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DVD-Besprechung - Die Totenliste
Story:
Der Schrifsteller Adrian Messenger (John Merivale) kontaktiert den ehemaligen Geheimdienstagenten Anthony Gethryn (George C. Scott) und überreicht ihm eine Liste mit den Namen, Berufen und Adressen von zehn Personen und bittet ihn, diese innerhalb von zwei Wochen zu überprüfen. Den genauen Hintergrund dieser Bitte verschweigt er aber zunächst und kommt kurz darauf leider bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Mit Hilfe eines alten Freundes überprüft Anthony nun sämtliche Personen auf der Liste und muss feststellen, dass fast alle durch mysteriöse Unfälle ums Leben kamen. Es gilt nun herauszufinden, was alle diese Personen miteinander verbunden hat.
Meinung zum Film:
"Die Totenliste" protzt auf den ersten Blick zunächst mit einem monumentalen Staraufgebot, das aber auf wohl einmalige Art und Weise eingesetzt wird. Lediglich George C. Scott ("Patton - Rebell in Uniform") und Kirk Douglas ("Die Fahrten des Odysseus") spielen tatsächlich Hauptrollen in dem Film, während die Hollywood-Stars Tony Curtis ("Abrechnung in San Franzisko"), Burt Lancaster ("Urteil von Nürnberg"), Robert Mitchum ("Fahr zur Hölle, Liebling") und Frank Sinatra ("Botschafter der Angst") sehr ungewöhnliche Cameos abgeben, in denen sie beinahe bis zur Unkenntlichkeit maskiert agieren. Für die filmische Umsetzung dieses ungewöhnlichen Konzepts war niemand anderes als Regie-Legende John Huston ("Die Spur des Falken") verantwortlich. Das Skript basiert auf einem Roman des Kriminalautors und Drehbuchschreibers Philip MacDonald ("Die letzte Patrouille"), der ebenfalls unter dem originalen Filmtitel "The List of Adrian Messenger" im Jahr 1959 verlegt wurde.
Der Schwarz-Weiß-Film "Die Totenliste" ist ein altmodischer "Whodunit"-Krimi, der zum Miträtseln bezüglich des Täters und seiner Hintergründe für die Tat förmlich einlädt. Bei diesem Film tritt allerdings auch noch das Rätseln darüber hinzu, welcher Star sich wohl hinter welcher Maske versteckt haben könnte. Die maskierten Stars auszumachen ist dabei zunächst erstmal nicht sonderlich schwer, denn in der Tat hat man sich bei deren Verwandlung sehr stark ins Zeug gelegt, gerade aber was die Nasen angeht, hat man es dermaßen übertrieben, dass diese Charaktere sofort als etwas "unnatürlich" ins Auge fallen. Insgesamt kann man aber sagen, obwohl der eine oder andere Star durchaus zu identifizieren ist, dass kaum jemand, selbst bei guter Kenntnis der beteiligten Schauspieler, in der Lage sein dürfte, wirklich alle Stars auf Anhieb zu identifizieren. Ansonsten ist "Die Totenliste" zunächst ein relativ konventioneller Krimi, George C. Scott setzt sich auf die Spur des potentiellen "Listenkillers" und kommt ihm Stück für Stück immer näher, während dieser versucht seine Spuren zu verwischen, was mit weiteren Morden verbunden ist. Der Ansatz die zahlreichen Morde des Killers, die dieser immer wieder durch einfallsreiche Fallen und Tricks vorbereitet, auch dem Zuschauer zu präsentieren wird allerdings bereits nach kurzer Zeit fallengelassen.
Eine wichtige Rolle bei den Ermittlungen spielt neben der geheimnisvollen Liste auch noch das geheimnisvoll anmutende Gedankenprotokoll des letzten Gesprächs mit Adrian Messenger, der den Flugzeugabsturz zunächst überlebte. Interessant für die relativ flott erzählte Story ist sicherlich die Tatsache, dass der Zuschauer zunächst parallel den Ermittlungen von Gethryn und den Morden des Killers beiwohnt. Nach etwas mehr als einer Stunde weiß Gethryn beinahe alle Details über den Täter, allein lässt sich diese Person zunächst nicht ausfindig machen. Doch nun vollzieht der Film eine entscheidende Wende, die ihn leider auch um einiges an Spannung beraubt. Der Killer tritt aus seiner Anonymität hervor und entblößt seine eigentlichen Absichten, wobei er direkt mit Gethryn in Kontakt kommt, der ihm dann eine vorhersehbare Falle stellt, um ihn endgültig zu entlarven. Dieser letzte Teil ist nicht nur wegen der exzessiven Aufnahmen einer barbarischen Fuchsjagd, inklusive schlechter Rückprojektionen, eher belanglos und langatmig geraten. Der Spannungshöhepunkt des Films wird schlichtweg nach etwas mehr als einer Stunde erreicht und fällt danach leider stetig ab. Das liegt vor allem daran, dass diese "Abwicklung" der Auflösung schlichtweg zu konventionell geraten ist und der Täter dem Zuschauer bereits bekannt ist.
Digitale Aufarbeitung:
Koch Media präsentiert den Film weltweit erstmals auf DVD und in digital remastertet Form. Die DVD bietet eine sehr gute Schärfe und einen ausgewogenen Kontrast. Auch das vorlagenbedingte Bildrauschen ist nur minimal ausgefallen und Verschmutzungen oder Defekte sind überhaupt nicht mehr feststellbar. Die deutsche Tonspur ist zu jeder Zeit sehr gut verständlich, rauschfrei und wirkt sehr ausgewogen abgemischt. Sie ist außerdem etwas lauter als die englische Tonspur und klingt zudem klarer.
Die Extras sind eher spärlich ausgefallen, auf der DVD befindet sich lediglich der Originaltrailer zum Film sowie eine Bildergalerie mit seltenem Werbematerial. Weiterhin liegt der DVD noch eine Art Steckbrief (6 Seiten) mit einer Leserumfrage bei, wo bereits vor dem Film geraten werden kann, welcher Star sich wohl jeweils hinter den Masken versteckt.
Fazit:
"Die Totenliste" ist ein altmodischer "Whodunit"-Krimi mit großem Staraufgebot, bei dem nicht nur bezüglich des Täters, sondern auch in Hinsicht auf die wahre Identität der Maskierten gerätselt werden darf. Die Story wird flott erzählt, die Schauspieler wissen zu überzeugen und falsche Fährten werden ebenfalls ausgelegt. Leider wird der Spannungshöhepunkt des Films aber zu früh erreicht und das eigentliche Finale ist ein wenig zu konventionell und spannungsarm geraten. Nichtsdestotrotz ist "Die Totenliste" eine Empfehlung für Freunde klassischer Krimis und wird technisch erstklassig präsentiert.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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94:02 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Originaltrailer
- Steckbrief
- Bildergalerie mit seltenem Werbematerial
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Die Totenliste
The List of Adrian Messenger
Hinter jeder Maske steckt ein Star
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1963 Regie: John Huston Drehbuch: Philip MacDonald, Anthony Veiller Darsteller: George C. Scott, Kirk Douglas, Tony Curtis, Burt Lancaster, Robert Mitchum, Frank Sinatra, Jacques Roux
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 06.06.2008
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