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DVD-Besprechung - Rock & Rule
Story:
MOK, der größte Rockstar einer postapokalyptischen Welt, verflgt einen großen Plan: Die eine Stimme zu finden, die es ihm ermöglicht, einen Dämonen aus einer anderen Dimension herbeizurufen. Nach langer, vergeblicher Sucher hat er auch endlich diese Stimme aufgetan – Angel, die zweite Stimme einer Rockband, deren Frontmann Omar unsterblich in Angel verliebt ist, ohne ihr dies jedoch zeigen zu können. Während MOK versucht, Angel für seine Zwecke einzuspannen, beginnt Omar den Kampf gegen den übermächtig wirkenden Gegner aufzunehmen.
Meinung zum Film:
„Rock & Rule“ ist unschwer als ein Animationsfilm der frühen 80er-Jahre zu erkennen. Er wird dominiert von kräftigen Farben, Fabelwesen mit einer Mischung aus menschlicher und tierischer Gestalt und allerlei Schnickschnack einer noch sehr jungen Computerkultur. Er steht ganz in der Tradition von Animationsfilmen von Ralph Bakshi, der mit „Heavy Traffic“, „Wizards – Die Welt in 10 Millionen Jahren“ und „Feuer und Eis“ 3 beliebte Animationsfilme seiner Zeit zum Leben erweckte. Wüsste man es nicht besser, man könnte als Zuschauer fast zu dem Fazit kommen, dass Meister Bakshi selbst seine Finger bei der Gestaltung und der Animation im Spiel gehabt hätte. Doch Regisseur Clive A. Smith ist ebenfalls kein unbekannter im Animationsgeschäft und zeichnet sich als ausführender Produzent unter anderem für Serien wie „Pippi Langstrumpf“, „Tim und Struppi“ und „Die Glücksbärchis“ verantwortlich, „Rock & Rule“ blieb aber seine einzige abendfüllende Arbeit, bei der er selbst Regie führte.
Wo der Film im Vorfeld punkten kann, ist sicherlich bei der Beteiligung von Rock- und Popstars, deren Namen auch auf dem Cover groß verkündet werden. „Blondie“-Frontfrau Deborah Harry, Cheap Trick, Lou Reed, Earth Wind & Fire und Iggy Pop steuerten Songs zum Film bei, ohne dabei allerdings den Eindruck beim Zuschauer zu hinterlassen, dass man gerade etwas besonderes gehört hat. Der Soundtrack klingt nach Durchschnittsware und hat, vielleicht einmal abgesehen vom finalen Duett, kaum etwas nachhaltiges zu bieten. Hier sind die Namen eindeutig größer als das tatsächliche Hörvergnügen. Vor allem das durch Lou Reed geschriebene und vorgetragene „My name is MOK“ ist so unspektakulär und langweilig, dass es weder der Person des MOK gerecht werden kann, noch sonderlich stimmig klingt. So einen 08/15 Beitrag schreibt Mr. Reed sicherlich ohne Probleme zwischen Frühstück und Mittagessen.
