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DVD-Besprechung - MacGyver - Staffel 1
Story:
Wenn nichts mehr geht, ruft man MacGyver. Der Experte für alle Lebenslagen löst die Probleme, an die sich sonst niemand heranwagt. Eine Explosion in einem unterirdischen Labor, bei der ein Leck in einem Säuretank entstanden ist? Nicht verzagen, MacGyver fragen. Ein amerikanischer Satellit geht in Afghanistan runter und darf nicht in sowjetische Hände fallen? Genau der richtige Job für den smarten Abenteurer. Dabei ist Mac jedoch immer ohne Schusswaffen unterwegs und hat nur seinen brillanten Verstand, der ihm schon aus so mancher misslichen Lage geholfen hat.
Meinung zum Film:
Lange, lange mussten die deutschen Fans auf diesen Tag warten. Doch über dreieinhalb Jahre nach Start der DVD-Veröffentlichung von "MacGyver" in Amerika hat es die äußerst beliebte Action-Serie auch in hiesigen Gefilden auf ein Sechserset Silberlinge geschafft. Dazu muss man anmerken, dass in weiten Teilen Europas bereits entsprechende Boxsets existieren. Nur für Deutschland sah es lange Zeit schlecht aus, da es immer wieder dubiose Probleme mit der Klärung der Rechte an der Synchronisation gab. Während diese heutzutage nahezu immer bei der Produktionsfirma liegen, lagen sie zur damaligen Zeit in der Regel beim auftraggebenden Fernsehsender. In diesem Fall also bei Sat. 1, das früher Teil der Kirch-Gruppe war. Über Jahre hinweg sah es so aus, als wäre eine Einigung mit dem ehemaligen Medienmogul unmöglich und seitens Paramount hieß es zunächst, dass auf absehbare Zeit kein deutscher DVD-Release stattfinden würde, später dann sogar, dass es definitiv in Deutschland keinen geben würde. Doch war schon als dieses Statement abgegeben wurde für Fans eigentlich klar, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde. Schließlich gehört "MacGyver" zu den erfolgreichsten TV-Serien aller Zeiten und wird heutzutage immer noch in aller Welt regelmäßig wiederholt. Somit wäre es sehr seltsam gewesen, wenn sich Paramount die Chance auf eine deutsche Veröffentlichung hätte entgehen lassen.
Bei der ersten Staffel ist deutlich zu merken, dass die titelgebende Hauptfigur zu dieser Zeit noch nicht so geformt war wie bei späteren Episoden und sich die besonderen Eigenschaften, für die man Mac kennt und liebt, größtenteils erst im Laufe der Zeit entwickelt haben. Generell ist Mac in der ersten Staffel eher ein James-Bond-Verschnitt. Gerade deshalb halten einige Zuschauer, die mit seiner späteren "Sozialarbeiter"-Zeit nichts anfangen konnten, die frühen Folgen für die besten. Der Fokus liegt deutlich auf der Action und Mac arbeitet zunächst noch nicht bei seinem späteren Auftraggeber, der Phoenix-Foundation, sondern als freier Mitarbeiter für die Regierung. So ist auch zu erklären, dass in der Pilotfolge "Explosion unter Tage" Dana Elcar, der kurz darauf anfing, Macs Chef und besten Freund Pete Thornton zu spielen, in einer völlig anderen Rolle zu sehen ist. Die Persönlichkeit Macs steht ebenfalls im Hintergrund, beispielsweise feuert er im Piloten kurz ein Maschinengewehr ab, das er jedoch schnell weitergibt. Erst danach entschieden sich die Autoren dafür, die Figur pazifistischer anzulegen und den Actionhelden keine Waffen mehr anrühren zu lassen. Später erfuhr der Zuschauer auch den Grund dafür: ein dramatisches Ereignis in Macs Kindheit, bei dem ein Freund ums Leben kam. Insgesamt gab es bei den ersten Folgen einige Probleme zu bewältigen, wodurch es umso erstaunlicher ist, dass die Serie doch noch zum Erfolg kam. Beispielsweise musste das Drehbuch der Pilotfolge, die eigentlich auf 90 Minuten ausgelegt war, stark überarbeitet werden. Und anscheinend waren auch die Regisseure nicht immer zufrieden, findet man doch bereits bei dieser ersten Episode den fiktiven Namen "Alan Smithee", der in Hollywood immer dann zum Einsatz kommt, wenn sich ein Regisseur vom fertigen Endergebnis distanzieren und nicht mit ihm in Verbindung gebracht werden möchte. Es sei übrigens angemerkt, dass Mac-"Erfinder" Lee David Zlotoff, der sich heutzutage gerne mal in der Öffentlichkeit selbst so darstellt, äls hätte er damals die Produktion komplett in der Hand gehabt, mit der eigentlichen Serie nichts bzw. kaum etwas zu tun hatte. Er schrieb die allererste 90-minütige Urfassung der Pilotfolge, was ihm eine Nennung als "Creator" einbrachte, das war es allerdings auch schon. Weder an der letztlichen Version der Folge noch an der eigentlichen Serie war er beteiligt.
