 |
DVD-Besprechung - Die Ludolfs - Staffel 3.2
Story:
Die Ludolfs, das sind die vier wohl einzigartigen Brüder Peter, Horst-Günter, Uwe und Manfred ("Manni"), die gemeinsam eine Autoverwertung in Dernbach im Westerwald unterhalten. Peter organisiert das riesige Ersatzteillager mit einigen Millionen Teilen, mit Hilfe seines genialen "Haufenprinzips", während Horst-Günter den telefonischen Kundendienst leistet. Manfred und Uwe sind für die Abholung und Ausschlachtung der Schrottautos verantwortlich. Dabei kriegen sich die beiden ständig in die Haare. Der brüderliche Wettstreit verläuft aber stets innerhalb sportlich fairer Bahnen und wird meist mit Hilfe motorisierter Untersätze ausgetragen.
Meinung zum Film:
Das Phänomen der Gebrüder Ludolf setzt sich fort. Mittlerweile läuft auf dem selbsternannten Männerkanal DMAX die vierte Staffel und somit bereits die 58. Ausgabe von bisher 61 abgedrehten Folgen der Ludolfs. Und ein Ende ist momentan nicht abzusehen. Nach der Veröffentlichung der ersten Halbserie folgt mit der vorliegenden Box der Abschluss der dritten Staffel. Darin enthalten sind die verbliebenen elf Folgen, also die Episoden 34-44, mit jeweils rund 46-47 Minuten Laufzeit. Ausgeliefert wird die zweite Hälfte dieser Staffel wiederum auf drei DVDs verteilt und im ansprechenden Schuber.
Wie bereits im Zusammenhang mit der ersten Halbstaffel erwähnt, gehen den Machern der Serie langsam die Ideen aus. Selbst treuen Fans dürfte mittlerweile der stets gleiche Aufbau der Doku-Soap ein wenig auf den Wecker fallen. Zu Beginn jeder Folge zerlegen Uwe und Manni eines der vorhandenen Schrottautos, kriegen sich dabei ein wenig in die Haare oder Manni hält es für nötig, irgendeinen Vortrag zum Besten zu geben. Währenddessen sitzen Horst-Günter und Peter unbeweglich in ihrer "Zentrale", während ersterer Telefondienst schiebt, nur um das Telefon dann an den direkt neben ihm sitzenden "Meister des Haufenprinzips" weiterzugeben, um genauere Auskunft erteilen zu können. Im weiteren Verlauf wird der Folge wird dann irgendein etwas spezielleres Auto bei den Ludolfs angeliefert, zu dem sich die Ludolfs dann ein passendes Gegenstück besorgen, so dass sich Uwe und Manni am Ende der Folge einen Wettkampf liefern können. Der Leerlauf zwischen diesen Basiselementen wird jedoch von Folge zu Folge größer und scheint längst nicht mehr so streng gescriptet zu sein wie bei älteren Folgen. So lebt gerade diese Box vor allem von den Ludolfs selbst, die mittlerweile aber auch relativ berechenbar wirken und kaum noch mit neuen Facetten glänzen können.
In dieser Hinsicht würde man den Machern der Serie wohl ein wenig mehr Mut zur Innovation wünschen, als nur noch ängstlich und stur am alten Erfolgsrezept der Serie festzuhalten. Leider befinden sich die Ludolfs aber auch im Hinblick auf die Wettkämpfe und die teilnehmenden automobilen Klassiker auf dem absteigenden Ast. Ein Leistungsvergleich zwischen zwei durchgerosteten Golf 3, einem Diesel und einem Benziner, mit vorhersehbarem Ausgang ist ebensowenig erhebend, wie zwei alte Oberklasse-Limousinen der Marken Mercedes und BMW im Komfortvergleich. Für Fans schon eher interessant ist dagegen wahrscheinlich der über zwei Folgen verlaufende Ausflug der Ludolfs in ihre alte Heimat im Osten Deutschlands, den sie mit einer Staatskarosse des Typs Pullmann, einem Mercedes 240 D W 123 als luxuriöse Langversion. Nervig bei dieser Veröffentlichung sind übrigens die ständigen Rückblenden, bei denen sich sehr einfach ausmachen lässt, wo ursprünglich Werbeblöcke geschaltet wurden. Weitere vorkommende automobile Klassiker in dieser Staffel sind der revolutionäre Citroen DS, der bildschöne Volvo P1800 ES "Schneewittchensarg" von Simon Templar, oder ein Toyota Carina Baujahr 1974.
Digitale Aufarbeitung:
Wie bereits von den anderen Boxen gewohnt, bewegt sich die Bildqualität der DVDs für eine TV-Serie auf einem hohen Niveau. In den Bereichen Schärfe und Kontrast werden erneut gute Werte erreicht. Die Farben sind wie eh und je und es macht sich lediglich ein leichtes Hintergrundrauschen bemerkbar. Die Tonspur ist zu jeder Zeit gut verständlich und kann daher ebenfalls voll überzeugen.
Das einzige Extra der Box ist das Feature "Musikvideo: Wir sind die Brüder Ludolf" (4:45). Es handelt sich dabei aber keineswegs um ein Musikvideo der Ludolfs, sondern vielmehr um bewegte Bilder der Aufnahmen für das offizielle Ludolf-Lied mit den Ludolfs im Tonstudio. Die Qualität des Liedes und der Ludolfschen Gesangskünste passt sich dabei thematisch der Serie gut an, kurz gesagt dieses Feature ist völliger "Schrott" und absolut verzichtbar!
Fazit:
Die Kritik an der bereits konstatierten Innovationslosigkeit der Serie muß bei der vorliegenden Box weiter vertieft werden und um eine allgemeine Ideenlosigkeit erweitert werden. Die Folgen besitzen viel Leerlauf und außer den Ludolfs selbst "passiert" eigentlich kaum noch etwas. Die Qualität der vorkommenden fahrbaren Untersätze sowie der Jux-Faktor der Wettkämpfe hat ebenfalls stark nachgelassen. Insgesamt ist die technisch gelungene Box somit für Fans der Serie den Kauf wert, Gelegenheitszuschauer werden aber nicht mehr angesprochen.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,78:1
|
11 Folgen à ca. 47 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 2.0 |
|
Untertitel:
|
|
Keine Untertitel vorhanden. |
|
Bonusmaterial:
|
- Musikvideo "Wir sind die Brüder Ludolf"
|
|  |
Die Ludolfs - Staffel 3.2
Die Ludolfs - Staffel 3.2
Die Ludolfs bleiben die Ludolfs, aber die Skripte der Serie werden immer schwächer
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2007 Darsteller: Die Ludolfs
Label :
Polyband
Verkaufsstart : 27.06.2008
|