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DVD-Besprechung - Fighting Beat

Story:
Khem (Thun Thanakorn) lebt mit seinen Freunden auf der thailändischen Touristeninsel Phi Phi. Nachdem sein Vater von einem Ausländer ermordet wurde, übernahm der Mönch Luang Poo seine Erziehung. Tagsüber unternehmen Khem und seine Freunde Bootsausflüge mit den Touristen, abends arbeiten sie in der Bar ihres Meisters Prao, der sie in der Kunst des traditionellen Muay Thai unterrichtet. Khem bestreitet dort gestellte Kämpfe gegen Ausländer um diese zu unterhalten. Als jedoch eine andere Gruppe Muay Thai-Kämpfer auftaucht und die Bar übernehmen will und ein Boxcamp für Ausländer aufbauen will, kommt es zur gewaltsamen Konfrontation.

Meinung zum Film:
Spätestens seit den beiden Kooperationen "Ong-bak" und dessen indirektem Nachfolger "Revenge of the Warrior - Tom Yum Goong" von Regisseur Prachya Pinkaew und Kampfsportass Tony Jaa genießen thailändische Martial-Arts-Filme auch im Westen einiges an Aufmerksamkeit. Allerdings ist es um beide Protagonisten in der Zwischenzeit sehr ruhig geworden. Tony Jaa legte nach "Tom Yum Goong" eine zweijährige Schaffenspause ein und war zuletzt 2007 in der Fortsetzung zu "The Bodyguard" in einer kleinen Nebenrolle zu sehen. Prachya Pinkaew wurde gar erst wieder im Jahr 2008 aktiv und drehte den kampfsportlastigen Actionfilm "Chocolate", diesmal mit einer weiblichen Fighterin in der Hauptrolle, der bisher noch nicht in Deutschland veröffentlicht wurde. In der Zwischenzeit dominierten mittelmäßige oder unterdurchschnittliche Produktionen das Bild, Filme wie "Born to Fight" waren hingegen eher qualitativ hochwertige Ausreißer nach oben. Die Voraussetzungen für "Fighting Beat" positive Schlagzeilen zu schreiben sind allerdings nicht die Besten. Die im Westen wenig prominenten Darsteller sind keine Kampfsportler und wurden erst für die Auftritte im Film im traditionellen Thai-Boxen geschult, der Regisseur ist ein großer Unbekannter, die Laufzeit von weniger als 80 Minuten erscheint sehr kurz und der Film verfügt nichtmal über einen eigenen IMDb-Eintrag.

Der Beginn von "Fighting Beat" wirkt eher wie ein Werbevideo des thailändischen Tourismusministeriums. In einer überstilisierten, verfremdeten Postkartenoptik präsentiert sich die thailändische Insel Phi Phi als Paradies für In- und Ausländer mit traumhafter Landschaft mit viel Sonne und glasklarem Wasser. Innerhalb dieser traumhaften Urlaubskulisse bewegen sich durchtrainierte junge Thais und attraktive, wohlgeformte, junge, einheimische Damen. Das Elend beginnt allerdings spätestens wenn die Protagonisten den Mund aufmachen oder das magere Drehbuch versucht, Ansätze einer Story zu entwickeln, wobei allerdings in den ersten 30 Minuten eh wenig bis gar nichts passiert. "Fighting Beat" erinnert von seiner ganzen Aufmachung her fatal an das X-Box-Spiel "Dead or Alive - Extreme Volleyball", wunderbare Optik, viele Schauwerte und keinerlei Substanz. Und während bei "DOA" der Volleyballteil lediglich ein schlechter Scherz war, gilt das gleiche im Grunde bei "Fighting Beat" auch im Martial-Arts-Bereich.

Die Story ist lediglich ein Alibi für Landschaftsaufnahmen und eher mäßige Kampfeinlagen, während das Drehbuch in seinem erschreckenden Mangel an jeder Form von Dramaturgie und einer durchgängig erzählten, plausiblen Geschichte auch auf einem Bierdeckel niedergeschrieben worden sein könnte. Wer nun aber über die dünne Alibigeschichte hinwegsehen will um einfach die Kämpfe zu genießen, muss ebenfalls kräftig schlucken. Das Ergebnis Schauspieler in Kampfsportler verwandeln zu wollen ging hier in etwas genauso in die Hose wie bei der Videospielverfilmung "DOA: Dead or Alive". Es wird zwar auf Teufel komm raus versucht, durch schnelle Schwenks und andere dynamische Elemente wie z.B. Hereinzoomen Dynamik in die Kämpfe zu transportieren, die Geschwindigkeit der Kampfhandlungen ist aber einfach nur äußerst bescheiden. Dieser Eindruck wird noch durch die ständigen, kontraproduktiven Zeitlupenaufnahmen untermauert. Die Aktionen der Protagonisten wirken ziemlich unspektakulär, die Kämpfe oft einstudiert, während die Treffer alles andere als gut gesetzt wirken.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt durch massiven Filtereinsatz bei der Farbgebung alles andere als natürlich und versucht eine "Postkartenoptik" zu erzeugen. Darunter leidet aber unter anderem der Kontrast, der häufig zu steil wirkt, auch das Bild wirkt etwas weich und gerade bei der Kantenschärfe gibt es einige Defizite. In diversen helleren Szenen spielt sich außerdem ein kompressionsbedingtes, stärkeres Blockrauschen auf unangenehme Art und Weise in den Vordergrund. Die Tonspuren bieten allesamt gute Verständlichkeit, deutsche Untertitel sind optional ebenfalls vorhanden. Die Musikuntermalung wirkt ziemlich kraftvoll und treibend, gerade in den Kämpfen enttäuscht demgegenüber aber der eigentliche Einsatz von Soundeffekten.

Die Extras der DVD sind genretypisch äußerst mau ausgefallen. Ein Trailer, zwei thailändische TV-Spots, ein lahmes Musikvideo (2:00), ein unkommentiertes, extrem kurzes Behind the Scenes-Feature (3:05) und als "Krönung" ein weder informatives noch unterhaltsames Making Of (6:13), mit kurzen Äußerungen u.a. des Regisseurs und des Hauptdarstellers, repräsentieren den schwachen Bonusbereich der DVD.

Fazit:
"Fighting Beat" hat eigentlich gar kein richtiges Drehbuch oder eine Story, eine Identifikation mit den Akteuren ist durch deren oberflächliche Darstellung unmöglich und eine Dramaturgie ist im gesamten Film nicht auszumachen, hinzu kommt auch noch der ziemlich holprige Schnitt des Films. Die exotische und malerische Kulisse des Films kann leider nicht über die dürftigen Kampfsporteinlagen hinwegtäuschen und der Film wirkt amateurhaft und langweilig. Technisch ist die DVD nur Durchschnitt und die Extras kann man getrost vergessen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
78:52 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Thailändisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • TV Spots
  • Musikvideo
  • Behind the Scenes
  • Making Of
Fighting Beat - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Fighting Beat
Pahuyut

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Keine Substanz, überstilisierte Optik und lahme Kämpfe - Nicht alle Kampfsportfilme aus Thailand sind Exportschlager


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Thailand , 2007
Regie:
Piti Jaturaphat
Darsteller:
Thun Thanakorn, Nuttanan Juntarwet, Sura Teerakol, Amornrit Sriphung, Pemmanee Sungkorn, Peerawatcharee Harabut

Label Deutschland :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
25.07.2008