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DVD-Besprechung - Das Vermächtnis des Inka

Story:
Karl Hansen (Guy Madison), genannt Jaguar, besucht seine Freunde, die Inkas, um den Sohn des Häuptlings, Haukaropora mit in die Stadt zu nehmen, damit dieser von den Weißen lernen kann. Der örtliche Priester verhindert dies jedoch und so zieht Jaguar wieder davon. Fast gleichzeitig erscheint jedoch auch der Schurke Gambusino (Francisco Rabal), der den Inkakönig und auch vermeintlich dessen Sohn tötet, um an den sagenumwobenen Inkaschatz zu kommen. Dummerweise wird Jaguar verdächtigt, den Mord begangen zu haben und die Inkas schwören Rache.

Meinung zum Film:
„Das Vermächtnis des Inka“ ist eine Deutsch/Italienisch/Spanische-Ko-Produktion aus dem Jahr 1965 und erschien unter der damals erfolgreichen „Karl May“-Flagge. Im Gegensatz zu den zuvor schon erfolgreich gelaufenen Filmen wie z.B. „Old Shatterhand“ hatte das „Vermächtnis“ damit zu kämpfen, dass der hier vorliegende May-Stoff ganz anders war als die bisher erfolgreich im Kino Gelaufenen: bedingt durch die Inka-Thematik, die in Südamerika angelegt ist, konnte hier nicht mit Cowboys und den bekannten Indianern gerechnet werden. Dies machte sich dann auch an der Kinokasse bemerkbar und trotz aller inhaltlichen Qualität musste man diesen Film im Nachhinein leider auch als (finanziellen) Flop bezeichnen.

Inhaltlich geht es typisch abenteuerlich zu: es gibt einen sagenumwobenen Schatz der Inkas, mit „Jaguar“ eine deutsche gute Haut, die es mit den Indianern gut meint, durch einen Irrtum jedoch zu einem Mörder erklärt wird. Nach der Eingangsepisode mit dem Tod des Inkakönigs macht die Geschichte dann einen Sprung etwa 20 Jahre weiter in der Geschichte. Sohnemann Haukaropora ist inzwischen erwachsen geworden und durch den Priester der Inkas, der ihn aufgehetzt hat, gewillt, die Weißen aus dem Land zu jagen. Das passt diesen natürlich nicht, und so engagiert Präsident Castillo (Fernando Rey) unseren „Jaguar“, um zu vermitteln. Zwischendurch gibt es dann noch etwas Komik und Klamauk, hier dargeboten von Heinz Erhardt („Immer diese Radfahrer“), der einen deutschen Forscher spielt und mit einem peruanischen General verwechselt wird, Walter Giller(„Ein Käfer auf Extratour“) als seinen Freund und Chris Howland („Neues vom Wixxer“) als peruanischen Wegweiser, der durch seinen offensichtlichen Körpergeruch nur „Don Parmesan“ genannt wird und dessen Wortschatz sich fast ausschließlich auf das Wort „Si!“ beschränkt.

Abgesehen davon, dass die Auflockerung der Abenteuer-Geschichte durch die 3 Komiker vielleicht insgesamt etwas zu albern ausfällt, kann das „Vermächtnis des Inkas“ über die vollen 90 Minuten gut unterhalten und es kommt keine Langeweile auf. Ein Augenschmaus ist auch der gute Cast, denn neben Erhardt, Howland und Giller gibt es unter anderem Guy Madison („Die Satansbrut des Colonel Blake“, „Old Shatterhand“) als Hansen, Fernando Rey („French Connection“) als Präsident Castillo und last but not Least Raf Baldassarre („Blindman“) in einer kleineren Rolle als Geronimo zu sehen. Für May-Fans ist dieser Film eine Pflichtveranstaltung!

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist sehr gut gelungen, die Bildschärfe und die Farben sind sehr gut geworden. Gelegentliche altersbedingte Störstreifen und Unschärfen sind an einer Hand abzuzählen und fallen nicht negativ ins Gewicht. Der deutsche Ton ist sehr gut verständlich und erfüllt seinen Zweck.

An Extras gibt es die rund 20-minütige Doku „Mit den Inkas in Peru“, in der über die Dreharbeiten berichtet wird. Abgeschlossen werden die Special Features der DVD mit dem Trailer. Der DVD liegt noch ein 14-seitiges Booklet bei, das sehr kundig über die Hintergründe der Produktion zu berichten weiß.

Fazit:
„Das Vermächtnis des Inka“ ist nicht die typischste, und auch nicht die bekannteste der May-Verfilmungen der 60er-Jahre, dennoch bietet der Film trotz des anderen Settings viele Merkmale, die diese Filmreihe so erfolgreich gemacht haben. Die Darsteller können durchweg überzeugen und die Landschaftsaufnahmen sind sehr liebevoll eingefangen worden – nicht nur Karl-May-Fans sollten hier also unbedingt zuschlagen!

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
93:49 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Doku "Mit den Inkas in Peru"
  • Trailer
  • Booklet
Das Vermächtnis des Inka - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Das Vermächtnis des Inka
Das Vermächtnis des Inka

Bild unseres Mitarbeiters Andreas Schultz
Trotz des ungewohnten Settings ein echter Karl May!


Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland/Italien/Spanien, 1965
Regie:
Georg Marischka
Drehbuch:
Winfried Groth
Darsteller:
Guy Madison, Rik Battaglia, Fernando Rey, William Rothlein, Francisco Rabal, Heinz Erhardt, Chris Howland

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
06.06.2008