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DVD-Besprechung - Poirot - Collection 4
Story:
Der belgische Meisterdetektiv Hercule Poirot (David Suchet) kann sich bei der Lösung der kniffligsten Mordfälle auf seine kleinen grauen Zellen verlassen. Bei seinen Ermittlungen wird er von seiner Assistentin Miss Lemon (Pauline Moran), seinem alten Freund Captain Hastings (Hugh Fraser) und Chief Inspector Japp (Philip Jackson) von Scotland Yard unterstützt.
Meinung zum Film:
Mit der 4. Poirot-Collection schließt Anbieter Polyband nun endlich die seit der Veröffentlichung der 1. Collection bestehenden Lücke. Nachdem in der 1. Collection die 3. Staffel, in der 2. Collection die 2, Staffel und in der 3. Collection die 4. Staffel veröffentlicht wurden, werden nun die Episoden der 1. Staffel nachgereicht. Wer die späteren Staffeln bereits gesehen hat, wird sich in manchen Dingen ein wenig umgewöhnen müssen. Leicht fällt dies beim Anblick Poirots, der bei weitem noch nicht so rundlich wirkt, wie es in den späteren Staffeln der Fall ist. Deutlich schwieriger anzunehmen ist allerdings die vorliegende Synchronisation. Hercule Poirot wird hier nicht wie bislang gewohnt von Klaus Höhne gesprochen, sondern von Helmut Schellhardt. Dass dieser von der Stimmlage anders und nicht ganz so passend klingt wie Höhne ist eine Sache. Dass Poirot aber auf einmal keinerlei Akzent mehr hat, beraubt der Figur eines ganz großen Teils ihres Charmes. Selbst das oftmals verwendete „Mon ami“ vermag in seiner Art der Aussprache nur noch einen Teil seines Reizes auszumachen.
Inhaltlich bieten die Folgen aber wieder allerbeste britische Krimikost. Jede einzelne Episode glänzt durch einen fantastischen alt-viktorianischen Charme und die Geschichten aus der Feder Agatha Christies wurden auch hier mit sehr viel Liebe zum Detail umgesetzt. In der ersten Episode „Köchin gesucht“ geht es allerdings gleich ein klein bisschen humorvoller zu als gewohnt. Schon zu Beginn der Episode, wenn Poirot mit Hastings darüber philosophiert, welche Fälle es Wert sind von seinen elitären grauen Zellen gelöst zu werden, kann sich die Szene einer größeren Komik nicht erwehren. Und wenn der belgische Meisterdetektiv dann von seiner Auftraggeberin gleich wieder aus seiner Verpflichtung mit einem läppischen Beitrag entlassen wird, ist dessen gekränkte Seele ein herrliches Schauspiel, das von David Suchet wunderbar inszeniert wurde, Aber gerade in diesen Momenten wird klar, wie sehr Klaus Höhne als deutsche Synchronstimme fehlt. Durch ihn hätten diese Moment sicherlich noch deutlich mehr an Unterhaltungswert erhalten.
Zu den weiteren Folgen der 4. Collection gehören „Poirot riecht den Braten“, „Poirot und der Kidnapper“, „24 Schwarzdrosseln“, „Tot im 3. Stock“, „Urlaub auf Rhodos“, „Eine Tür fällt ins Schloss“, „Der unglaubliche Diebstahl der Bomberpläne“, „Die Abenteuer des Kreuzkönigs“ und „Der Traum“. Diese Fälle konfrontieren den Meisterdetektiv unter anderem mit einem erpresserischen Kindesentführer, einem tragischen, vermeintlichen Selbstmord, dem Schicksal zweier Zwillingsbrüder zwei verschiedenen Urlaubsreisen auf denen jeweils eine Ehefrau tot aufgefunden wird, der Enttarnung einer vermeintlichen Spionin, einem verzwickten Mordfall, bei dem es bereits eine Verdächtige gibt und dem jähen Ende eines exzentrischen Pasteten-Königs. Bei letzterem ist allerdings die Fantasie des Zuschauers bei der Lösung des Falls in großem Maße mitgefragt, da bei der Episode („Der Traum“) knapp 10 Minuten fehlen. Anstelle der üblichen rund 50 Minuten, bringt es diese Folge nur auf knapp über 40 Minuten. Der Rest fehlt. Nach 30:47 Minuten gibt es von der Aussage Poirots, dass er seine kleinen grauen Zellen anstrengen muss, einen Sprung mitten in die Auflösung des Falls. Was fehlt ist die Schlüsselszene, in der Miss Lemon ihren Chef auf die Idee bringt, wie der Pastetenkönig die Pünktlichkeit seiner Belegschaft überwachte und wie es dem Täter möglich war, diesen zu erschießen. Des Weiteren fehlt, wie Poirot zusammen mit Hastings beginnt, die Enttarnung des Mörders in Szene zu setzen, genauso wie die folgenden anfänglichen Worte Poirots an die versammelten Personen. Zusammen mit der höchst durchschnittlichen Synchronisation stellt diese technische Panne einen unschönen Nebengeschmack einer ansonsten gewohnt genialen Umsetzung der Geschichten um Hercule Poirot dar. Wie uns Anbieter Polyband mitteilte, wird es eine bereinigte Version der fehlerhaften 3. DVD geben. Wer eine fehlerhafte Auflage bekommen kann, kann sich unter der E-Mail-Adresse info@polyband.de an den Kundenservice wenden, der dann alle weiteren Details hinsichtlich des Austauschs mitteilen wird.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht den gewohnt durchwachsen-guten, annehmbaren Eindruck. Es ist typisch-britisch ein wenig grobkörnig und lässt auch den ein oder anderen analogen Defekt erkennen, weiß aber trotz dieser Mängel zu gefallen. Der Ton kommt meist in sauberem Dolby Digital 2.0 aus den Lautsprechern, sieht man einmal von der Episode "Der Traum" ab, wo es teilweise Verständnisprobleme wegen schwankender Lautstärke gibt. Zudem fehlen bei dieser Episode knapp 10 Minuten.
Extras gibt es wie gehabt keine auf den DVDs zu finden. Dafür liegt dem gewohnt schön gestalteten Digipak erneut ein Booklet bei, in dem neben einem Episodenguide mit ausführlichen Inhaltsangaben und Infos auch wieder die bekannten Hintergründe zu den Figuren in der Serie zu finden sind.
Fazit:
Die 1. Staffel der britischen Erfolgsserie „Agatha Christie: Poirot“ kann inhaltlich an den hohen Standard der anderen Staffeln anknüpfen. Allerdings ist die deutsche Synchronisation - und hier vor allem die unpassende Stimme Poirots - genauso ein Makel, wie die fehlenden knapp 10 Minuten in der letzten Episode „Der Traum“. Fans der Serie sollten trotzdem zugreifen, denn der Flair der Serie ist trotzdem im Kern vorhanden und bietet gewohnten Krimigenuss.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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9 Episoden a ca. 50 Minuten und 1 Episode a ca. 40 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Poirot - Staffel 1
Poirot: Season 1
Der belgische Meisterdieb mit akzentfreier Sprache und fehlenden 10 Minuten
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 1989 Regie: Diverse Drehbuch: Diverse (basierend auf Romanen von Agatha Christie) Darsteller: David Suchet, Hugh Fraser, Philip Jackson, Pauline Moran
Label :
Polyband
Verkaufsstart : 27.06.2008
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