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DVD-Besprechung - Das Raubtier

Story:

George R. Kelly (Charles Bronson), genannt "Das Raubtier", ist im Chicago der 30 Jahre der Anführer einer Bande von Bankräubern. Sein persönliches Markenzeichen ist eine Thompson-Maschinenpistole. Zu seiner Bande gehört auch seine Freundin Florence Becker (Susan Cabot), die als einzige wirklich größeren Einfluss auf Kelly hat. Kelly leidet allerdings unter unkontrollierbaren Panikattacken, die dafür sorgen dass der letzte Coup der Bande scheitert. Daraufhin wollen ihn seine alten Kollegen abservieren, während Kelly beschließt ins Kidnapping-Geschäft einzusteigen um ein dickes Lösegeld zu kassieren.



Meinung zum Film:

"Revolver-Kelly", so der deutsche Originaltitel, war die erste Hauptrolle für eines der markantesten Gesichter Hollywoods, Charles Bronson ("Spiel mir das Lied vom Tod"), der zu dieser Zeit vor allem in TV-Serien wie "Der Mann mit der Kamera" mitwirkte. Seine Karriere wirklich voran brachte allerdings erst sein Mitwirken in dem Westernklassiker "Die Glorreichen Sieben", der zwei Jahre später entstand. Bei dem Regisseur dieses Films handelt es sich um niemand geringeren als den "König des B-Movies", Roger Corman ("Die Folterkammer des Hexenjägers"). Er schaffte es dann auch diesen Gangsterfilm in nur 8 Tagen mit einem Budget von lediglich 100000 Dollar für "American International Pictures" abzudrehen. Der US-Gangster George R. Kelly, alias "Machine Gun Kelly", existierte tatsächlich und war zu Zeiten der Prohibition auf Alkoholschmuggel, bewaffneten Raub und Entführungen spezialisiert. Damit enden allerdings auch schon die Parallelen zwischen Realität und Film, der keineswegs authentisch ist. Der Film erscheint in Deutschland erstmals ungeschnitten. Vormals fehlende englische Passagen werden Deutsch untertitelt.

Charles Bronson zeigt hier in seiner ersten Hauptrolle bereits das, was ihn auch später als Star noch auszeichnen würde. Er brilliert hier als Personifizierung des harten Kerls, ist physisch überaus präsent, eher schweigsam und gnadenlos in seinen Handlungen. Die Sprache seines Charakters ist hier stets roh und großmäulig und er neigt hier sowohl zu unkontrollierten Temperamentsausbrüchen als auch zu Panikattacken. Kelly hat nämlich panische Angst vor seinem eigenen Tod und Symbolen, die diesen vermeintlich beinhalten. Auch wenn die Figuren hier nicht gerade sonderlich komplex angelegt sind, verleiht Bronson seinem Charakter eine Tiefe und Aussagekraft, die über das Drehbuch deutlich hinausgeht. Das ist allerdings auch bitter nötig, denn das Drehbuch von R. Wright Campbell ("Satanas - Das Schloß der blutigen Bestie") ist wahrlich arm an Höhepunkten.

Besonders typische Elemente des klassischen US-Gangsterfilms, wie Autoverfolgungsjagden, Schießereien oder Schlägereien sucht man im Grunde fast vergeblich. Es gibt zwar einige gnadenlose Abrechnungen von Kelly mit Verrätern, in der Darstellung wirkt der Film heute aber sehr zahm, so hat sich trotz des Einsatzes diverser "Bleipusten" kein einziger Tropfen Blut in den Film verirrt. Der Film lebt in erster Linie, neben Bronsons dominanter Persönlichkeit, von der Beziehung zwischen Kelly und Florence, die vielschichtiger ist als es zu Beginn erscheint. Denn während Kelly sie wenig charmant herumkommandiert und sie mit "Nettigkeiten" überhäuft um seine Anspannung abzubauen, spinnt Florence ein feines manipulatives Netz, in das sich Kelly unweigerlich immer tiefer verstrickt.



Digitale Aufarbeitung:

Der Film wurde ursprünglich im Breitbildbildformat 2,35:1 abgedreht. Auf der vorliegenden DVD befindet sich der Film aber im Vollbildformat 1,33:1. Das fällt allerdings glücklicherweise nur im Vorspann deutlich auf, wo die Credits über den Rand hinausragen. Im Film gibt es aber keine offensichtlichen Beeinträchtigungen, wie z.B. abgeschnittene Köpfe. Die Bildschärfe dieses Schwarz-Weiß-Films selbst ist gut, in den Details aber ein wenig weich geraten. Der Schwarzwert ist allerdings andere als optimal, das Bild wirkt doch recht hell und scheint nur aus Grauabstufungen zu bestehen, zudem überstrahlen hellere Flächen doch recht deutlich. Dafür finden sich allerdings auch fast keine Verschmutzungen oder Defekte. Das leichte Bildrauschen fällt kaum ins Gewicht. Bei den beiden Mono-Tonspuren darf man natürlich keine Wunder erwarten, eine gute Verständlichkeit ist aber stets gegeben. Die deutsche Tonspur klingt etwas natürlicher, ansonsten bewegen sich aber beide auf einem ähnlichen Niveau.

Im Bonusbereich der DVD befinden sich der englische Originaltrailer zum Film sowie die deutsche Kinofassung von "Das Raubtier". Diese hat allerdings lediglich eine Laufzeit von 75:22 Minuten und weist dementsprechend einige Handlungsschnitte auf. Im Gegensatz zur ungeschnittenen Fassung liegt sie dafür aber im Format 1,85:1 vor, womit sie dem originalen Bildformat deutlich näher kommt.



Fazit:

"Das Raubtier" ist ein klassischer Charles Bronson-Film in dem dieser seine typischen Stärken ausspielen kann und den Rest der Besetzung ziemlich alt aussehen läßt. Das Drehbuch ist zwar relativ flott inszeniert, wirkt aber teilweise etwas holprig und vor allem arm an Höhepunkten. Technisch hat die DVD zwar Höhen (Ungekürzte Fassung) und Tiefen (Falsches Bildformat) ist aber insgesamt für Fans von Charles Bronson und von einfach gestrickten Gangsterfilmen durchaus empfehlenswert.



Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,33:1
1,33:1
83:26 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Englisch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:

  • Originaltrailer
  • Deutsche Kinofassung (75:22)

Das Raubtier - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Revolver-Kelly
Machine-Gun Kelly

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Charles Bronsons erste Hauptrolle in einem Gangsterfilm vom "König des B-Movies" Roger Corman


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1958
Regie:
Roger Corman
Drehbuch:
R. Wright Campbell
Darsteller:
Charles Bronson, Susan Cabot, Morey Amsterdam, Richard Devon, Jack Lambert, Frank DeKova

Label Deutschland :
WGF
Verkaufsstart Deutschland :
21.08.2008