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DVD-Besprechung - Der schnellste Weg zum Jenseits

Story:
Jim Schuyler (Kirk Douglas), ein hartgesottener Ex-Polizist, wird von seinem Freund, dem Rechtsanwalt Tennessee Fredericks (Eli Wallach), damit beauftragt, die unter Mordverdacht stehende Rena Westabrook (Sylva Koscina) vor lästigen Reportern zu schützen und für ihn einige Nachforschungen bezüglich dieses Falls anzustellen. Jim ist zu Beginn von Renas Schuld überzeugt, beginnt aber mehr als nur berufliches Interesse an ihr zu entwickeln und sie selbst scheint auch nicht abgeneigt zu sein. Ihre Verurteilung wird jedoch immer wahrscheinlicher, als ihr Hauptentlastungszeuge plötzlich spurlos verschwindet. Jim, der mittlerweile von ihrer Unschuld überzeugt ist, beschließt den oder die wahren Mörder ausfindig zu machen.  

Meinung zum Film:
"Der Schnellste Weg zum Jenseits" entstand unter der Regie von David Lowell Rich ("Flucht in Ketten") der sich vor allem als Regisseur von Fernsehserien wie z.B. "Der Mann aus den Bergen" einen Namen machte. Die Story stammt aus der Feder von A.J. Russell ("Gigot") der immerhin allein für seine Mitarbeit an "General Hospital" dreimal für den "Daytime Emmy" nominiert war. Er war aber ebenfalls vorwiegend für das Fernsehen tätig und lieferte nach diesem Film lediglich noch das Drehbuch zu dem Kino-Thriller "Stiletto" aus dem Jahr 1969. Deutlich prominenter und fernab von austauschbaren Fernsehdarstellern ist jedoch die Besetzungsriege des Films ausgefallen. In den Hauptrollen finden sich mit US-Star Kirk Douglas ("Die Fahrten des Odysseus"), der jugoslawischen Schönheit Sylva Koscina ("Heiße Katzen") und dem Freunden des Italo-Western bestens bekannten Eli Wallach ("Zwei glorreiche Halunken") gleich drei prominente Gesichter. Außerdem gibt hier auch noch Ali MacGraw ("Convoy") in einer unwichtigen Kleinstrolle ihr Leinwanddebüt, die vier Jahre später an der Seite von Steve McQueen ("The Blob") in Sam Peckinpahs "Getaway" für Aufsehen sorgte.

"Der Schnellste Weg zum Jenseits" ist ein äußerst merkwürdiger Krimi und unübersehbar ein Kind der 68er. Das spiegelt sich vor allem in den äußerst knappen und schrillbunten Kleidern wieder, die Mrs. Koscina hier stets aufzutragen pflegt, aber auch in der Musikauswahl des örtlichen Vergnügungstempels. Aber auch der Film befördert, nicht zuletzt durch seinen sehr eingängigen Soundtrack, eine beschwingte und lockere Stimmung,  in der die Liebe einen großen Raum einnimmt. Gerade in den ersten 30 Minuten passiert krimitechnisch eigentlich überhaupt rein gar nichts. Vielmehr entsteht der Eindruck, hier einer Beziehungskomödie mit zwei sehr gegensätzlichen Charakteren, nämlich Douglas und Koscina, beizuwohnen, an deren Ende sich die beiden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, trotz aller Widerstände und Streitigkeiten, verliebt in die Arme schließen werden. Die Chemie zwischen den beiden Darstellern ist förderlicherweise auch beinahe perfekt und beide versprühen hier viel Spielfreude. Weiterhin glänzt Eli Wallach in einer etwas ungewohnten Rolle als gepflegter, philosophischer Rechtsverdreher, den so leicht gar nichts aus der Ruhe bringt und dem stets eine Binsenweisheit auf der Zunge zu liegen scheint.

Weit weniger euphorisch fällt jedoch ein genauerer Blick auf das eigentliche Drehbuch aus. Nach einer verschleppten ersten halben Stunde und gewissen Vorgriffen auf Mick Jacksons "Bodyguard" mit Whitney Houston und Kevin Costner, entwickelt sich die gesamte Auflösung des Falles nur äußerst zähflüssig. Frei nach dem Motto dieser Zeit, "Make Love, not War", wird Jim zwar als Haudrauf eingeführt der seinen Dienst sogar selbst quittiert, weil seine gewalttätigen Ermittlungsmethoden nicht geschätzt werden, wird aber im Beisein von Rena beinahe handzahm, was leider auch zu einem eklatanten Mangel an Actionszenen führt, die hier ausschließlich für das längere Finale aufgespart wurden. Aber auch von Spannung kann gar keine Rede sein, dafür ist der Soundtrack einfach zu verspielt, während die Entwicklung der Krimielemente, wie z.B. die Einführung weiterer Verdächtiger, einfach dermaßen nebensächlich betrieben wird, dass diese wie nebensächliche Fußnoten direkt wieder aus dem Blickfeld des Zuschauers entschwinden.  

Digitale Aufarbeitung:
Koch Media präsentiert "Der Schnellste Weg zum Jenseits" als weltweite DVD-Premiere in digital remasterter Bildqualität. Dementsprechend verfügt die DVD dieses 40 Jahre alten Films über eine ansprechende Bildschärfe, natürliche und kräftige Farben sowie einen ausgewogenen Kontrast. Beschädigungen oder Verschmutzungen finden sich quasi gar nicht und lediglich im Hintergrund macht sich hier und da ein leichtes Rauschen bemerkbar. Beide Tonspuren überzeugen zu jeder Zeit mit guter Verständlichkeit und einer ausgewogenen Abmischung. Die deutsche Tonspur wirkt etwas kräftiger, die Originaltonspur ist dafür im Hinblick auf die Umgebungsgeräusche etwas reichhaltiger ausgefallen.

Im Bonusbereich der DVD befindet sich lediglich eine Bildergalerie mit seltenem Werbematerial zum Film. Auch das bei Koch Media schon fast obligatorische Booklet ist diesmal nicht vorhanden.  

Fazit:
"Der Schnellste Weg zum Jenseits" ist als Krimi betrachtet eigentlich ein Totalausfall ohne Spannung, storytechnische Wendungen und Actioneinlagen. Es dominiert lange Zeit das Süßholzgeraspel der beiden spielfreudigen Hauptdarsteller, was in Verbindung mit dem beschwingten Soundtrack und der lockeren Stimmung des Films eher an eine Beziehungskomödie gemahnt. Gerade im Slapstick-Finale rechnet man beinahe damit, gleich Inspektor Clouseau zu begegnen. Empfehlenswert ist diese technisch einwandfreie Veröffentlichung somit vor allem für Personen mit einem Faible für diese Zeit, für die eher der Spaß im Vordergrund steht und weniger die Aufklärung eines eher banalen Kriminalfalls.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
99:21 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Bildergalerie mit seltenem Werbematerial
Der schnellste Weg zum Jenseits - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der Schnellste Weg zum Jenseits
A Lovely Way to Die

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Sehr ungewöhnlicher Sixties-Film, der als Krimi aber trotz sehr gut aufgelegter Darsteller nicht überzeugen kann


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA , 1968
Regie:
David Lowell Rich
Drehbuch:
A.J. Russell
Darsteller:
Kirk Douglas, Sylva Koscina, Eli Wallach, Kenneth Haigh, Martyn Green, Sharon Farrell, William Roerick

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
06.06.2008