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DVD-Besprechung - Das Geheimnis der Spiderwicks

Story:
Helen Grace (Mary-Louise Parker) zieht nach der Trennung von ihrem Mann (Andrew McCarthy) zusammen mir ihren drei Kindern, den Zwillingen Jared (Freddie Highmore) und Simon (Freddie Highmore) sowie Mallory (Sarah Bolger) in das Haus ihrer Tante Lucinda Spiderwick (Joan Plowright), die in ein Heim eingewiesen wurde. Schon sehr bald entdecken die Kinder eine mystische Welt, die einst ihr Großonkel Arthur Spiderwick (David Strathairn) in einem geheimen Buch beschrieb. Doch das ganze ist nicht ganz ungefährlich, da der Oger Mulgarath (Nick Nolte) schon seit langem versucht aus dieser Welt auszubrechen und die Herrschaft über das Reich der Menschen anstrebt.

Meinung zum Film:
Die Verfilmung von Fantasystoffen für Kinder und Jugendliche erfreut sich in letzter Zeit immer größerer Beliebtheit. Während sich dabei die Umsetzung der Narnia-Bücher filmisch recht offensichtlich an ein junges Publikum richtet, schaffte „Der goldene Kompass“ den Spagat, auch ein reiferes Publikum zu unterhalten. Mit „Der Sternenwanderer“ gab es noch einen weiteren Vertreter, der zwar auf einer Comicvorlage für Erwachsene basierte, der es aber auch schaffte, generationsübergreifend zu unterhalten. „Das Geheimnis der Spiderwicks“ richtet sich in erster Linie zwar ebenfalls an eine junge Leserschaft, wen wundert es auch bei einer Nickelodeon-Produktion, kann aber dennoch auf Grund seines Witzes, seiner teils wunderschönen Aufnahmen und des erfrischenden Fantasyszenarios auch etwas reifere Semester unterhalten. Der Einstieg ist dabei zwar ein wenig schleppend, doch sobald Jared in die fantastische Welt eindringt und sie zu erforschen beginnt, nimmt die Geschichte immer mehr Fahrt auf und versteht es zunehmend besser, kurzweilig zu unterhalten.

Aber wie schon beim „Goldenen Kompass“ wirkt auch hier einiges im Eiltempo erzählt und es bleiben zahlreiche Feinheiten auf der Strecke. Das ist das alte Problem bei Literaturverfilmungen, die mehr als nur ein paar Seiten haben. Doch dem kreativen Team bestehend aus Regisseur Mark Waters („Solange Du da bist“) und den Drehbuchautoren Karey Kirkpatrick („Ab durch die Hecke“), David Berenbaum („Buddy - Der Weihnachtself“) und John Sayles („Sunshine State“) ist auch hier der Balanceakt einigermaßen gut gelungen, die Mischung aus Charaktertiefe und Unterhaltung zu finden. Teilweise wird es dann aber doch etwas sehr flach und wenig nachvollziehbar, wenn z.B. Jared das magische Buch, mit dessen Hilfe Mulgarath die Welt zerstören könnte, aus einem Schutzkreis heraus nimmt, ohne dass hierfür ein wirklich zwingender Grund besteht. Auch was Mulgarath selbst anbetrifft ist nicht alles ganz rund geworden. Er wirkt zu comichaft im Kontext des Films und erscheint wie der Bösewicht aus einem Superheldencomic, der für einen Film nicht besonders passend umgesetzt wurde. Und dies obwohl der gesamte Rahmen des Films ohnehin schon bereits einen eher comichaften Anstrich besitzt.

Die Animationen, die generell sehr gut gelungen sind, legen es gar nicht darauf an sonderlich realistisch auszusehen. Sie behalten einen Animationscharakter bei, fügen sich aber trotzdem sehr gut in die realen Aufnahmen ein. Dadurch erhält der Film einen sehr eigenen Stil, der in einem gewissen Rahmen auch einen sehr großen Reiz ausmacht. Nur bei Mulgarath ist dies dann leider gar nicht gelungen. Gelungen hingegen ist aber die Arbeit von Freddie Highmore („Charlie und die Schokoladenfabrik“) der in einer Doppelrolle die Zwillinge Jared und Simon spielt. Man muss schon sehr genau hinschauen um zu erkennen, dass es sich bei beiden Figuren um denselben Schauspieler handelt, manch einer dürfte dies wahrscheinlich sogar gar nicht bemerken. Die anderen Darsteller liefern solide Arbeit ab, ohne dabei jedoch sonderlich in Erinnerung zu bleiben. Doch in einem Film, bei dem zwei chaotische, aber dafür höchst liebenswerte Charaktere wie das Wichtelmännchen Thimbletack und der Waldschrat Piddledrip ausreichend Bildschirmzeit haben, ist das sicherlich auch nicht sonderlich verwunderlich.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist sehr gut gelungen und kann sich im oberen Qualitätsdrittel einordnen. Gleiches gilt auch für den deutschen Ton in Dolby Digital 5.1, der eine klare Verständlichkeit hat und auch die Effektlautsprecher einzusetzen versteht.

Die Extras setzen sich aus mehreren kleinen Beiträgen zusammen, die sich an ein eher junges Publikum richten. Den Beginn macht ein Beitrag mit Regisseur Mark Waters, in dem dieser in rund 7 Minuten die einzelnen Kreaturen des Films ausführlich beschreibt, während in dem folgenden, rund 8 Minuten dauernden Beitrag erklärt wird, wie die Welt des Buches für den Film umgesetzt wurde. In einem Buch kann man anschließend noch ein paar Notizen über die einzelnen Kreaturen nachlesen und sich eine Szene mit ihnen aus dem Film anschauen. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit, das „Handbuch der magischen Geschöpfe“ während des Films einzuschalten. Dadurch ist es möglich beim ersten Auftritt der Kreaturen während des Films an die entsprechende Stelle des Buches zu springen, um etwas über diese nachlesen zu können.

Fazit:
„Das Geheimnis der Spiderwicks“ ist ein gutes Fantasymärchen für die ganze Familie, das zwar die ein oder andere Schwäche im Drehbuch hat, dafür aber mit seiner unverbraucht wirkenden Optik und seinem Humor zu unterhalten weiß.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
91:50 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Türkisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Hebräisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Spiderwick: Es ist alles wahr!
  • Es ist eine Spiderwick-Welt
  • Arthur Spiderwicks Handbuch der magischen Geschöpfe
  • Handbuch der magischen Geschöpfe im Filmmodus
  • Das Geheimnis der Spiderwicks - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
    Das Geheimnis der Spiderwicks
    The Spiderwick Chronicles

    Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
    Eine familientaugliche Fantasywelt mit einem ganz eigenen Look und gutem Unterhaltungswert


    Autor der Besprechung:
    Michael Tomiak

    Filmdaten:
    Produktionsland,-jahr:
    USA, 2008
    Regie:
    Mark Waters
    Drehbuch:
    Karey Kirkpatrick, David Berenbaum, John Sayles (basierend auf den Romanen von Tony DiTerlizzi und Holly Black)
    Darsteller:
    Freddie Highmore, Sarah Bolger, Mary-Louise Parker, David Strathairn, Joan Plowright, Jordy Benattar, Nick Nolte, Andrew McCarthy

    Label Deutschland :
    Paramount Home Entertainment
    Verkaufsstart Deutschland :
    07.08.2008