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DVD-Besprechung - The Office - Die komplette Serie

Story:
David Brent (Ricky Gervais) ist Regional-Manager bei der Papierfabrik Wernham Hogg, wo er in einer Art von grober Selbstüberschätzung das Zepter schwingt. Seine aktuelle Hauptaufgabe ist die Rationalisierung seiner Geschäftsstelle für den Zusammenschluss mit einer anderen Filiale. Nach dem Abschluss dieser Aktion bekommt er mit Neil Godwin (Patrick Baladi) einen neuen Vorgesetzten vor die Nase gesetzt, der zusammen mit ein paar Kollegen aus der jüngst geschlossenen Filiale in Swindon in die Slough Büros übersiedelt.

Meinung zum Film:
Die BBC-Serie „The Office“ war eine große Erfolgsserie im britischen TV, die später unter gleichem Namen in den USA in angepasster Form umgesetzt wurde und in Deutschland unter dem Namen „Stromberg“, mit Christoph Maria Herbst („Neues vom WiXXer“) als Alter Ego von David Brent, ebenfalls großen Zuspruch fand. Doch der deutsche Ableger unterscheidet sich in einigen Punkten vom britischen Original, vor allem in Form des Antihelden. Während Bernd Stromberg es ab und an doch noch selbst bemerkt, wenn er sich ausschweifend in einem Fettnäpfchen wälzt, scheint dies für David Brent kein Problem zu sein. Umso tiefer er in Problemen steckt, umso mehr scheint es ihn zu reizen, noch einen drauf zu setzen. Vor allem seine selektive Wahrnehmung der Dinge, die selten zu einer guten Darstellung bei den Mitarbeitern und Kollegen führt, kann im Grunde nur als legendär bezeichnet werden. Ricky Gervais ("Extras") schafft es durch seine Darstellung beispielhaft, mit Gestik und Mimik sowie einer Mischung aus dem Anflug von Verlegenheit und dem tapferen Willen, den eingeschlagenen Weg, egal wie peinlich dieser auch sein mag, ohne Wenn und Aber weiterzuschreiten. Aber umso peinlicher die Situationen ausfallen, umso mehr ist man als Zuschauer auch wieder geneigt, dem nichtsnutzigen Manager seine Sympathien aus Mitleid zu schenken. Dass gerade eine sehr unangenehme Situation wie die Rationalisierung von Mitarbeitern für eine anstehende Zusammenlegung mit einer anderen Filiale überhaupt nicht sein Spezialgebiet ist, wird recht schnell klar. Vor allem sein Verhalten gegenüber den übergeordneten Managern lässt recht schnell große Befürchtungen aufkommen, dass er gradlinig daran arbeitet, sich und seine Mitarbeitern um ihren Job zu bringen.

Mit seinem neuen Vorgesetzten Neil bekommt David dann in der 2. Staffel einen lange Zeit sehr geduldigen Chef vor die Nase gesetzt, der zwar sehr schnell das wahre Leistungsspektrum seines neuen Leiters erkennt, ihn aber trotzdem weitestgehend gewähren lässt. Bei den neuen Kollegen, die in seiner Abteilung eingegliedert werden müssen, macht er sich natürlich gleich mit seinen eher beleidigenden denn freundlichen Worten beliebt. Seine alte Mannschaft ist das schon gewohnt, doch ist die Beförderung von Gareth Keenan (Mackenzie Crook / „Pirates of the Caribbean“) fast genauso schlimm, da dieser in gewohnter Manier versucht militärischen Zug in die Abteilung zu bringen, wozu er nun - zumindest theoretisch - die Weisungsbefugnis hat. Tim (Martin Freeman / „Per Anhalter durch die Galaxis“) ist das natürlich vollkommen egal und er spielt dem ungeliebten Kollegen weiterhin seine Streiche. Probleme hat er selber allerdings auch, da seine heimliche Liebe Dawn Tinsley (Lucy Davis / „Shaun of the Dead“) wieder mit ihrem alten Freund zusammen ist und auch die Abwechslung mit einer neuen Kollegin für ihn keine richtige Erfüllung darstellt.

