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DVD-Besprechung - Erleuchtung garantiert

Story:
Gustav (Gustav Peter Wöhler) ist Feng-Shui-Experte und will sich einen Traum erfüllen. Er hat von einem japanischen Abt die Erlaubnis bekommen, ein Kloster zu besuchen, dort eine Zeit lang zu leben und am klösterlichen Leben teilzunehmen. Doch am Abend vor seiner Abreise nach Tokio steht plötzlich sein Bruder Uwe (Uwe Ochsenknecht) heulend auf seinem Sofa und erklärt, dass seine Frau mit den Kindern abgehauen ist. Uwe fleht tränenreich darum, dass Gustav ihn nach Japan mitnehmen möge, was dieser dann auch tatsächlich macht. Kaum in Tokio angekommen, beginnt Uwe zu nerven und als die beiden sich in der glitzernden Metropole verlaufen, scheint alles nur noch schief zu gehen.

Meinung zum Film:
„Erleuchtung garantiert“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie eine Regisseurin beweisen kann, dass ihre besten Zeiten vorbei sind. Zu Beginn ist da der optische Schock, dass wahrscheinlich mit einer Heimvideokamera die Bilder gemacht wurden. Mal wird mit Stativ, mal ohne gedreht und der fast schon dokumentarisch wirkende Ansatz verliert umgehend seinen Anreiz. Nun, hin und wieder gibt es Storys, welche die Optik herausreißen können, doch eine solche Geschichte liegt hier leider nicht vor. Zu erleben gibt es lediglich ein paar banale Belanglosigkeiten und zu keinem Zeitpunkt erschließt sich dem Zuschauer, womit Regisseurin Doris Dörrie eigentlich unterhalten möchte.

Dass sich jemand in Tokio verläuft, ist nicht neu und in diesem Fall auch extrem ununterhaltsam umgesetzt worden. Hinzu kommen diverse unlogische Entscheidungen der handelnden Personen, so dass das Publikum nur noch die Augen verdreht und das Bemühen des Drehbuchs um Spannung gnadenlos baden geht. Da fährt ein Taxi mit den beiden Hauptdarstellern deutlich zu weit an deren Hotelumgebung vorbei und anstatt, dass sie nun den Weg wieder zurücklaufen, rennen sie weiter in die verkehrte Richtung. Ganz groß ist auch die Idee, sich ein Zelt aus einem Kaufhaus zu klauen, denn Geld haben sie keines mehr. Der Europäer von Welt sieht zu, um die deutsche Botschaft zu erreichen, doch die zwei Logikverweigerer campen als Obdachlose in einer der größten Städte der Welt. Auch ganz logisch, wenn Uwe sich von einer Wahrsagerin die Zukunft erklären lässt, auf japanisch, einer Sprache, die er selbst gar nicht spricht.

Aufgelockert wird das grausige Werk durch einzelne Szenen, in denen der Alltag Tokios bzw. Japans gezeigt wird. Hündisch ergebene Verkäufer in den Kaufhäusern, schräge Straßenkünstler, verkrachte ausländische Existenzen, da wird schon einiges geboten. Nach den deutlich zu langen 105 Minuten endet die Zuschauerfolter und es kommt die klare Erkenntnis, dass Dörrie besser eine Tokio-Dokumentation gedreht hätte und Uwe Ochsenknecht („Die Bluthochzeit“) und Gustav Peter Wöhler („7 Zwerge- Der Wald ist nicht genug“) wären besser in Deutschland geblieben. Übrigens soll dieser Film ein Roadmovie mit Humor sein. Das erstere mag ja noch halberlei stimmen, doch Humor ist Mangelware.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild entspricht dem, was man sich so von einem Heimvideo mit einer ordentlichen Kamera vorstellen kann. Es wirkt nicht wie das eines normalen Spielfilms und weist teilweise eine gewisse Körnung auf. Die Farben sind blass. Der Ton passt sich dem Ganzen an und bietet somit nichts Berauschendes.

Bei den Extras gibt es zunächst drei Interviews mit Doris Dörrie, Uwe Ochenknecht und Gustav Peter Wöhler. Inhaltlich geben diese einem nicht viel und es gibt ein bisschen Esoterik und eine Portion Erkenntnis über das japanische Leben. Hinzu kommen noch 3,5 Minuten mit Eindrücken vom Dreh, sowie Texttafeln mit Darstellerinfos.  

Fazit:
„Erleuchtung garantiert“ möchte eine deutsche Komödie sein, ist es aber nicht. Langweilig und ohne Inspiration leiert Doris Dörrie Stereotypen ab, ohne auch nur ansatzweise an den Esprit ihrer früheren Werke anschließen zu können. Für Spielfilmfreunde ist das gewählte Filmmedium eine bittere Pille.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,78:1
1,78:1
105:13 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Interviews
  • Blick hinter die Kulissen
  • Darstellerinfos
Erleuchtung garantiert - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Erleuchtung garantiert
Erleuchtung garantiert

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Dörrie floppt komplett


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1999
Regie:
Doris Dörrie
Drehbuch:
Doris Dörrie
Darsteller:
Uwe Ochsenknecht, Gustav-Peter Wöhler, Petra Zieser, Ulrike Kriener, Anica Dobra

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
07.08.2008