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DVD-Besprechung - Opium - Tagebuch einer Verrückten

Story:
Dr. Brenner (Ulrich Thomsen) tritt zu Beginn des letzten Jahrhunderts seinen neuen Job in einer ungarischen Psychatrie an. Hilfe könnte er eigentlich selbst gebrauchen, denn er leidet seit längerem an einer Schreibblockade, die er mit Morphium und seiner Sexsucht zu überwinden versucht. Eine ausgesprochene Vielschreiberin ist hingegen Patientin Gizella (Kirsti Stubø), die sich wünscht, dass man ihren Verstand aus ihr rausoperiert. Beide kommen sich näher.

Meinung zum Film:
„Opium – Tagebuch einer Verrückten“ wurde im Jahr 2007 vom ungarischen Regisseur János Szász gedreht, der hierzulande zumindest bis jetzt noch recht unbekannt ist. Sein Film wurde für einige, zumeist osteuropäische Filmpreise nominiert und konnte auch ein paar davon einheimsen – u.a. den „Hungarian Film Week“-Preis in den Kategorien Regie, Sound, Kamera und den Kritiker-Award. Nun könnte man nach Sichtung des Films annehmen, dass dieser Film nur deshalb mit Preisen überschüttet wurde, weil es zum Zeitpunkt des Wettbewerbs keine anderen ungarischen Filme gab, die „Opium“ überhaupt hätten Konkurrenz machen können.

Zugegeben, „Opium“ ist handwerklich gut inszeniert worden – die sehr schöne Kameraführung fällt ins Auge, des Weiteren die sehr guten und glaubwürdigen Darsteller und die kalten, zum Ambiente des Filmes passenden Kulissen. Dies alles hilft aber letztendlich nichts, wenn die Geschichte drumherum nicht genug für einen abendfüllenden Spielfilm hergibt. Die Handlung zieht sich zunächst wie Kaugummi. Brenner kommt ins Hospital und wir werden Zeuge von einigen Beischlafhandlungen, die er mit Zufallsbekanntschaften vollzieht und dann akribisch in seinem Tagebuch festhält. Nach einer Weile wird ihm dann endlich Patientin Gizella zugeteilt und beide kommen sich näher – auch hier kommt es zu einer Sexszene, die zwar nicht explizit geraten ist, in der sich Gizella aber in Großaufnahme in ihren nackten Schritt fasst und sich streichelt und die sich hart an der Grenze zum Hardcore bewegt. Eine völlig unnötige, in ihrem Voyeurismus darüber hinaus völlig unpassende Szene, die sich gar nicht in den Rest des Filmes einfügen will.

Nach 45 Minuten offenbart Gizella Dr. Brenner dann, dass er ihren Verstand wegoperieren möge – von ihrem Körper könne er jedoch gern Besitz ergreifen. Brenner hofft nun, seine Schreibblockade durch seine Patientin überwinden zu können, was ihm jedoch letztendlich nicht gelingt. Schließlich überwirft er sich dann noch mit der Anstaltsleitung und schließlich befinden wir uns dann im vorhersehbaren Finale dieses mit ca. 110 Minuten viel zu lang geratenen Films und schalten gelangweilt den Player ab. Ein gutes handwerkliches Händchen kann eben leider nicht darüber hinwegtäuschen, wenn das Drehbuch zu wenig hergibt – hoffentlich darf János Szász sein deutlich erkennbares Talent nochmal an einem interessanteren Drehbuch unter Beweis stellen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild dieser aktuellen Produktion ist sehr gut geworden: Farben, Schärfe und Kontrast sind angenehm und bieten keinen Anlass zum Klagen. Der deutsche Ton kommt in Dolby Digital 5.1 daher und bietet eine gute Verständlichkeit – durch die Dialoglastigkeit des Films dürfen aber keine Surroundwunder erwartet werden.

In der „Special Features“-Sektion findet man Interviews mit Cast und Crew, ein Making of und einen Besuch bei den Dreharbeiten des Films. Leider ließ sich auf 2 Testplayern keines dieser Features aufrufen – die DVD startete nach dem Aufruf jeweils einfach neu.

Fazit:
„Opium – Tagebuch einer Verrückten“ will ein kopflastiger Film sein, der mit seinen 110 Minuten Laufzeit jedoch viel zu wenig Inhalt bietet. Verstörend, weil nicht in den Film passend gerät dann auch eine Sexszene in Großaufnahme, in der nur die schützende Hand der Hauptdarstellerin dafür sorgt, dass die Grenze zum Hardcore nicht überschritten wird. Der Film auf DVD ist technisch sehr gut, die Extras ließen sich jedoch leider nicht abspielen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
110:05 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Interviews mit Cast & Crew
  • Making of
  • Beim Dreh des Films
Opium - Tagebuch einer Verrückten - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Opium - Tagebuch einer Verrückten
Ópium: Egy elmebeteg nö naplója

Bild unseres Mitarbeiters Andreas Schultz
Viel gewollt, kaum was erreicht


Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Ungarn, 2007
Regie:
János Szász
Drehbuch:
János Szász, András Szekér
Darsteller:
Ulrich Thomsen, Kirsti Stubø, Zsolt László, Enikö Börcsök, Gyöngyvér Bognár

Label Deutschland :
Ascot Elite
Verkaufsstart Deutschland :
17.07.2008