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DVD-Besprechung - Boarding Gate

Story:
Sandra (Asia Argento), eine aufreizende Ex-Prostituierte, trifft sich in Paris mit Ihrem Ex-Geliebten Miles (Michael Madsen). Er, mittlerweile hoch verschuldet, war ein Big Shot auf dem internationalen Finanzparkett. Die beiden hatten eine wirklich bizarre Beziehung. Sie liebte ihn, obwohl er sie immer wieder als letzte Entscheidungshilfe sexueller Art in ausweglosen Geschäftssituationen missbrauchte. Doch das heftige S&M-Rendezvous endet so gewaltsam, dass Sandra fliehen muss. In Hong Kong will Sie ein neues Leben anfangen. Lester (Carl Ng) und Sue (Kelly Lin), ein attraktives junges Paar, versprechen ihr Hilfe. Aber nichts entwickelt sich, wie Sandra es erwartet. Die Situation verkompliziert sich. Es beginnt ein schmutziges Spiel aus Manipulation, Sex und Gewalt ...

Meinung zum Film:
Miles, einst hohes Tier im internationalen Finanzmarkt, hat mittlerweile einen großen Berg an Schulden. Er steht kurz davor, aus seiner Firma auszusteigen, um mit dem Verkauf der Anteile zumindest die gröbsten Geldsorgen aus der Welt zu schaffen, als ihn unerwartet Sandra, seine frühere Geliebte, in seinem Büro besucht. Eigentlich will sie ihm nur sagen, dass es endgültig aus ist, doch er lädt sie für den nächsten Abend zu sich nach Hause ein. Sandra, die bei einer Import-Firma arbeitet, will die Einladung eigentlich nicht annehmen, doch wird sie unterdessen von ihrem Chef beim Drogenschmuggel erwischt. Daraufhin besucht sie Miles doch noch und am Ende des Abends gibt es eine Leiche ... Wie sich herausstellt, hat ihr Chef sie diesen Auftragsmord für einen Kunden durchführen lassen. Um wen es sich bei diesem Kunden handelt und was seine Motive sind, bleibt zunächst unklar. Fakt ist nur, dass Sandra das Land verlassen und eine neue Identität annehmen muss. Dies soll in China geschehen. Als Zwischenstopp schlägt ihr Boss, selbst ein Chinese, Hongkong vor, wo er Freunde hat. Doch als Sandra dort ankommt, werden diese schnell zu Feinden.

Oliver Assayas ließ sich für seinen Film von dem wahren Mord an einem französischen Geschäftsmann inspirieren, der in seiner Wohnung tot aufgefunden wurde. Doch leider schöpft er das riesige Potenzial, das sich dadurch ergab, nicht mal ansatzweise aus. "Boarding Gate" will ein Thriller sein, ist aber für einen solchen letztlich zu dramahaft - und für ein Drama wiederum zu aussagelos. Das Ergebnis ist ein Film, der mit zwei, drei Thriller-Elementen aufwarten kann, ansonsten aber mit unbedeutenden - und noch dazu stinklangweiligen - Dialogen vollgestopft ist, die man als Zuschauer nur erträgt, weil man denkt, dass doch irgendwann noch mal etwas passieren müsse - was allerdings nicht der Fall ist. Der Mord an Miles wird zwar am Schluss aufgeklärt, so dass sich zumindest das größte Fragezeichen löst, das man beim Anschauen im Kopf hat, doch der Eindruck, einen wirklich überzeugenden Film gesehen zu haben, stellt sich trotzdem nicht ein. Zumal der Titel, in Verbindung mit dem Covermotiv, einen durchaus spannenden Streifen andeutet, der vielleicht in einem Flughafen-Terminal spielen könnte. Doch das "Boarding Gate" hat in dem gleichnamigen Film leider keinerlei Relevanz - es ist noch nicht mal eins zu sehen.

Sehr schade, dass der Film so öde ist, denn die Schauspieler wissen eigentlich zu gefallen. Michael Madsen macht zwar das, was er mehr oder weniger immer macht, und wirkt auch nicht gerade wie der allerüberzeugendste Geschäftsmann, aber gerade Asia Argento beeindruckt durch einen vielseitigen Auftritt. Nach "xXx" beweist sie erneut, dass sie auch noch mit einer Waffe in der Hand eine gute Figur macht und man nimmt ihr sowohl die abgehalfterte Drogenschmugglerin als auch die wilde Ex-Geliebte von Miles ohne Weiteres ab. Doch leider mangelt es dem Film einfach an Charakterzeichnung, weshalb man als Zuschauer für keine der Figuren sonderliche Sympathien oder Antipathien entwickeln kann. Die Geschichte blubbert einfach so vor sich hin und hält es nicht für nötig, Geschehnisse oder Figuren näher zu beleuchten.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der deutschen DVD von Ascot Elite bewegt sich im guten Mittelfeld. Die Schärfe könnte gelegentlich einen Tick besser sein und besonders bei dunkleren Innenaufnahmen ist sehr starkes Rauschen wahrnehmbar. Die Kompression verhält sich jedoch unauffällig und die Farben wirken natürlich. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in Dolby Digital 5.1 vor, zudem bietet die Scheibe einen deutschen dts-Track. In Anbetracht der Tatsache, dass der Film über keine nennenswerten Action-Sequenzen verfügt und auch der Score minimalistisch ist, macht Letzterer jedoch nicht allzu viel Sinn und lässt keine nennenswerten Unterschiede zur Dolby-Version erkennen.

Das Bonusmaterial ist zwar interessant, aber leider viel zu kurz. Neben dem Trailer gibt es ein sechseinhalbminütiges B-Roll von den Dreharbeiten sowie ein dreiminütiges Interview mit Michael Madsen und ein viereinhalbminütiges mit dem Regisseur. Am hintergründigsten sind da noch die beiden zusammengeschnitten Interviews mit Asia Argento, die es insgesamt auf knapp 13 Minuten bringen.

Fazit:
"Boarding Gate" ist ein unsagbar ödes Drama, in dem ein paar winzige Thriller-Elemente versteckt wurden. Der Film hat eine durchaus überzeugende Asia Argento zu bieten, doch kann sie das langweilige Drehbuch und die fehlende Charakterzeichnung auch nicht mehr ausgleichen. Somit dürfte der Streifen letztlich maximal für Fans der Hauptdarsteller interessant sein, die ihre Sammlung komplettieren wollen. Technisch bewegt sich die DVD im guten Mittelfeld, das Bonusmaterial fällt allerdings etwas kurz aus.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
101:58 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Beim Dreh
  • Interviews mit Asia Argento, Michael Madsen und Regisseur Olivier Assayas
  • Originaltrailer

Boarding Gate - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Boarding Gate
Boarding Gate

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Öde Thriller-Mogelpackung ohne Spannung und Tiefgang


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, Luxembourg, 2007
Regie:
Olivier Assayas
Drehbuch:
Olivier Assayas
Darsteller:
Asia Argento, Michael Madsen, Kelly Lin, Carl Ng

Label Deutschland :
Ascot Elite
Verkaufsstart Deutschland :
21.08.2008