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DVD-Besprechung - Der Tiger aus Taipeh
Story:
In Amsterdam und Hongkong mehren sich gewaltsame Todesfälle von Mitgliedern eines Drogensyndikats, keiner weiß jedoch wer dahinter steckt. Der Ex-Drogenfahnder Quinlan (Robert Mitchum) wird daher vom hochrangigen Syndikatsmitglied Chung Wei (Keye Luke) engagiert, das kalte Füße bekommen hat und aussteigen will. Quinlan soll den Drogenfahndern wichtige Informationen zuspielen, die bedeutende Verhaftungen und Beschlagnahmungen ermöglichen sollen. Im Gegenzug verlangt er Bargeld und einen neuen Pass. Zunächst gelingt es Quinlan auch den Deal einzufädeln, als aber eine Razzia mit vielen toten Drogenfahndern endet, gerät er zwischen alle Fronten.
Meinung zum Film:
Die Regie bei "Der Tiger aus Taipeh" führte Robert Clouse ("China O'Brien"), der vor allem durch seinen Martial-Arts-Film "Der Mann mit der Todeskralle" bekannt wurde, in dem Hauptdarsteller Bruce Lee ("Bruce Lee - Die Todeskralle schlägt wieder zu") sein erfolgreiches Hollywooddebüt gab. An diesen Erfolg konnte Clouse aber nie wieder auch nur annähernd anknüpfen und es folgten diverse B-Produktionen aus verschiedensten Genres wie Science-Fiction ("New York antwortet nicht mehr"), Tierhorror ("Die Meute") oder eben Martial Arts ("Die Macht der Fünf"), wobei er hier auch in den 90er-Jahren nochmal ein Comeback ablieferte und z.B. mit Genregrößen wie Richard Norton ("Magic Crystal"), Cynthia Rothrock ("Born to Fight") und Bolo Yeung ("Bloodsport") zusammenarbeitete. Die Schar der in diesem Film versammelten Darsteller ist sehr illuster. Hauptdarsteller Robert Mitchum ("Yakuza") war zu diesem Zeitpunkt schon 60 Jahre alt, hatte beruflich sowie körperlich seine beste Zeit längst hinter sich und dachte offensichtlich bei seinem Auftritt mehr ans Handgeld als an die hohe Kunst. Spaßvogel Leslie Nielsen, weltbekannt als Chaospolizist Frank Drebin aus "Die Nackte Kanone", gibt hier einen wenig vertrauenserweckenden Leiter der US-Drogenbehörde ab, während die beiden asiatischen Kampfsportstars Chen Sing ("Chen Sing - Der Mönch mit der Todesfaust") und Yuen Biao ("Action Hunter") lediglich unwichtige Miniauftritte absolvieren.
Bei dem vorliegenden Film handelt es sich um eine Produktion des in Hongkong ansässigen Studios "Golden Harvest", durch die u.a. Jackie Chan ("Der Mythos" ) erst zum Weltstar wurde. In den 70er Jahren waren solche Kooperationen zwischen westlichen und fernöstlichen Studios keineswegs ungewöhnlich. Einige der bekanntesten Werke aus dieser Zeit sind "Der Mann von Hongkong" mit George Lazenby ("Im Geheimdienst ihrer Majestät") und Wang Yu ("Die Stahlharten Vier") oder "Der tödliche Schatten des Mr. Shatter" mit Stuart Whitman ("Feuerstoß") und Ti Lung ("A Better Tomorrow"). Leider muß aber bei "Der Tiger aus Taipeh", trotz der Titulierung als "Kung-Fu-Krimi", auf fernöstliche Martial Arts komplett verzichtet werden. Lediglich Robert Mitchum wird einmal in eine Schlägerei mit vier Asiaten verwickelt, den Faustkämpfer nimmt man ihm aber nicht mehr ab. Vielmehr handelt es sich hier um einen leidlich inszenierten Krimi im Drogenmilieu mit exotischem Anstrich, da der Film ständig zwischen den Spielorten Hongkong und Amsterdam hin- und herwechselt.
Die Actioneinlagen sind rar gesät, im Grunde werden lediglich unspektakuläre Schusswechsel geboten und auch diese sind wenig ansprechend inszeniert. Die Story dreht sich dagegen vor allem um einen unbekannten Verräter in den Reihen der Drogenbehörde, der Quinlans Arbeits sabotiert und gerne die Identität seines Auftraggebers erfahren würde, um diesen eliminieren zu lassen. Allerdings traut in diesem Film grundsätzlich kaum jemand irgendeiner anderen Person. Quinlan misstraut seinem Arbeitgeber, der misstraut später auch ihm, Quinlan mißtraut dem Leiter der US-Drogenbehörde und der Polizei von Hongkong, die wiederum Quinlan überhaupt nicht über den Weg traut und das könnte man noch endlos so fortsetzen. Aufgrund dieser vielen ausgelegten falschen Fährten und den ständigen Schauplatzwechseln wirkt der Film äußerst konfus, obwohl die Story eigentlich von der Stange ist. In Verbindung mit der Actionarmut und einer äußerst biederen Inszenierung, können auch die prominenten aber wenig engagiert aufspielenden Darsteller nicht mehr viel retten.
Digitale Aufarbeitung:
Die DVD präsentiert den Film anamorph im korrekten Originalbildformat 2,66:1. Die Bildschärfe ist leicht überdurchschnittlich, wird aber durch ein deutliches Hintergrundrauschen und zahlreiche Verschmutzungen des Ausgangsmaterials geschmälert. Die Farbgebung der DVD ist leider sehr blass ausgefallen. Bei helleren Flächen kommt es außerdem häufiger zu Überstrahlungen und auch mit gelegentlichem Kantenflimmern muss man leben. Die deutsche Tonspur weist leichte Verzerrungen auf und klingt altersbedingt auch etwas dumpf, ist aber insgesamt immer noch gut verständlich. Die englische Tonspur ist leiser abgemischt, klingt aber dafür auch etwas klarer und ist somit qualitativ leicht überlegen.
Auf der DVD befinden sich lediglich der deutsche Trailer und eine kurze Deleted Scene (0:42) in englischer Sprache.
Fazit:
"Der Tiger aus Taipeh" ist ein bieder inszenierter, actionarmer Krimi im Drogenmilieu. Bekannte Gesichter schleppen sich eher lustlos durch eine konfuse, aber doch altbekannte Story, in der jeder ein Verräter sein könnte. Spannung kommt aber trotzdem nie auf und die technische Qualität der DVD ist ebenfalls kein Grund für Freundensprünge, ist aber noch akzeptabel.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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85:47 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Deutscher Trailer
- Deleted Scene
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Der Tiger von Taipeh
He jing die xie
Keine Spur von Kung Fu, dafür dürfen sich aber Krimifreunde mit dieser biederen Kost langweilen
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hongkong / USA, 1977 Regie: Robert Clouse Drehbuch: Robert Clouse, Gregory Teifer Darsteller: Robert Mitchum, Leslie Nielsen, Richard Egan, Bradford Dillman, Keye Luke, George Cheung, Chen Sing, Yuen Biao
Label :
WGF Verkaufsstart : 21.08.2008
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