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DVD-Besprechung - Jacqueline Hyde

Story:
Jackie ist eine schüchterne, einsame Endzwanzigerin, bis sie eines Tages erfährt, dass ihr Onkel ihr seinen gesamten Besitz vermacht hat. Darunter fällt auch ein geheimes Labor, in dem der Onkel sein Leben lang an einem mysteriösen Serum arbeitete. Durch ein Missgeschick kommt es dazu, dass sie das Mittel selbst einnimmt und sie bemerkt, dass die Folgen auf den ersten Blick alles andere als unangenehm sind...  

Meinung zum Film:
Jackie Hyde (Gabriella Hall) ist eine triste Endzwanzigerin, ziemlich einsam und ein bisschen übergewichtig, die ihren Lebensunterhalt dadurch bestreitet, dass sie anderen Leuten Dinge am Telefon aufschwatzt. Das allerdings auch nicht sonderlich gut - und so wird sie eines Tages gefeuert. Doch wie es der Zufall so will, meldet sich just in diesem Moment ein Anwalt, der ihr mitteilt, dass sie von ihrem kürzlich verstorbenen Onkel eine große, alte Villa geerbt hat. Als sie das Anwesen aufsucht, entdeckt sie ein geheimes Laboratorium im Keller. Dort befindet sich ein Kühlschrank, in dem Reagenzgläser gelagert sind, die eine seltsame rote Flüssigkeit enthalten. Ohne es zu merken, gießt Jackie ein wenig dieser Flüssigkeit in ihr Rotweinglas. Dann schaut sie aus dem Fenster, sieht ihre attraktive Nachbarin und wünscht sich, ebenso gut auszusehen, bevor sie schließlich ins Bett geht.

Als sie am nächsten Morgen erwacht, findet sie einen unbekannten Mann neben sich liegen. Als sie ihn fragt, wo er denn herkomme, beschreibt er ihr detailliert die Frau, der er gefolgt sei. So eine Überraschung, dass diese genauso auszusehen scheint wie die Nachbarin, deren Körper sich Jackie am Abend zuvor noch gewünscht hatte. Natürlich stellt sich bald heraus, dass die seltsame Flüssigkeit aus dem Kühlschrank der Schlüssel des Ganzen ist. Denn bei ihr handelt es sich um ein Serum, das den Körper verwandelt und Jackie ihr Aussehen nach belieben ändern lässt. Von nun an kann sie sein, wer immer sie will. Doch schon bald muss sie feststellen, dass das Elixier wie eine Droge auf sie wirkt. Immer mehr verliert sie die Kontrolle über sich selbst und wird zur wilden, männermordenden Bestie. Wer bleibt am Schluss übrig? Die "echte" Jackie oder ihr neues Alter Ego Jacqueline?

Die Story von "Jacqueline Hyde" ist nicht wirklich innovativ. Natürlich lehnt sich der Plot an Robert Louis Stevensons Klassiker "Dr. Jekyll & Mr. Hyde" an (daher auch das "lustige" Wortspiel im Titel), nur dass es diesmal um eine Frau in der Neuzeit geht. Das ist allerdings nicht das wirkliche Problem des Films, denn auf Grundlage dessen hätte sich immer noch eine spannende Geschichte erzählen lassen. Doch mangelt es einfach an einem ausgefeilten Drehbuch. Der Film rückt Sex und Mord in den Vordergrund und wirkt dabei wie ein billiger Erotik-Streifen. Dazu passen auch die zahlreichen Monologe, die Jackie ohne ersichtlichen Grund führt, sowie die extrem Homevideo-mäßig anmutende Optik. Wenn das Ganze dann wenigstens auch noch als ein Film dieser Art gedacht wäre, ließe es sich noch irgendwo nachvollziehen. Doch "Jacqueline Hyde" sieht sich als echter Horrorthriller und nimmt sich dabei deutlich zu ernst. "Spannend" ist hier im Endeffekt lediglich die Frage, in wie vielen Sekunden die nächsten nackten Tatsachen auf dem Bildschirm zu sehen sein werden... 

Digitale Aufarbeitung:
"Jacqueline Hyde" wurde in Widescreen produziert, liegt allerdings bei der deutschen DVD nicht anamorph, sondern nur in einem Letterbox-Transfer vor. Dem Bild merkt man auch insgesamt das sehr niedrige Budget an, weder Schärfe noch Farben können richtig überzeugen. Besonders die dunklen Szenen haben zudem unter einem relativ starken Rauschen zu leiden. Während die deutsche Tonspur als 5.1-Mix vorliegt, bekommt man die Originalfassung lediglich im Stereoformat. Der Sound ist zwar ziemlich frontlastig, bei der deutschen Version verteilt sich aber zumindest die Hintergrundmusik im Raum.

Als Bonusmaterial gibt es einen Audiokommentar mit dem Regisseur Rolfe Kanefsky sowie den Schauspielerinnen Gabriella Hall und Blythe Metl. Zudem bekommt man den Trailer, eine 22-minütige Behind-the-Scenes-Featurette und ebenfalls rund 22 Minuten an deleted oder expanded Scenes. Für eine Direct-to-Video-Produktion kann sich der Umfang also durchaus sehen lassen. Und auch inhaltlich wirken die Extras fast schon interessanter als der Film selbst. 

Fazit:
"Jacqueline Hyde" sieht sich als echter Horrorthriller und scheitert dadurch auf ganzer Linie. Denn geboten wird letztlich ein billiger Erotikstreifen in entsprechender Optik. Allerdings kann sich zumindest die DVD-Umsetzung noch einigermaßen sehen lassen, da sie mit ziemlich umfangreichem Bonusmaterial aufwartet. Ob man sich allein für die Extras den Film antun will, ist natürlich eine andere Frage.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
93:54 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar
  • Trailer
  • Featurette "Nothing to Hyde"
  • Entfallene und erweiterte Szenen

Jacqueline Hyde - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Jacqueline Hyde
Jacqueline Hyde

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Extrem billiger Thriller-Abklatsch


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Rolfe Kanefsky
Drehbuch:
Rolfe Kanefsky
Darsteller:
Gabriella Hall, Blythe Metz, Rebekah Ellis, James Ferris

Label Deutschland :
Anolis Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
19.06.2008