauchte Spielberg dazu nicht und die nicht geringen Kosten wurden vom Studio übernommen. In mühsamer Arbeit wurde anschließend Material gesichtet und unter größter Vorsicht digitalisiert. Anschließend wurde der Film Frame für Frame von Schmutz und Defekten befreit, sowie ein Abgleich bei Farben und Kontrast vorgenommen. Das Ergebnis ist dann der Pate, wie ihn Coppola in den 70er-Jahren in die Kinos brachte. Manch einer wird die tiefen Schwarztöne und die sehr gesättigten Farben, die meist von Rottönen dominiert werden, als nicht optimal ansehen, da vorherige Veröffentlichungen deutlich heller erschienen. Doch was nun auf den DVDs enthalten ist, ist genau das, was Coppola im Sinn hatte. Lediglich beim 2. Film gibt es kleinere Unschönheiten in Form von gelegentlich auftauchenden Kompressionsartefakten, die durch das Verpacken von über 3 Stunden Film auf eine DVD-9 entstanden sind. Der deutsche Ton wurde ebenfalls noch einmal nachbearbeitet und während dieser bei der ersten Veröffentlichung für die ersten beiden Filme nur in Dolby Digital Mono vorlag, ist er nun in Dolby Digital 5.1 vorhanden. Dies wurde dadurch möglich, da eine komplett neue Synchronisation vorgenommen wurde, die eine sehr liebevolle Umsetzung erfuhr. Vielen dürfte es gar nicht auffallen, dass hier nicht die originale Synchro aus den 70ern vorliegt. Zum Glück wurde bei der 5.1-Aufbereitung kein aufgesetzter Effekttrack geschaffen, sondern fast nur durch den Soundtrack und die Umgebungsgeräuschen von den Surroundmöglichkeiten Gebrauch gemacht. Dies allerdings sehr effektvoll, was dem Seherlebnis noch zusätzlich Atmosphäre beschert. Für Puristen ist aber auch weiterhin die Mono-Tonspur beim ersten und zweiten Film auswählbar.

Das Bonusmaterial der ersten Box wurde komplett 1:1 übernommen und um eine zusätzliche Bonus-DVD erweitert. Wiederzufinden sind somit unter anderem die Audiokommentare von Regisseur Francis Ford Coppola zu jedem Film mit optionalen deutschen und englischen Untertiteln, und auch das sehr interessantes Making Of, welches das Herzstück des alten Bonusmaterials darstellt. In diesem gibt es so einiges über die zahlreichen Probleme und den nervenaufreibenden Prozessen rund um den Dreh zu erfahren. Gezeigt wird dies in zahlreichen Aufnahme, zu denen unter anderem auch sehr interessante Testscreenings gehören. Neu ist unter anderem ein sehr ausführlicher Bericht über die Restauration der Filme, bei dem neben dem bildlich und leicht verständlichen dargestellten technischen Vorgang auch auf die künstlerischen Aspekte eingegangen wird. Dabei wird dann auch deutlich, warum die neue Version sich vor allem farblich von alten VÖen unterscheidet. Neu zu finden ist auch ein Beitrag, der noch einmal explizit auf die ganzen Probleme vor und während des Drehs eingeht und zeigt, dass die Entstehung des Klassikers zeitweise stark auf der Kippe stand. Auch ein Blick auf den Einfluss von „Der Pate“ auf die heutige Kultur ist sehr interessant ausgefallen. Hierbei kommt vor allem zur Sprache, welche Bedeutung der Film auf die TV-Serie „Die Sopranos“ und die heutige Filmwelt hat.

Bildvergleich

Folgende Vergleichsbilder einzelner Zellen der Filmrolle mit dem Resultat der Restaurierung wurden uns von Paramount zur Verfügung gestellt:



(Bei einem Klick auf die Bilder werden größere Versionen davon in einem neuen Fenster geöffnet.) 


Fazit:
Bei manchen Wiederveröffentlichungen von Film-Boxen stellt sich schnell das Gefühl ein, dass diese den Studios zusätzliches Geld in die Kassen spülen sollen, ohne dem Fan dabei einen echten Mehrwert zu liefern. Ein Gefühl, das bei der „Der Pate – The Coppola Restoration“ aber garantiert nicht aufkommt. Ein erstklassig aufbereitetes Bild, eine liebevolle Neusynchronisation, die als sehr gut abgemischte, dezent zurückhaltende deutsche Dolby-Digital-5.1-Spur vorliegt und neben dem in der ersten Box veröffentlichten Extras noch eine zusätzliche DVD mit neuem Bonusmaterial, stellen selbst für Besitzer der ersten VÖ zu den Pate-Filmen eine eindeutige Kaufempfehlung dar. Als Don Corleone-Fan gehört diese Box zum Pflichtprogramm, um die man nicht herum kommt.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
Der Pate:
169:54 Minuten

Der Pate II
193:49 Minuten

Der Pate III
163:17 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar von Regisseur Francis Ford Coppola zu allen 3 Filmen
  • Einblicke
  • Am Drehort
  • Francis Ford Coppolas Notizblock
  • Die Musik zu "Der Pate"
  • Coppola und Puzo beim Schreiben des Drehbuches
  • Gordon Willis beim Filmen
  • Storyboards - Der Pate Teil II + Der Pate Teil III
  • "Der Pate - Hinter den Kulissen 1971"
  • Auszeichnungen und Reaktionen
  • Filmemacher (Texttafeln)
  • Der Familien-Stammbaum (Texttafeln mit Hintergründen zur Corleone Familie)
  • Zusätzliche Szenen
  • Galerien
  • Teaser & Trailer
  • Die Welt des Paten
  • Ein Meisterwerk das fast keines war
  • Als die Dreharbeiten beendet waren
  • Rettung durch Filmemulsion - "Der Pate" neuentdeckt
  • "Der Pate" auf dem roten Teppich
  • Vier Kurzfilme zu "Der Pate"
Der Pate - The Coppola Restoration - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der Pate / Der Pate II / Der Pate III
The Godfather / The Godfather: Part II / The Godfather: Part III

Dieser Film wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet


Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Paramount macht Pate-Fans ein Angebot, das diese nicht ausschlagen können


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1972 / 1974 / 1990
Regie:
Francis Ford Coppola
Drehbuch:
Francis Ford Coppola, Mario Puzo (nach den Romanen von Mario Puzo)
Darsteller:
Marlon Brando, Al Pacino, Robert de Niro, Robert Duvall, James Caan, Talia Shire, Andy Garcia, Diane Keaton, Al Lettieri, Al Martino, Richard S. Castellano, John Cazale, Eli Wallach, Joe Mantegna, George Hamilton, Bridget Fonda, Sofia Coppola

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verleihstart Deutschland :
05.06.2008
Verkaufsstart Deutschland :
05.06.2008

Vertrieb Schweiz :
Rainbow Home Entertainment AG
Verleihstart Schweiz :
05.06.2008
Verkaufsstart Schweiz :
05.06.2008