Das größte Problem von „Rock & Rule“ ist, dass selbst für die frühen 80er-Jahre, das ganze Szenario und die ganze Inszenierung viel zu leer und ohne Inspiration daher kommen. Bösewicht MOK ist eine Mischung aus Mick Jagger und Dr. Frank-N-Furter aus der „Rocky Horror Picture Show“. Angel eine Frau mit Katzenzügen und Omar ein Mann mit Hundezügen im Gesicht. Hinzu kommen zwei zu vernachlässigende Sidekicks in der Band und 3 tumbe Riesenbabys als Schergen von MOK, die im tiefen Innersten aber gute Wesen sind. Dazu ein bisschen postnukleare Stimmung, ein bisschen bunte Neonlichter und eine oberflächliche Liebesbeziehung unter dem Druck eines perfiden Plans, die Welt ins (noch größere) Chaos zu stürzen. Das reicht aber leider nicht aus, um selbst die kurzen 77 Minuten des Films ohne Längen über die Zeit zu bringen. Es wird sich von einer Szene zur nächsten gehangelt, ohne dabei auch nur den Hauch von Dramatik oder Spannung aufkommen zu lassen. Die Charaktere sind allesamt ohne den kleinsten Schimmer Tiefe, was die Verteilung von Sympathien deutlich erschwert. So bleibt es am Ende bei einem bunten SciFi-Abenteuer, das mit der ein oder anderen netten Szenen und einem Neon-Bunten Äußeren teils kurzweilig, teils allerdings mit deutlichen Längen unterhalten kann. Der Wunsch, sich das ganze mehrmals anzusehen, dürfte bei den wenigsten aufkommen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für sein Alter sehr gut aufbereitet worden. Zwar gibt es ab und an mal kleinere Unschärfen, die allerdings nicht sonderlich störend ins Bild fallen. Ein wenig anders ist es beim deutschen Dolby Digital 5.1 Ton, der sehr verhallt klingt und teilweise zudem leiert. Da dieses Leiern vor allem bei Songs immer mal wieder zu hören ist, fällt dieses äußerst störend ins Gewicht. Wer die Möglichkeit hat sollte von daher besser auf die englische Dolby Digital 5.1 Spur wechseln, ggf. mit zugeschalteten deutschen Untertiteln. Dieser klingt zudem auch deutlich frischer, ohne störenden Hall und verteilt sich über die Musik auch dezent im Raum.
Als Extras gibt es auf der Film-DVD neben dem Audiokommentar von Regisseur Clive A. Smith noch ein paar Filmbeiträge. Einer davon ist das alternative Opening, das aber kaum von Interesse ist. Im "Working Reel" gibt es einzelne Szenen in verschiedenen Phasen zusehen. Teilweise kommen hierbei auch die Storyboards zum Einsatz. Es folgt noch ein ausführliches Making Of, bei dem auch die Rock- und Pop-Stars zu Wort kommen, die sich für den Soundtrack verantwortlich zeigen, und das insgesamt sehr interessant ausgefallen ist. Abschließend gibt es noch einige Bildergalerien zu verschiedenen Themenbereichen. Als erstes Extras auf der Bonus-DVD gibt es die kanadische Schnittfassung des Films, die sich aber nicht gravierend von der US-Version unterscheidet und sich zudem nur in bescheidener Qualität auf der DVD befindet. Geahltvoller ist da schon der Kurzfilm "The Devil and Daniel Mouse", der eine sehr unterhaltsame Variation der Idee von "Rock & Rule" ist und deutlich besser unterhalten kann als der Hauptfilm. Abschließend folgt noch ein interessantes Making Of zu diesem Kurzfilm. Für eine eher kleine Produktion ist das Bonusmaterial erstaunlich ausführlich vorhanden.
Fazit:
„Rock & Rule“ ist ein kanadisches Animationsprojekt aus den frühen 80er-Jahren, das optisch recht ansprechend geraten ist, in Sachen Story, Dramatik und Charakterzeichnung aber eine satte Bauchlandung erleidet. Das Bonusmaterial ist verhältnismäßig ausführlich und wertet die Veröffentlichung deutlich auf.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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77:20 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Working Reel "Rock & Rule"
- Making Of "Rock & Rule"
- Kommentar von Regisseur Clive A Smith
- Alternatives Opening
- Bildergalerie
- Kanadische Schnittversion "Rock & Rule"
- The Devil an Daniel Mouse
- Making of "The Devil an Daniel Mouse"
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Rock & Rule
Rock & Rule
Rockig, poppig, aber leider auch zäh und inhaltsleer
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada, 1983 Regie: Clive A. Smith Drehbuch: Peter Sauder, John Halfpenny, Patrick Loubert Darsteller: -
Label :
Marketing Film
Verkaufsstart : 25.07.2008
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