Kino-Besprechung - Der Sohn von Rambow
Story:
In den frühen 80ern trifft der streng gläubig erzogene Will (Bill Milner) an der Schule auf den Rabauken Lee Carter (Will Poulter). Will war es immer verboten, Filme zu sehen und so ist der Effekt enorm, als er bei Lee eine Videokassette mit einer Raubkopie von „Rambo“ zu sehen kriegt. Kurzerhand fangen die beiden ungleichen Freunde an, mit einer alten Videokamera eine eigene Fortsetzung des Films zu drehen. Der kreative Will denkt sich die Geschichte aus und spielt die Hauptrolle (Rambos Sohn), während Lee die Kamera führt und aberwitzige Stunts ausheckt. Doch Wills Mutter (Jessica Stevenson) und ihre Glaubensgemeinschaft sind gar nicht erfreut über die Freundschaft mit Lee, den sie für einen schlechten Einfluss halten...
Meinung zum Film:
Mit „Der Sohn von Rambow“ verarbeitet der ehemalige Musikvideo-Regisseur Garth Jennings Erlebnisse seiner eigenen Kindheit. Nach dem großen SciFi-Spektakel „Per Anhalter durch die Galaxis“, das bei vielen Fans des Romans nicht besonders gut ankam, hatte er hier die Chance, in einem sehr viel kleineren Rahmen zu zeigen, was er kann. Und das gelingt sehr gut. Der Film ist nicht streng autobiografisch oder realistisch, sondern zeigt die Geschehnisse in einer stark romantisierten Weise. Alles erscheint so, wie man sich vielleicht auch selber an die besten Erlebnisse seiner Kindheit erinnern würde – größer und bunter als die Realität. Dies wird mit einigen einfallsreichen Effekten, die mit wunderbar „handgemacht“ aussehenden Zeichentrick- und Stop-Motion-Elementen umgesetzt werden, visualisiert. Für diese Effekte zeichnete sich die Produktionsfirma „Hammer & Tongs“ („Hammer & Zange“) verantwortlich, mit der Jennings auch schon seine gefeierten Musikvideos realisiert hat. Doch werden die übermutigen Szenen des Filmdrehs stets ausbalanciert mit der problematischen Beziehung Wills zu seiner Mutter und ihrem Glauben, die trotz guter Absichten stets drohen, seine Kreativität zu ersticken. Auch der etwas verwahrloste Lee, dessen Eltern stets abwesend sind, sorgt für einige etwas ernsthaftere Aspekte. Insgesamt findet der Film eine stimmige Balance zwischen Ernst und Komik, wobei die unterhaltsameren Aspekte klar überwiegen. Auch wenn „Der Sohn des Rambow“ keine laute und aufdringliche Komödie ist, bietet er zweifellos eine Vielzahl gute Lacher. Die Schauspieler liefern alle großartige Arbeit ab, besonders die Kinder, die ihre Figuren witzig und überzeugend verkörpern. Ernsthafter, aber nichtsdestotrotz überzeugend ist die eigentlich eher als Komikerin bekannte Jessica Stevenson („Shaun of the Dead“) in der Rolle von Wills Mutter. Ein komisches Highlight ist der extrem aufgestylte französische Austauschschüler Didier (Jules Sitruk), der im späteren Verlauf des Films eine Rolle im Video der Jungs übernimmt. Sehr gelungen ist auch die Darstellung der 80er Jahre, die zugleich authentisch und romantisch wirkt, ohne sich zu sehr in Klischees zu verlaufen.
Fazit:
Garth Jennings ist mit „Der Sohn des Rambow“ ein herzerwärmender und fantasievoller Film über Kindheit, Freundschaft und Kreativität gelungen. Ein großer Spaß für Groß und Klein, unbedingt empfehlenswert!
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