Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Once (Special Edition)
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Once (Special Edition)

Story:
Ein namenloser Straßenmusiker steht jeden Tag mit seiner Gitarre in der Fußgängerzone Dublins. Da der große Durchbruch auf sich warten lässt, repariert er Staubsauger im Geschäft seines Vaters. Eines Tages spricht ihn eine junge Pianistin an, die in den Straßen Blumen verkauft. Ihr gefallen seine Lieder und sie hat einen kaputten Staubsauger. In einem Klaviergeschäft singen die beiden zum ersten Mal gemeinsam ... 

Meinung zum Film:
Er ist ein talentierter Musiker, der auf den Straßen Dublins spielt, in der Hoffnung irgendwann entdeckt zu werden. Sie ist eine tschechische Immigrantin, die gerne (und gut) Klavier spielt, deren Erfolgsaussichten aber noch geringer sein dürften als seine. Beide begegnen sich in einer Fußgängerzone und das Mädchen fragt ihn (beide bleiben während des Films ohne Namen), für wen er den Song geschrieben habe, den er gerade spielt. Etwas überrascht von der Direktheit, erwidert er, dass sich das Lied auf seine frühere Freundin beziehe, die jetzt in London lebe. Die Unterhaltung ist ihm etwas unangenehm und auf die Frage, ob er denn auch einen richtigen Job habe, erfährt das Mädchen (und mit ihm der Zuschauer), dass er eigentlich seit dem Tod der Mutter in dem Staubsaugerreparaturladen seines Vaters arbeite. Wie es der Zufall so will, ist der Staubsauger des Mädchens momentan kaputt und so kommt sie einfach - samt dem Gerät - am nächsten Tag wieder an der Straßenecke vorbei, wo er gerade spielt.

Zunächst ist er nicht gerade begeistert, dann unterhalten sich die beiden allerdings bei einem Mittagessen länger und über ihre Liebe zur Musik entwickelt sich eine intensive Freundschaft. Doch ist "Once" kein Liebesfilm im klassischen Sinn. Es gibt zwar für beide Hauptdarsteller ein Happy End, doch nicht in dem Sinn, den die Zuschauer vielleicht auf Anhieb erwarten würden. Vielmehr ist das eigentliche Ziel der Beziehung zwischen dem "Typ" und dem "Mädchen", ein Demotape in einem professionellen Studio aufzunehmen. Die Lieder dafür stellen sie gemeinsam zusammen. Während er von ihr bei den meisten Stücken auf dem Klavier begleitet wird, ist sie bei einem der Songs - ein für sein empfinden zu romantisches Stück, für das er nicht die richtigen Worte findet - auch für den Text verantwortlich, wodurch sich die beiden Musiker wunderbar ergänzen.

"Once" ist ein Musical, das das Genre auf eine ganz neue Ebene rückt. Hier steht nicht Pomp im Vordergrund und auch die plötzlich unerwartet einsetzenden Lieder, bei denen auf einmal der gesamte Cast durchs Bild hüpft, wird man in dem Film nicht finden. Regisseur und Autor John Carney konzentriert sich auf das Wesentliche. Es geht nicht um Overacting, sondern um Musik. Seinen Klimax erreicht "Once" in der Szene der Studioaufnahme und auch wenn dies nicht gerade sonderlich spannend klingt, wird der Film nie langweilig. Die ehrliche, realistische, fast schon dokumentarische Herangehensweise - der Film wurde mit minimalstem Budget in 17 Tagen gedreht - hat ihren ganz eigenen Reiz und die ruhige Atmosphäre des Films trägt viel zum Charme des Ganzen bei. Die Qualität von "Once" dürfte auch dadurch begründet sein, dass beide Hauptdarsteller keine professionellen Schauspieler, sondern in erster Linie Musiker und Songwriter sind. Sie treten zusammen unter dem Namen "The Swell Season" auf und tatsächlich stammen sämtliche Lieder des Films aus ihrer Feder. Für den mitreißenden Song "Falling Slowly" gewannen die beiden sogar den Oscar 2008 - in jeder Hinsicht verdient. 

Digitale Aufarbeitung:
"Once" wurde mit einer Sony HVR Z1 HDV-Kamera gefilmt, wie sie auch bei VJs zum Einsatz kommen. Entsprechend hat das Bild eine etwas eigene Optik, die in einigen Szenen bewusst an Homevideo-Aufnahmen erinnert und den realistischen Touch des Films unterstreicht. Aufgrund des DV-Verfahrens ist natürlich keine Filmkörnung auszumachen, allerdings macht sich in dunkleren Szenen das typische ISO-Rauschen der CCD-Chips bemerkbar. Der Ton liegt auf Deutsch zwar als 5.1-Spur vor, doch bietet diese letztlich auch nicht mehr Raumklang als die englische Stereo-Variante. Leider beschränkt sich die Musik fast ausschließlich auf die Front bzw. sogar teilweise nur auf den Center, was bei den großartigen Songs sehr schade ist. Dies dürfte jedoch, wie auch die Mängel beim Bild, auf die Low-Budget-Produktion zurückzuführen und daher kein explizites Problem der DVD sein.

Arthaus hat für "Once" eine umfangreiche Special Edition zusammengestellt, die nicht an Bonusmaterial geizt. Die Filmdisc enthält neben dem Teaser und dem Trailer gleich zwei Audiokommentare von Regisseur / Autor John Carney und den beiden Hauptdarstellern. Der erste ist ein allgemeiner zum Film, der zweite behandelt speziell die Musik. Auf der Bonusdisc bekommt man dann den Song "Falling Slowly" als MP3-Datei, ein Making Of, eine kurze Featurette über die Entstehungsgeschichte, ein sechseinhalbminütiges B-Roll von hinter den Kulissen sowie ein umfangreiches Interview mit Hauptdarsteller Glen Hansard. Als besonderes deutsches Special enthält die Scheibe dann noch eine Q&A-Session mit Glen von der Premiere in Berlin sowie drei Livesongs, die er dort zum Besten gegeben hat. 

Fazit:
"Once" ist eine tolle Independent-Produktion aus Irland mit sympathischen Schauspielern und hervorragender, Oscar-prämierter Musik. Der Film hat eine angenehm ruhige Story, die jedoch nie langweilig wird. Auch die DVD weiß durch umfangreiches Bonusmaterial zu gefallen. Wer Musikfilme mag, kann mit der deutschen Special Edition nichts falsch machen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
82:45 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Filmsong "Falling Slowly" als mp3
  • Audiokommentare des Regisseurs und der Hauptdarsteller zu Film und Filmmusik
  • Making of
  • Interview mit Glen Hansard
  • Die Kinopremiere in Berlin
  • Behind the Scenes B-Roll
  • Die Hintergrundgeschichte
  • Livesongs von Glen Hansard
  • Die Filmmusik
  • Trailer
Once (Special Edition) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Once
Once

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Toller Film mit toller Musik


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Irland, 2006
Regie:
John Carney
Drehbuch:
John Carney
Darsteller:
Glen Hansard, Markéta Irglová, Hugh Walsh, Gerard Hendrick, Alaistair Foley

Label Deutschland :
Arthaus
Verkaufsstart Deutschland :
08.08.2008