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DVD-Besprechung - Respectable
Story:
Bei seinem ersten Besuch im englischen Vorstadtbordell "Debonnaire" verliebt sich der unglücklich verheiratete Michael direkt in das herzensgute, aber naive Freudenmädchen Hayley. Um sie weiterhin sehen zu können, muss Michael einen Grad an Durchtriebenheit entwickeln, der ihm von Natur aus nicht gegeben ist. Neben Ehekrise und Midlife-Crisis steht er nun vor einem weiteren Problem: der Geheimhaltung seines neuen Doppellebens. Das machen ihm die eigenwilligen Mädchen des Bordells aber nicht gerade einfach ...
Meinung zum Film:
Eine Comedyserie, die in einem Bordell spielt? Skandal! Die muss ja geradezu verrucht, jugendgefährdend und - vor allem - frauenfeindlich sein! Dieser Ansicht war offensichtlich auch eine Gruppe britischer Frauenrechtler, die die Ausstrahlung von "Respectable" im Programm des "Channel Five" verhindern wollten. Letztlich natürlich erfolglos. Denn trotz des zwielichtigen Themas bleibt die Serie jederzeit typisch britisch - und damit vollkommen harmlos. Selbst von spitzzüngigen Satiren im Stil von "Black Adder" dürfte ein größeres Gefahrenpotenzial ausgehen, als von dieser überaus witzigen - und trotzdem politisch völlig korrekten - Sitcom. Das liegt sicherlich auch daran, dass man nie eine der typischen Bordell-Handlungen zu Gesicht bekommt. Zwar sind immer wieder allerlei "Spielzeuge" im Bild zu sehen, doch der letztliche Akt ist nie Teil der Story und wird höchstens angedeutet oder in den zahlreichen doppeldeutigen Dialogen erwähnt. Hauptfigur Michael kommt sogar immer nur zum Reden ins "Debonnaire", liegt dann in Unterwäsche auf dem Bett, ein intimerer Kontakt zu Hayley kommt jedoch nie zustande. Das ist aber auch gar nicht nötig, denn der Reiz von "Respectable" liegt nicht im Voyeuristischen, sondern vielmehr in der schrillen Situationskomik, die in erster Linie durch die Persönlichkeiten der unterschiedlichen Charaktere getragen wird.
Michael selbst ist natürlich schon ein Unikat, doch insbesondere die Figuren im "Debonnaire" sind zum Schießen. Da wäre beispielsweise Maureen, die kettenrauchende Betreiberin des Etablissements, die schon sichtbar mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel hat, aber als Alter grundsätzlich irgendwas Mitte 20 angibt. Hayley ist ein bisschen die Kelly Bundy des Bordells. Nicht ganz so übertrieben blöd, aber auch nicht wirklich gebildet - und noch dazu ziemlich naiv. Studentin Kate hingegen, die auch beim "Debonnaire" angestellt ist und die mit Hayley zusammenwohnt, ist hingegen überaus gebildet und will ihren Job um jeden Preis geheimhalten. So zeigt sie sich auch alles andere als erfreut, als Maureen beschließt, Fotos ihrer Mädchen im Internet zu veröffentlichen. Ganz im Gegensatz zu Hayley, die sofort alle Verwandten und Freunde von ihrer neu erlangten Berühmtheit in Kenntnis setzt. Als Überspitzten Counterpart zu Kate gibt es dann noch die osteuropäische Wuchtbrumme Yelena, die gerne die harte Tour mag und sich ständig mit der dünnen Studentin in den Haaren liegt. Yelena erachtet Kate für zu fett, obwohl sie selbst nicht gerade als Bohnenstange durchgehen würde. Natürlich darf zu guter letzt auch Barry nicht vergessen werden. Dieser erledigt bei Michael daheim öfters Handwerkerarbeiten und begegnet ihm direkt bei dessen erstem Besuch im "Debonnaire". Wie sich herrausstellt, ist Barry dort Stammkunde und wird somit das Bindeglied zwischen Michaels Ehe- und Bordellleben.
Leider hat es "Respectable", wie so viele britische Comedyserien, nur auf sechs Folgen geschafft, die aber zumindest in sich abgeschlossen sind. Die letzte Episode spielt einige Zeit nach den ersten fünf und zeigt Hayleys neue Arbeitsstelle, ein Hotel. Dort kommt Michael "zufällig" mit einem japanischen Geschäftsgast vorbei. Was erst nach einem gewöhnlichen Zimmermädchenjob aussieht, entpuppt sich schließlich dann doch wieder als Arbeit, die auch noch gewisse "zusätzliche Dienstleistungen" mit sich bringt. Leider erfährt man aufgrund der kurzen Laufzeit nicht, wie es dazu kam, dass Hayley nicht mehr im "Debonnaire" arbeitet, und auch das Ende der Serie, wenngleich irgendwo doch einen Abschluss bildend, lässt Raum für eine Fortsetzung.
Digitale Aufarbeitung:
Prinzipiell bietet die deutsche DVD von "Respectable" ein gutes Bild. Der anamorphe Transfer ist scharf und gefällt durch kräftige Farben. Leider macht die Kompression jedoch öfters Probleme, die mal mehr, mal weniger stark auffallen. In einigen Szenen ist dadurch extreme Block- und Artefaktbildung wahrnehmbar. Auch der Kontrast zeigt sich nicht immer optimal und überstrahlt teilweise. Tonspuren gibt es auf Deutsch und Englisch in Stereo, die Dialoge sind jederzeit klar verständlich.
Als Bonusmaterial bekommt der Zuschauer ein interessantes Making Of mit einer Laufzeit von rund 20 Minuten. In diesem stellen die Darsteller ihre Figuren vor und berichten zusammen mit Regisseur und Autor über die Dreharbeiten.
Fazit:
"Respectable" ist eine ebenso liebenswerte wie witzige Comedyserie, die trotz des "anrüchigen" Themas völlig harmlos bleibt und weder politisch unkorrekt noch geschmacklos wird. Die sechs Folgen bekommt man von Polyband auf einer einzelnen DVD präsentiert, die technisch zwar etwas besser hätte ausfallen können, aber dafür ein interessantes Making Of bietet.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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6 Folgen à ca. 22 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Englisch |
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Bonusmaterial:
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Respectable
Respectable
Harmlose Comedy aus dem Freudenhaus
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 2006 Regie: Dominic Brigstocke Drehbuch: Harry Thompson, Shaun Pye, Alan Connor Darsteller: Justin Edwards, Jodi Albert, Nick Holder, Beatrice Kelley, Barunka O'Shaughnessy, Cordelia Bugeja
Label :
BBC
Verkaufsstart : 27.06.2008
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