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DVD-Besprechung - Loch Ness - Die Bestie aus der Tiefe

Story:
Viele Jahre, nachdem Cryptozoologist James Murphey (Brian Krause) mit ansehen musste, wie sein Vater am Loch Ness von der vermeintlichen Sagenkreatur „Nessie“ getötet wurde, macht er sich in Pike Island auf die Jagd. In der Umgebung des örtlichen Lake Superior vermutet James das Nest des zwischenzeitlich von Schottland in die USA umgesiedelten Ungetüms, bei dem es sich um ein Überbleibsel der Urzeit zu handeln scheint. Zusammen mit dem örtlichen Bootsverleiher Josh Riley (Niall Matter) macht er sich auf die Suche nach der Brut, um Rache zu nehmen und ihr den Garaus zu machen.

Meinung zum Film:
Ob die Schotten so erfreut darüber sind, dass ihr nationales Legendenheiligtum Nessie auf einmal in den USA sein Unwesen treibt und zudem auch noch als mörderisches Urzeit-Ungetüm herhalten muss, bleibt sicherlich fraglich. Regisseur Paul Ziller („Snakehead Terror“) scheint dies nicht weiter zu interessieren, ihm ging es offensichtlich nur darum, einen passenden Aufhänger für seinen Killer-Monster-im-See-Film zu haben. In Sachen Logik ging er dabei leider mit ähnlicher Gleichgültigkeit vor. Fragen, wie zum Beispiel das Urzeit-Monster den weiten Seeweg von Schottland nach Amerika geschafft hat und warum es diesen überhaupt angetreten ist, beschäftigten ihn dabei wenig und die kurz vorgebrachten Erklärungen sind höchst lächerlich. Ziller dürfte sich gedacht haben, dass, wer sich einen Film mit einem Killermonster im See ansieht, sicherlich ohnehin keine National-Geographic-Doku erwarten würde.

Durch die Vernachlässigung des Plots blieb ihm aber auch mehr Zeit für die Arbeit an den Monstereffekten, die dann auch durchaus weitestgehend ansehnlich geraten sind. In den meisten Aufnahmen macht Nessie einen – zumindest für B-Movies – guten Eindruck. In dieser Hinsicht hat es in zahlreichen anderen Filmen schon so manchen Betrug am zahlenden Kunden gegeben, wenn billige Stuntleute in Anzügen oder nicht minder billig aussehenden Monsterbauten für eine ganz andere Art des Grauens sorgten. Doch die CGI-Effekte in „Loch Ness“ wirken in den meisten Fällen erstaunlich annehmbar gut, lediglich in vereinzelten Einstellungen, meist in Verbindung mit Großaufnahmen im Wasser, sind doch deutliche Abstriche zu machen. Zum Finale hin, wenn auch die Brut vermehrt zu sehen ist, kommt schon ein klein wenig Jurassic-Park-Feeling auf, wenn auch nur im kleinem B-Movie-Maße. Gore-Effekte gibt es auch den ein oder anderen zu sehen, allerdings nichts sonderlich übertriebenes oder zu grafisches, was aber bereits die FSK-16-Freigabe im Voraus vermuten lässt.

Schiffbruch erleidet der Film dann allerdings mehr als deutlich beim Drehbuch. War Zillers „Snakehead Terror“ in dieser Hinsicht zumindest noch weitestgehend zu ertragen, versinkt „Loch Ness“ in zahlreichen Plattheiten. Brian Krause („Charmed“) hat den ganzen Film über nur den einen „harter Mann“-Gesichtsausdruck zu bieten, die Teenies sind dumme Hormonspiegel, die sich offensichtlich nur zu gerne den Urmonstern opfern, während Josh schon von Beginn als Überlebender auszumachen ist, der natürlich erfolgreich um das Leben seiner Ex kämpft, die er - natürlich - auch immer noch liebt. Die ganze Handlung ist so dumm und langweilig, dass sie es tatsächlich schafft, die ordentlichen Monstereffekte in ihrer Wirkung zu drücken. Selbst für Monster-Trash ist die Story unterirdisch wie die Tunnel, in die Nessie sich nur zu gerne verdrückt. Am besten unterhalten kann der Film, wenn man sich von einem Monsterangriff zum nächsten vorspult, um so schon recht bald zum Finale zu gelangen. Wer sich wirklich durch die gesamten rund 90 Minuten quälen will, benötigt starke Nerven. Nicht wegen der nervenaufreibenden Spannung, sondern wegen unsäglicher, langweiliger Plattheit, die im Minutentakt geboten wird.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gelungen, lediglich die Farben wirken ein wenig kraftlos, was aber durchaus auch gewolltes Stilmittel sein kann. Der deutsche Ton ist durchweg gut zu verstehen, aus dem hinteren Bereich gibt es ebenfalls immer wieder was zu vernehmen.

Bei den Extras gibt es neben 3 verschiedenen Trailern zum Film noch ein knapp halbstündiges Making Of, das mit einer Mischung aus Statements, Szenen vom Dreh und Clips aus dem Film ein wenig über die Atmosphäre beim Dreh zum Besten gibt, dabei aber über den Status eines lockeren Plauschs nicht hinaus kommt. Über die Entstehung der Effekte gibt es dabei zum Beispiel gar nichts zu erfahren.  

Fazit:
Von den Effekten betrachtet ist „Loch Ness“ ein durchaus annehmbarer B-Monster-Horror. Vom Drehbuch gesehen sind im Vergleich jedoch selbst Daily Soaps ganz große Bühnenkunst. Nur wer genügend Geduld mitbringt oder zielgenau vorspulen kann, wird mit dieser Nessie-Version glücklich werden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
87:37 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Trailer
Loch Ness - Die Bestie aus der Tiefe - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Loch Ness - Die Bestie aus der Tiefe
Beyond Loch Ness

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Lake Superior, wo die Story so schlecht ist, dass selbst das Monster nichts mehr retten kann


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada, 2007
Regie:
Paul Ziller
Drehbuch:
Paul Ziller, Jason Bourque
Darsteller:
Brian Krause, Niall Matter, Carrie Genzel, Don S. Davis, Amber Borycki, Sebastian Gacki, Carrie Genzel, Paul McGillion, Neil Denis, Rob Morton, Serinda Swan

Label Deutschland :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
25.07.2008