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DVD-Besprechung - Confessions of a Pit Fighter

Story:
Eddie Castillo (Hector Echavarria) saß sieben Jahre im Knast, weil er in einem illegalen Straßenkampf seinen Gegner getötet hat. Als er geläutert ins normale Leben entlassen wird, muss er mit ansehen, wie sein jüngerer Bruder David (Ricardo Medina Jr.) den Fehler macht, den gleichen Weg wie einst Eddie einzuschlagen. Als David im Kampf gegen den Champion "Matador" (Quinton "Rampage" Jackson) getötet wird, will Eddie seinen Bruder rächen und steigt wieder in das illegale Geschäft ein. Seine Preisgelder bekommt Davids schwangere Freundin Angel (Yvonne Arias). Aber Eddie muss sich vorsehen, denn sein Bewährungshelfer McGee (John Savage) hat ein wachsames Auge auf seine Aktivitäten und droht ihn beim nächsten Mal lebenslänglich in den Knast zu bringen.

Meinung zum Film:
Trotz des ähnlich klingenden Titels und der Handlung im gleichen Metier hat "Confessions of a Pit Fighter" nichts mit den beiden ebenfalls bei MIG erschienenen Titeln "Pit Fighter" und dessen Prequel "Pit Fighter 2 - The Beginning" von Jesse V. Johnson ("The Last Sentinel") zu tun. Regie bei diesem Film führte nämlich Art Camacho ("Recoil - Tödliche Vergeltung"), der sich vor allem mit meist unterdurchschnittlichen, actionlastigen B-Produktionen wie "Sci-Fighter" seinen Lebensunterhalt verdingte. Die Hauptrolle übernahm der Argentinier Hector Echavarria ("Extreme Force"), der seit 1989 ungeschlagen den Titel des "World Vale-Tudo Kickboxing Champion" der International Sports Kickboxing Karate Association (ISKA) hält. Sein Gegenspieler, der Amerikaner Quinton "Rampage" Jackson, ist u.a. ehemaliger Light Heavyweight Champion der UFC. Aber auch ein paar bekannte Schauspieler haben sich in den Film verirrt. Da wäre zunächst Armand Assante ("Citizen Verdict - Im Namen der Einschaltquote") als finsterer Promoter, weiterhin James Russo ("Extremities") als Trainer von Eddie, John Savage ("Salvador") als wenig vertrauenserweckender Bewährungshelfer und für die MTV-Freunde versucht sich auch noch der Rapper Flavor Flav ("Flavor of Love") als Schauspieler.

Die Geschichte des Films folgt leider extrem ausgetretenen Genrepfaden. Der geläuterte Ex-Champion, der zurückkehrt, um den Tod einer ihm nahestehenden Person zu rächen, oder weil er dazu gezwungen wird, ist nun wirklich eine der abgedroschensten Reißbrettstorys. Dem hat der vorliegende Film auch nichts hinzuzufügen und selbst zusätzliche Storybausteine, wie Eddies Affäre mit der Freundin des Promoters oder der erpresserische Bewährungshelfer, werden kurz angerissen aber dann schlichtweg vergessen und bleiben somit völlig bedeutungslos. Natürlich ist der Kern eines solchen Films auch nicht unbedingt die Story, sondern dabei handelt es sich wohl eher um die Kämpfe. Aber ausgerechnet in diesem Bereich gibt es leider die größte Enttäuschung. Zwar wird mit allen Mitteln, wie Zooms, schnellen Schnitten, Perspektivenwechseln, Schwenks oder verlangsamten und beschleunigten Sequenzen, versucht den Kämpfen mehr Dynamik zu verleihen und sie spektakulärer zu gestalten, die Choreographie ist dafür aber einfach viel zu schwach.

Während es in Jesse V. Johnsons "Pit Fighter"-Reihe stets spektakulär und äußerst blutrünstig in hoher Geschwindigkeit zur Sache geht, wird im vorliegenden Film primitiv und im Schneckentempo aufeinander eingedroschen. Ein Roundhouse-Kick ist hier schon das Höchste das Gefühle. Einen Großteil der Kämpfe gibt es außerdem nur in Ausschnitten zu sehen, um die finale Konfrontation der beiden Hauptkämpfer voranzutreiben. Was die Härte angeht, ist der Film recht zahm geraten und eine FSK 16 wäre wirklich mehr als genug gewesen. Selbst die härtesten Attacken hinterlassen so gut wie keine Spuren. Scheinbar war der Maskenbildner im Urlaub und deshalb gibts lediglich mal ein paar kleinere Blutspritzer, was die Kämpfe nicht gerade realistischer erscheinen läßt.

Digitale Aufarbeitung:
Die DVD von "Confessions of a Pit Fighter" bietet eine wirklich gute Schärfe und einen stets ausgewogenen Kontrast. Außerdem bietet der Film auch eine kräftige und natürlich wirkende Farbgebung, Bildrauschen ist nur in sehr geringem Ausmaß vorhanden. Die DVD verfügt über zwei Dolby-Digital-2.0-Tonspuren sowie eine deutsche Dolby-Digital-5.1-Tonspur, die tatsächlich einen Klangvorteil mit sich bringt und vor allem in den Kämpfen deutlich räumlicher klingt. Eine gute Verständlichkeit ist aber bei allen drei Tonspuren gegeben.

Im Bonusbereich befindet sich neben dem englischen Originaltrailer lediglich das "The Pit Workout Teil 2" (50:23). Dabei handelt es sich um eine Reihe von Fitnessübungen zum Mitmachen. Sie sollen bei regelmäßiger Anwendung der Stärkung des Unterkörpers, bzw. der Beine, dienen und finden unter Anleitung des Trainers von Ex-UFC-Halbschwergewichtschampion Chuck Lidell, John Hackleman, statt. Es handelt sich hier aber um ziemlich bekannte und einfache Übungen, die zudem oft wiederholt oder nur leicht variiert werden. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass die Teilnahme nach den ersten 20 Minuten zwingend einen Sandsack erfordert. Im Grunde ein relativ überflüssiges Extra ohne echten Bezug zum Film. Der erste Teil des Workouts befindet sich übrigens im Bonusbereich der DVD von "Pit Fighter 2 - The Beginning".

Fazit:
"Confessions of a Pit Fighter" ist ein bestenfalls durchschnittlicher Genrebeitrag mit schwachen Kämpfen und einer völlig abgedroschenen Story. Hauptdarsteller Hector Echavarria darf seine Kampfkünste kaum einmal andeuten und versagt als Schauspieler mit nur einem Gesichtsausdruck leider völlig. In den Nebenrollen gibt es einige bekannte Gesichter, die sich aber auch kaum profilieren können. Die DVD ist zwar was das Bonusmaterial angeht sehr mau ausgefallen, ist dafür technisch aber voll auf der Höhe der Zeit.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
95:10 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Originaltrailer
  • "The Pit Workout Teil 2"
Confessions of a Pit Fighter - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Confessions of a Pit Fighter
Confessions of a Pit Fighter

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Müder Klopper-Streifen mit schwachen Fights, abgedroschener Story und einem wenig überzeugenden Hauptdarsteller


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Art Camacho
Drehbuch:
Art Camacho, R. Ellis Frazier
Darsteller:
Hector Echavarria, Armand Assante, Ricardo Medina Jr., Quinton "Rampage" Jackson, Flavor Flav, James Russo, John Savage, Gizelle D'Cole

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
09.10.2008