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DVD-Besprechung - The incredible Hulk (1966) - Complete Series

Story:
Der Wissenschaftler Dr. Bruce Banner wird bei einem Unfall verstrahlt und verwandelt sich daraufhin immer, wenn er wütend wird, in den unheimlichen Anti-Superhelden "Hulk" - ein riesiges grünes Monster.

Meinung zum Film:
2008 ist der "unglaubliche Hulk" wieder in aller Munde - oder vielmehr ... in aller Auge. Passend zum neuen Film mit Edward Norton fing Koch Media damit an, die beliebte TV-Realserie aus den 1970ern auf DVD zu veröffentlichen. Und da der Vertrieb Rough Trade vor Kurzem einen Deal mit Marvel abschloss, der ihn berechtigt, DVDs von zahlreichen der bekannten Marvel-Trickreihen zu produzieren, ist nun ein weiterer Teil der Legende vom Hulk bei uns erhältlich: Die ursprüngliche Zeichentrickserie von 1966, die erstmals den von Marvel-Urgestein Stan Lee erfundenen großen Grünen in bewegten Bildern zeigte.

Die Doppel-DVD enthält alle 13 Folgen der Serie, wobei jede dieser Episoden aus drei Kurzgeschichten besteht. Zum Einstieg erzählt die erste Folge davon, wie es überhaupt dazu kam, dass aus dem Wissenschaftler Dr. Bruce Banner das unberechenbare "Monster" Hulk wurde: Banner arbeitet in einer Forschungsstation in der Wüste und trifft gerade die letzten Vorbereitungen für den Test der unheimlichen Gamma-Bombe. Doch plötzlich bemerkt er, wie ein Teenager in der Nähe sein Auto abstellt, und geht los, diesen zu verjagen. Seinen Kollegen hat er gebeten, den Startvorgang der Bombe unterdessen abzubrechen, doch da dieser Banner offensichtlich nicht sonderlich leiden kann, lässt er die Waffe einfach trotzdem zünden, um Banner endlich aus dem Weg zu räumen. Doch was ist das? Banner wird nicht etwa neutralisiert, sondern wacht kurz darauf in der Krankenstation wieder auf. Was allerdings noch niemand ahnt: Die Strahlung hat ihn zwar nicht getötet, doch man sollte ihn nun lieber nicht mehr wütend machen - denn sonst sieht er "grün" ...

Der Zeichentrickserie ist durch und durch anzumerken, dass sie schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Das liegt nicht nur an den vielen Bildstörungen. Auch die Zeichnungen entsprechen dem typischen Stil der Superhelden-Serien der damaligen Zeit. Wie es beispielsweise bereits bei der "Iron Man"-Serie aus dem gleichen Jahr der Fall war, sind die "Animationen", die man eigentlich kaum so nennen kann, sehr sporadisch. Meistens sieht man sich Comic-Standbildern gegenüber, bei denen sich dann vielleicht mal kurz ein Mund zum Sprechen bewegt. Vermutlich wurde das zur damaligen Zeit bewusst so gemacht, um den Eindruck eines filmischen Comichefts zu verstärken. Zum Glück kam man jedoch einige Zeit später davon ab, denn die sehr statischen Bilder sind leider auf Dauer ziemlich langweilig. Die Storys haben heute ebenfalls in erster Linie Nostalgiewert. Sie basieren auf den Original-Comics und machen die Schwächen der damaligen Geschichten erst so richtig bewusst. Bereits in der ersten Folge wirkt die Szene sehr gekünstelt, in der Teenager Rick Jones einfach mal so irgendwo ins Nirgendwo der Wüste fährt, nur um dann gemütlich in seinem Auto zu liegen und gar nichts zu machen. Da die Serie zudem nur in Englisch mit deutschen Untertiteln vorliegt, dürfte sie hauptsächlich für Altfans oder Komplettsammler interessant sein. 

Digitale Aufarbeitung:
Wie bereits erwähnt, merkt man deutlich, dass die Serie aus dem Jahr 1966 stammt. Das Ausgangsmaterial wurde zwar restauriert, der Transfer weist jedoch trotzdem deutlich sichtbare Verschmutzungen und Dropouts auf. Hinzu kommt ein ziemlich unruhiger Bildstand, der wohl auf die verwendete Produktionsmethode der Serie zurückzuführen ist. Da die Serie nie im deutschen Fernsehen lief, liegt der Ton nur auf Englisch in Mono vor. Wunder darf man auch hier nicht erwarten. Er rauscht leicht und klingt zudem die meiste Zeit über blechern.

Das einzige Bonusmaterial ist ein 40-sekündiger Bildvergleich, der den Unterschied zwischen unrestaurierter und restaurierter Fassung zeigt.

Fazit:
Die Original-Zeichentrickserie des "unglaublichen Hulk" ist ein zweischneidiges Schwert. Fans werden sich die DVD schon allein wegen des Nostalgiewerts zulegen, schließlich markiert die Serie den ersten TV-Auftritt des Hulk. Die technische Qualität ist zwar nicht überragend, zumindest wurden aber die gröbsten Probleme durch die Restauration behoben. Für den Gelegenheits-Zuschauer, der vielleicht durch die neuen Hulk-Filme auf die Figur aufmerksam geworden ist, ist die Show allerdings eher ungeeignet, da sie für heutige Verhältnisse weder animationstechnisch noch storymäßig wirklich ansprechend ist. Da sollte man lieber auf die bereits schon teilweise erschienene Trickserie aus den 1990ern zurückgreifen.   

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,33:1
1,33:1
13 Folgen à ca. 18 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Englisch, Finnisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch
Bonusmaterial:
  • Vergleich unrestaurierte / restaurierte Fassung
The incredible Hulk (1966) - Complete Series - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Incredible Hulk
Hulk

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Erste "Hulk"-Serie, heute kaum noch überzeugend


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1966

Label Deutschland :
Liberation Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
29.08.2008