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DVD-Besprechung - Frida - Mit dem Herzen in der Hand

Story:
Die 13-jährige Frida leidet noch immer unter der Trennung ihrer Eltern und auch über ihre eigenen Gefühle in Bezug auf das andere Geschlecht ist sie sich alles andere als sicher. Nachdem sie jedoch Erich Fromms "Die Kunst des Liebens" gelesen hat, glaubt sie, Experte für Herzensangelegenheiten geworden zu sein. Sie beginnt, Fromms Gedanken nicht nur auf ihr eigenes Liebesleben anzuwenden, sondern auch ihre Mitmenschen mit weisen Ratschlägen zu behelligen. Darunter leidet vor allem ihre Mutter, für die das Mädchen kurzerhand eine Kontaktanzeige aufgibt. Doch bald muss Frida erkennen, dass sich die Liebe nicht nach der Theorie eines Buches meistern lässt ...

Meinung zum Film:
Frida ist 13 Jahre alt, frech, intelligent - und ziemlich vorlaut. Gemeinsam mit ihrer geschiedenen Mutter und ihrer älteren Schwester wohnt sie irgendwo in Oslo. Als sie in den Sommerferien dem fußballbegeisterten Raymond begegnet und kurz darauf "Die Kunst des Liebens" von Erich Fromm liest, glaubt sie, nun in allen möglichen und unmöglichen Liebesdingen Bescheid zu wissen. So wird ihr auch schnell klar, dass ihre Mutter natürlich unglücklich sein muss, fehlt ihr doch ein Mann! Der Vater lebt in Amerika und hat vor Kurzem geschrieben, dass er seine neue Freundin heiraten will - also wird es auch für Mama langsam Zeit, einen neuen Mann zu bekommen. Doch wo bekommt man den her, wenn die liebe Frau Mutter bei diesem ehrbaren Unterfangen so gar nicht mitzuhelfen gedenkt? Die Lösung stellt sich Frida in Form einer Kontaktanzeige dar, die sie mal eben - mir nichts, dir nichts - in der Zeitung für Mama aufgibt.

Frida selbst hat ebenfalls Schwierigkeiten mit der Liebe, allerdings sind ihre Probleme völlig anderer Natur - sie kann sich nicht entscheiden, wen sie denn nun am liebsten mag. Da wäre Raymond, der Fußballer aus den Sommerferien, dem sie Briefe schreibt. Oder Andreas, den sie vor Kurzem beim Klavierunterricht kennen gelernt hat. Zuguterletzt könnte sie natürlich auch Martin nehmen, der "nur" ein Mitschüler ist. Um sich die Sache einfacher zu machen, verteilt sie auf Strichlisten Pluspunkte für die drei, was sich auf Dauer aber nicht als ideale Lösung herausstellt. Und auch generell sieht es für Frida bald weniger rosig aus. Denn die Qual der Wahl führt durch allerlei Zufälle dazu, dass ihre Freundschaft mit Martin zerbricht. Hinzu kommt noch, dass es in der Schule ebenfalls nicht zum Besten steht - und das für ihre Mutter arrangierte Blind Date verläuft ebenfalls alles andere als nach Plan. Doch zum Glück ist da noch der Religionswissenschaftler Karl, eine Art väterlicher Freund, den Frida zufällig kennen gelernt hat. An ihn wendet sie sich - wobei sie nicht ahnt, dass sie mehr mit ihm verbindet, als es auf Anhieb den Anschein hat.

"Frida - Mit dem Herzen in der Hand" ist ein typischer skandinavischer Jugendfilm aus dem Jahr 1991, wie man ihn auch oft im KiKa oder im Wochenendprogramm des ZDF zu sehen bekommt. Die Geschichte besticht durch klischeelose Realitätsnähe und die Probleme, die familiär und in Sachen Liebe entstehen können, werden mit ausreichendem Tiefgang angeschnitten, aber nicht so exzessiv, dass das junge Publikum dadurch überfordert würde. Generell wirken sämtliche Figuren durchweg überzeugend und glaubhaft, wobei besonders Hauptdarstellerin Maria Kvalheim durch ihre charmante, frische Art gefällt. Als Frida war sie bereits in der gleichnamigen, preisgekrönten Jugendserie von Autor Torun Lian zu sehen. Mit ihrem natürlichen Auftreten sorgt sie dafür, dass ihre Serienrolle auch in diesem Spielfilm eine gute Figur macht.

Digitale Aufarbeitung:
Der Transfer wurde von einem deutschen Bildmaster abgetastet und liegt im sehr seltsamen Format 1,55:1 vor, was einem 4:3-Bild mit schmalen schwarzen Balken entspricht. Hier wäre vielleicht sinnvoller gewesen, in 1,66:1 abzutasten und den Transfer anamorph anzulegen. Besonders in der Titelsequenz sind extrem viele Verschmutzungen zu erkennen, das legt sich jedoch später zum Glück größtenteils, auch wenn trotzdem hin und wieder Staub auftaucht. Die Schärfe ist gut und die Farben wirken natürlich. Der Hintergrund rauscht ein wenig, was allerdings nicht zu übertrieben stark auffällt. Beim Ton gibt es keine großen Überraschungen. Man findet die norwegische Originalversion sowie die deutsche Fassung jeweils in Stereo vor. Beide Spuren bieten gute Dialogverständlichkeit und die gelegentlichen mit Musik unterlegten Passagen wurden sauber abgemischt.

Als Bonusmaterial gibt es den Trailer zum Film sowie im DVD-ROM-Teil das Presseheft, das zum deutschen Kinostart 1993 veröffentlicht wurde.

Fazit:
"Frida - Mit dem Herzen in der Hand" ist ein unterhaltsamer Jugendfilm aus Norwegen, der durch eine realitätsnahe Geschichte um Liebe und Familie sowie durch frische, überzeugende Darbietungen der Schauspieler zu gefallen weiß. Die deutsche DVD von Kinowelt bietet - trotz einiger Schwächen - gute Qualität, schwächelt allerdings etwas beim Bonusmaterial.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,33:1
1,33:1
109:04 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Norwegisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Fotogalerie
  • Deutsches Presseheft als PDF
Frida - Mit dem Herzen in der Hand - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Frida - Mit dem Herzen in der Hand
Frida - med hjertet i hånden

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Unterhaltsamer Jugendfilm um Liebe und Familie


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Norwegen, 1991
Regie:
Berit Nesheim
Drehbuch:
Torun Lian
Darsteller:
Maria Kvalheim, Elsa Lystad, Helge Jordal, Jan Hårstad, Anders Bratlie

Label Deutschland :
Arthaus
Verkaufsstart Deutschland :
08.08.2008