 |
DVD-Besprechung - Inshalla - Razzia am Bosporus
Story:
Schmuggel kann eine erhebliche Einkommensquelle sein, besonders, wenn er organisiert und weltweit stattfindet. Inspektor Peter Hartwig (Carl Möhner) von Interpol versucht, einem solchen Schmugglerring in Istanbul auf die Schliche zu kommen, doch es ist gar nicht so einfach, an die Bande heran zu kommen. Schnell findet er den Stützpunkt der Gangster und das ist die „Exklusiv-Bar“ die von einer aparten Chefin (Eva Palmer) geführt wird. Und wenn Frauen im Spiel sind, dann wird die Aufgabe auch für Ermittler von Interpol nicht einfacher.
Meinung zum Film:
„Inshalla“ ist ein Krimi aus dem Jahre 1962 und kann dem Gangstergenre zugeordnet werden. Einer Bande von Drogenschmugglern soll der Garaus gemacht werden und dazu versucht ein Beamter von Interpol die Bande zu überführen. Die Geschichte bedient sich eines bekannten Grundschemas, welches bis heute seine Wirkung nicht verloren hat. Leider ist die Regiearbeit von Regisseur und Hauptdarsteller Carl Möhner („She-Devils Of The S.S.“)alles andere als spannend und überraschend. Auch die gewählten Örtlichkeiten lassen schnell Fragen aufkommen, warum denn z.B. Istanbul als Kulisse für den Kriminalfilm herhalten muss, wo doch die meisten Rollen optisch eher westlich besetzt wurden.
Die leicht orientalischen Eindrücke hätte sich Möhner auch schenken können, doch er selbst befürchtete wohl, dass die Story ansonsten keine Zuschauer angelockt hätte. Gut, in dieser Zeit war die Aussicht auf einen frivolen Bauchtanz sicherlich ein guter Anreiz, um im an sich prüden Kino mal etwas anderes zu erleben. Leider reicht dies heute nicht mehr aus, um die kahlen Stellen der Spannung mit wallendem Haar zu überdecken und so dümpelt die Spannung auf einer Woge aufkommender Langeweile. Der Film war schon für seine Zeit richtig schlecht und wer die aktuellen Filmeproduktionen bevorzugt, der erkennt, dass in den Jahrzehnten zwischen der Produktion von „Inshalla“ und der Gegenwart noch erheblichere Unterschiede liegen. Hätte Carl Möhner damals eine Güte im Sinne der vielen Edgar-Wallace-Krimis abgeliefert, so würde seine Produktion sicherlich eine bekanntere sein.
Die schauspielerische Leistung der Belegschaft ist gelinde gesagt schwach. Laienspieltruppen haben da mehr Energie und Leidenschaft. Möhner mag man vielleicht noch ein gewisses Bemühen bescheinigen, doch der Rest ist nicht in der Lage, eine Rolle zu spielen. Sie lassen ihre Charaktere fast schon zu Karikaturen mutieren und nicht einer von ihnen erreicht auch nur einen Ansatz von Glaubwürdigkeit. Zusammen mit der wenig spannenden Geschichte, der mauen Inszenierung kann im Ergebnis festgehalten werden, dass der Versuch einer abendfüllenden Krimiunterhaltung gänzlich daneben gegangen ist.
Digitale Aufarbeitung:
Gleich zu Beginn des Films erklärt eine Schrifttafel, dass es leider nicht gelungen ist, das Negativ des Films zu finden und daher eine saubere Überarbeitung nicht möglich war. Das Ergebnis ist dementsprechend und der Filmfreund darf sich auf alle Bildfehler von Blitzen bis zu deutlichen Helligkeitsschwankungen freuen. Der deutsche Ton ist ein wenig besser gelungen, jedoch merkt man ihm sein Alter an.
Als Extra gibt es einen Kurzfilm (ca. 11 Minuten) mit dem Flughafen Zürich im Mittelpunkt, sowie eine Bildergalerie mit Werbematerial zum Hauptfilm.
Fazit:
„Inshalla“ ist kein Krimi, der den Zuschauer vom Sofa holt, denn er zeigt erhebliche Schwächen in allen wichtigen Feldern einer Filmproduktion. Weder die Schauspieler, noch die Regie oder der Plot können beim Zuschauer punkten. Technisch konnte leider nichts am Bild verbessert werden, so dass der Film wohl nur eingefleischten Sammlern etwas gibt.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,66:1
|
82:07 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 2.0 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch |
|
Bonusmaterial:
|
- Kurzdokumentation "105 Minuten Aufenthalt"
- Bildergalerie mit Werbematerial
|
|  |
Inshalla – Razzia am Bosporus
Inshalla – Razzia am Bosporus
Ganz mauer Krimi von der Grenze Europas
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1962 Regie: Carl Möhner Drehbuch: Carl Möhner Darsteller: Bianca Bern, Carl Möhner, Eva Palmer, Sadri Alisik, Arman Seven
Label :
Magic Picture
Verkaufsstart : 17.07.2008
|