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DVD-Besprechung - Mortal Fighters

Story:
Die "Power Net Show Internet Cooperation", ein großer, international agierender Unterhaltungskonzern, veranstaltet mit großem Medienrummel eine Kung Fu-WM, die weltweit mit Hilfe des Internets übertragen wird. Dem Gewinner winken fünf Millionen Dollar sowie weitere Vermarktungsmöglichkeiten, z.B. ein Ausrüstervertrag mit einer Tochterfirma. Während die weibliche Kämpferin Tang Ning (Patricia Ja Lee) aus dem Schatten ihres Vaters heraustreten möchte, wetteifern Kuang Kin (Ken Chang) und Jin Fang (Jun Ngai Yeung) darum, wer der würdigste Schüler ihres gemeinsamen Großmeisters ist.

Meinung zum Film:
Regisseur Stephen Tung Wai ("Black Cat 2") dürfte in westlichen Gefilden vor allem durch "Contract Killer - Im Auftrag des Todes", dem letzten Actionfilm von Jet Li, bevor er in Hollywood Fuß fasste, einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht haben. Drei Jahre später folgte dann der vorliegende "Mortal Fighters", bei dem er budgettechnisch deutlich kleinere Brötchen backen musste und dessen mangelnder Erfolg seine Karriere als Regisseur, zumindest bis zum heutigen Tage, besiegelte. Zumindest in der Hauptrolle findet sich mit Ken Chang ("Killzone SPL") ein etwas bekannteres Gesicht, während die weiteren Darsteller entweder von der Bildfläche verschwanden oder andere Karrieren beim Film anstrebten. Paul Rapovski ("Tigerkralle 2") in der Rolle des ehemaligen Champions machte fortan beispielsweise eher als Stunt-/Fight-Coordinator ("Riddick - Chroniken eines Kriegers") auf sich aufmerksam, während Patricia Ja Lee ("Hollywood Kills") vornehmlich japanische Animes synchronisierte. Scott Adkins ("The Shepherd") der hier allerdings nur einen sehr kleinen Auftritt bestreitet, ist hingegen als Regular von Isaac Florentine ("Undisputed 2") oder mit Nebenrollen in größeren Hollywood-Produktionen momentan gut im Geschäft.

Zunächst sollte man alle vom Vertrieb bemühten Assoziationen zu "Ong Bak" oder "Mortal Kombat" bei diesem Titel ganz schnell vergessen. Weder bezüglich des Budgets, noch der Qualität der Kämpfe oder gar dem Härtegrad kann "Mortal Fighters" auch nur annähernd mit einem dieser Werke mithalten. Wer zudem handelsübliche One-on-One-Turnierkämpfe erwartet, wird erst ab der 35. Minute bedient. Außerdem finden die Kämpfe stets auf einer kleinen Plattform statt, verlaufen vollkommen unblutig und werden mit leichten Körperpanzern bestritten. Die vorigen Ausscheidungswettbewerbe für die acht Finalisten verlaufen zudem eher im Stil eines "American Gladiators" oder von "Takeshis Castle", bei denen aber zumindest nebenher auch kräftig ausgeteilt wird. Die Story ist leider mehr als ausgelutscht, wird aber extrem ausgewalzt und taugt doch kaum als Füllmaterial. Besonders schwer wiegt, dass sich der Film leider ziemlich ernst nimmt. Dabei wäre aufgrund strunzdummer Dialoge, eindimensionaler, selbstverliebter Charaktere und der dominierenden Billigoptik zweifellos ein hohes Trashpotential vorhanden gewesen.

Überhaupt erscheint es unglaublich, dass der Film tatsächlich erst im Jahr 2001 entstanden sein soll, erinnert er doch frappierend an Billigproduktionen der 90er-Jahre aus dem gleichen Herkunftsland. Dabei sind die leider eher spärlich gesäten Kämpfe handwerklich noch nichtmal schlecht geraten. Die Verantwortlichen versuchen wirklich mit allen Tricks, wie Zeitlupen, Speed-Ups, Standbildern, Replays, schnellen Schnitten und einem hohem Tempo die Kämpfe interessanter zu gestalten. Und obwohl das bei allen Darstellern auch relativ gekonnt aussieht, limitieren der enge Raum und das Ziel, den Gegner lediglich von der erhöhten Kampfplattform zu werfen, deutlich die Aktionen der Kämpfer. Auf eine Interaktion mit der Umgebung muss daher ebenfalls komplett verzichtet werden.  

Digitale Aufarbeitung:
Der Bildqualität ist leider die preisgünstige Produktionsweise des Films deutlich anzusehen. Die Schärfe ist bestenfalls durchschnittlich und bei schnellen Bewegungen macht sich die Kompression nachdrücklich bemerkbar. Weiterhin wirken die Farben unnatürlich grell, dabei allerdings nicht besonders ausdrucksstark. Ein stärkeres Bildrauschen ist ebenfalls nicht zu übersehen, während die Kontrastwerte tendenziell schwankend ausgefallen sind. Die Tonspuren bieten allesamt eine gute Verständlichkeit, während die Qualität der Synchronisation jeweils unterdurchschnittlich ausgefallen ist. Besonders Einwürfe von Nebenfiguren haben bestenfalls noch Amateurniveau und die englische Tonspur ist alles andere als lippensynchron. Diese Tonspur ist außerdem eine Mischung aus kantonesischen und englischen Passagen, da die Asiaten untereinander stets in ihrer Landessprache kommunizieren. Die Dialoge sind aber immerhin gut mit der Musik-/Soundkulisse abgestimmt und die 5.1-Tonspuren bieten während der Kämpfe auch gelungene Raumklangeffekte.

Das einzige Bonusmaterial auf der DVD ist der kurze Trailer zum Film.

Fazit:
"Mortal Fighters" ist ein äußig kostengünstig produzierter Klopperstreifen, der sich selbst, trotz Trashpotential, zu ernst nimmt und der extrem dünnen Story und den grenzdebilen Dialogen deutlich zuviel Raum einräumt. Aufgrund der naiven Aufmachung des Films und handwerklich ganz ordentlicher, wenn auch zu seltener, Kampfeinlagen können Genrefreunde aber durchaus mal einen Blick riskieren. Technisch ist die DVD leider eher unterdurchschnittlich, bietet keine nennenswerten Extras und verfügt über eine ziemlich grauslige Synchronisation, die man besser mit viel Humor nehmen sollte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
84:53 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bonusmaterial:
  • Trailer
Mortal Fighters - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Mortal Fighters
Dei Seung Chui Keung

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Billiger Klopper mit einer Prise "American Gladiators" und "Takeshis Castle" ohne große Höhepunkte


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hongkong, 2001
Regie:
Stephen Tung Wai
Drehbuch:
Jian Zhang Chen, Biu Kei Ip, Diao Hai Jiang
Darsteller:
Ken Chang, Patricia Ja Lee, Jacquline Li, Jun Ngai Yeung, Paul Rapovski, Somchai Siabkuntod

Label Deutschland :
Savoy Film
Verkaufsstart Deutschland :
15.08.2008