Zusätzlich zu den beiden Staffeln der Serie gibt es auch noch das 2-teilige „Christmas Special“ in der Box geboten, das als offizielles Ende der Serie ausgestrahlt wurde. Hierbei werden einige offene Erzählstränge zu Ende gebracht und David Brent läuft in neuer Position noch einmal zu ganz großer Form auf. In einer der letzten Einstellungen schafft er es dann auch das erste Mal, nicht aus Mitleid, sondern für seine Taten Sympathien beim Zuschauer zu erringen. Der Humor der Serie ist durchweg britisch-dunkel, in manchen Aktionen Brents sogar tiefschwarz-peinlich, dass einem das Lachen auf Grund von Fremdschämens im Halse stecken bleibt. Brent ist dabei aber nie richtig gemein gegenüber irgend jemand anderem als sich selbst. Der überwiegende Teil der Gags geht auf seine Kosten. Lediglich Gareth schafft es zumindest teilweise noch, ihm in der unfreiwilligen Opferrolle zu folgen. Wer nicht den Fehler macht und das Verhalten von Brent als nur peinlich betrachtet, sondern dessen Aktionen mit Humor nimmt, wird bei "The Office" garantiert gut unterhalten werden. Es lässt sich zwar kaum vermeiden, ab und an einmal unverständlich den Kopf über die einzelnen Aktionen zu schütteln, im Großen und Ganzen ist es aber problemlos möglich, sich auf die humoristische Auslegung der einzelnen Handlungen zu konzentrieren. Am Ende wird man David Brent und die anderen Protagonisten bei Wernham Hogg fest in sein Herz geschlossen haben.

Digitale Aufarbeitung:
Für eine britische TV-Serie gibt es relativ wenig Rauschen im Bild zu erkennen. Die Farben sind ein wenig blass, was aber nicht unbedingt sonderlich negativ auffällt. Die Schärfe ist nur durchschnittlich und teilweise gibt es leichte Nachzieheffekte bei schnellen Bewegungen. Der nur in englischer Sprache vorliegende Ton ist stets gut zu verstehen. Eine deutsche Synchro gibt es nicht. Wer den Humor der Serie kennt wird diese aber auch nicht sonderlich vermissen, da der Witz der Serie dabei ohne Zweifel zu einem großen Teil verloren gehen würde. Bei der ersten Staffel gibt es Untertitel in deutscher Sprache, bei der zweiten Staffel und dem Christas Special zusätzlich auch noch in englisch.

Die Extras können sich durchaus sehen lassen. Zur 1. Staffel gibt es eine rund 40-minütige Dokumentation zur Serie, zur 2. Staffel noch einen rund 20-minütigen Blick hinter die Kulissen. Es folgen ein rund 23-minütiger Bericht mit Statements, warum die Serie bereits nach 2 Staffeln beendet wurde, ein knapp 6-minütigen Bericht vom Überraschungserfolg bei der Golden-Globes-Preisverleihung, einige nicht verwendete Szenen, knapp 8 Minuten Outtakes und 2 Musikclips mit Liedern aus der Serie - vorgetragen von David Brent. Zum "Christmas Special" gibt es zudem noch einen Audiokommentar mit den beiden Regisseuren.

In der stabilen Karton-Box werden die beiden bereits einzeln erhältlichen Season-DVDs ausgeliefert.

Fazit:
Nach einem ruhigen Start entwickelt sich „The Office“ zu einem großen Comedy-Highlight, das in seiner 2. Season noch einmal kräftig nachlegt. Und spätestens mit dem 90-minütigen „Christmas Special“ hat sich die Belegschaft von Wernham Hogg in die Herzen des Publikums gespielt. Schade, dass die 2. Staffel gleichzeitig auch die letzte war. Es wird nicht wenige geben, die gerne noch mehr von den Helden der Serie sehen würden. Wer die Einzelveröffentlichungen noch nicht sein Eigen nennt, sollte jetzt bei der Komplettbox zugreifen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,78:1
1,78:1
12 Episoden a ca. 30 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bonusmaterial:
  • Bonus Documentary
  • Deleted Scenes
  • Outtakes
  • Video Diary
  • Audiokommentar der Regisseure zum "Christmas Special"
  • Videoclip "If you don't know me by now" von David Brent
  • "Freelove Freeway" komplett ausgespielt
  • The Office: Closed for Business Documentary
  • Golden Globes Featurette
The Office - Die komplette Serie - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Office - Season 1 & 2 / The Christmas Special
The Office - Season 1 & 2 / The Christmas Special

Dieser Film wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet


Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
David Brent, der geistige Vater von Bernd Stromberg in Aktion


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 2001 - 2003
Regie:
Ricky Gervais, Stephen Merchant
Drehbuch:
Ricky Gervais, Stephen Merchant
Darsteller:
Ricky Gervais, Martin Freeman, Mackenzie Crook, Lucy Davis, Ewen MacIntosh, Stirling Gallacher, Joel Beckett, Ben Bradshaw, Sally Bretton, Oliver Chris, Angela Clerkin, Ralph Ineson, Patrick Baladi, Julie Fernandez

Label Deutschland :
BBC
Verkaufsstart Deutschland :
25.07.2008

Vertrieb Schweiz :
Impuls Home Entertainment
Verkaufsstart Schweiz :
25.07.2008