Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Der unglaubliche Hulk
Partner von Entertain Web Splashmovies auf Facebook
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
Irre sind männlichDie Firma - Die komplette SerieTarzan

In der Datenbank befinden sich derzeit 4.822 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

Kino-Besprechung - Der unglaubliche Hulk

Story:
Bruce Banner (Edward Norton) verwandelt sich seit einem fehlgeschlagenen Selbstexperiment mit Gamma-Strahlung jedes Mal, wenn er sich zu sehr aufregt, in das riesige grüne Monster „Hulk“, das unkontrollierbar scheint und Leid und Zerstörung anrichtet, wo es nur auftaucht. Zu Beginn des Films ist Banner in Brasilien – auf der Suche nach einem Heilmittel für seinen Zustand und auf der Flucht vor dem Militär unter der Führung von General Ross (William Hurt), der die Bestie in Bruces Inneren als Waffe benutzen will. Als der Super-Soldat Emil Blonsky (Tim Roth) Banner schließlich aufspürt, kann er sich nicht länger verstecken und kehrt in die USA zurück, wo er seine Geliebte Betty Ross (Liv Tyler) zurückgelassen hat. Doch Blonsky lässt nichts unversucht, um sich selber zu einem ebenbürtigen Gegner des Hulks zu machen.

Meinung zum Film:
Manch einer wird sich vielleicht wundern, warum fünf Jahre nach dem letzten „Hulk“-Film jetzt ein neuer Teil ins Kino kommt, der weder eine „2“ im Titel trägt noch irgendwelche Darsteller des Vorgängers zurückbringt. Doch auch wenn es sich diesmal nicht um eine Origin-Story handelt, ist „Der unglaubliche Hulk“ gar keine Fortsetzung, sondern ein Neustart der Reihe, diesmal unter Eigenregie der Marvel-Studios, die kürzlich mit der Verfilmung von „Iron Man“ ihren ersten – und sehr erfolgreichen – Film im Alleingang produzierten. Zwar gab es durchaus einige Filmfans und Kritiker, die Ang Lees („Brokeback Mountain“) „Hulk“ von 2003 wegen seiner gelungenen emotionalen Momente und der ausgearbeiteten Figuren zu schätzen wussten, bei der Mehrheit der Comicfans kam der Film jedoch nicht gut an. Zu sehr hatte man sich von der Ursprungsgeschichte der Comicvorlage entfernt und auch der metaphysisch ausgefallene und actionarme Finalkampf wollte so gar nicht zum Haudrauf-Helden Hulk passen.

Darum gab man nun die Zügel in die Hände des französischen Regisseurs Louis Leterrier, der schon mit den beiden „Transporter“-Filmen beweisen konnte, dass er ein Händchen für halsbrecherische Leinwand-Action hat. Doch der neue „Hulk“ sollte auch nicht zu einem reinen hirnlosen Actionspektakel mit leeren Charakteren verkommen, deswegen hat man ein beeindruckendes Schauspieler-Ensemble verpflichtet, allen voran Edward Norton („Fight Club“), der seine Mitarbeit davon abhängig machte, dass er das Drehbuch umschreiben durfte. Auch wenn er wegen gewerkschaftlichen Regelungen offiziell nicht als Drehbuchautor aufgeführt wird, hört man, dass er das Buch grundlegend umgestaltet hat. Leider hatten die Produzenten anscheinend Angst, mit einem schon wieder zu charakterlastigen Film die Hulk-Fans endgültig zu verschrecken und haben einige der von Norton dazu geschriebenen Szenen aus dem finalen Cut herausgenommen. So ist zum Beispiel ein Gespräch zwischen Bruce Banner und einem Psychologen (Ty Burrell), das sogar bereits in den Trailern zu sehen war, im Film nicht enthalten, was dazu führt, dass Burrells Figur etwas überflüssig wirkt.

Ein besser ausbalancierter Film wäre wahrscheinlich in Edward Nortons Schnittfassung herausgekommen, aber auch die stärker auf Action getrimmte Kinofassung kann größtenteils überzeugen. Die Schauspieler liefern alle gleichgute oder bessere Arbeit als ihre Vorgänger ab und – was vielen Fans der Figur wahrscheinlich wichtiger ist – die Action und die Effekte können sich sehen lassen. Man könnte darüber streiten, ob die trendige „Wackelkamera“ in einigen Szenen wirklich nötig gewesen wäre, aber die Action hat Wucht und ist eigentlich immer spannend und übersichtlich inszeniert. Der Hulk und sein Gegenspieler „Abomination“ sehen ebenfalls ziemlich überzeugend aus, auch wenn sie – wie so viele CGI-Charaktere – unter den berühmten „toten Augen“ leiden. Das sollte jedoch den Liebhaber von Superhelden-Spektakeln nicht weiter stören, in den meisten Szenen kommt es ohnehin nicht auf die subtile Mimik der Monster an. Fans werden sich freuen über zahlreiche Anspielungen auf die Comics, andere Marvel-Filme und sogar die beliebte „Hulk“-TV-Serie aus den 70ern, deren Hauptdarsteller kleine Cameo-Auftritte haben.

Fazit:
Der Neustart des „Hulk“ – wenngleich keine ganz so gelungene Verfilmung wie „Iron Man“ – ist spannend, gut gespielt und gemacht und dürfte auch denjenigen Superhelden-Fans gefallen, die mit dem Vorgängerfilm nicht so viel anfangen konnten. Während der Film in den meisten deutschen Kinos in einer geradezu verstümmelten "ab 12"-Fassung lief, erscheint er auf DVD in der ungekürzten "ab 16"-Version.

Der unglaubliche Hulk - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der unglaubliche Hulk
The Incredible Hulk

Bild unseres Mitarbeiters Adrian vom Baur
Bei seinem zweiten Leinwand-Anlauf macht der Hulk eine gute Figur


Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Louis Leterrier
Drehbuch:
Zak Penn
Darsteller:
Edward Norton, Liv Tyler, Tim Roth, William Hurt, Tim Blake Nelson

Verleiher:
Concorde Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
24.11.2008
Kinostart Deutschland :
10.07.2008