Klarstellen sollte man zudem das Bild, das MacGyver oft bei Leuten hat, die die Serie gar nicht oder kaum kennen. Natürlich gibt es die "MacGyverisms", die manchmal übertrieben und vielleicht auch unglaubwürdig erscheinen, doch sämtliche der Tricks, die Mac in der Serie zeigt, wurden von einem hochkarätigen Expertenteam entwickelt und sind immer auch in der Realität durchführbar. Gerade das macht auch einen Großteil des Reizes der Serie aus. Wenn Mac mit Schokolade einen Riss in einem Säuretank kurzfristig abdichtet, kann man sich sicher sein, dass dies tatsächlich möglich ist, egal wie erfunden es scheinen mag. Viele Tricks von Mac finden sich übrigens auch in Chemie- und Experimentierkästen wieder. Zu bemerken sei allerdings, dass man ohne Fachwissen (oder gute Anleitungen) gar nicht erst versuchen sollte, kompliziertere oder gefährlichere MacGyverisms nachzuahmen. Man war sich natürlich der Vorbildfunktion und der damit verbundenen Nachmachgefahr bewusst, weswegen man in der Serie immer ein wichtiges Detail nicht zeigte, das für das Funktionieren des entsprechenden Tricks unabdingbar war. Übrigens: In der Folge "Liebe kennt keine Grenzen" taucht erstmals eine Figur namens Penny Parker auf, die in späteren Staffeln immer mal wieder Gastauftritte hat. Gespielt wird sie von niemand anderem als "Desperate Housewives"- und "Lois & Clark"-Star Teri Hatcher!
Digitale Aufarbeitung:
Die ersten Folgen von "MacGyver" liefen im deutschen Fernsehen immer in einer leicht gekürzten Fassung. Manchmal fielen einfach nur ein paar Sekunden mit unwichtigeren Zoomeinstellungen o.Ä. weg, manchmal wurden allzu "brutale" Stellen geschnitten - in der Folge "Goldbroiler MacGyver" beispielsweise ein Kampf mit dem Oberschurken. Erfreulicherweise ist die deutsche Box tatsächlich komplett ungekürzt. Wer Mac also nur aus dem Fernsehen kennt, wird so zumindest wenige Sekunden neues Material entdecken können. Die Synchronisation wurde zudem anscheinend vor den späteren Schnitten angefertigt, da in diesen Sekunden minimale Dialogfetzen auf Deutsch enthalten sind. Das Bild zeigt sich ein wenig besser als bei der amerikanischen Box, die starke Probleme mit Interlacing hatte. Trotzdem kann man hier keine Wunder erwarten. Die Serie sieht aus wie im Fernsehen, weder besser noch deutlich schlechter, da es keinerlei Remastering gab. Rauschen fällt nicht übermäßig auf, dafür könnten die Farben jedoch besser sein und die Schärfe ist auch eher durchschnittlich, da die Serie damals auf Video gemastert wurde. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in Mono vor und klingt entsprechend. Die Dialoge sind allerdings jederzeit klar verständlich und klingen sogar halbwegs frisch.
Bonusmaterial ist nicht vorhanden. Das ist sehr schade, insbesondere in Anbetracht der enormen Popularität der Serie.
Fazit:
Mit ziemlicher Verspätung kann man die erste Staffel der beliebten Action-Serie "MacGyver" nun auch als deutsche DVD-Box erhalten. Technisch ist sie zwar keine Offenbarung, dafür bekommt man allerdings erstmals die komplett ungeschnittenen Fassungen aller Folgen zu sehen. Sehr schade ist lediglich die Tatsache, dass es - wie schon bei der amerikanischen Veröffentlichung - keinerlei Bonusmaterial gibt, obwohl da mit etwas Mühe sicherlich noch einiges Informatives hätte aufgetrieben oder neu produziert werden können.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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22 Folgen à ca. 47 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch |
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Bonusmaterial:
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MacGyver - Staffel 1
MacGyver - Season 1
Die beliebte Kultserie - endlich auf DVD!
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1985 Regie: Paul Stanley u.a. Drehbuch: Dennis Foley u.a. Darsteller: Richard Dean Anderson, Dana Elcar, Teri Hatcher
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 18.09.2008
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