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DVD-Besprechung - Shine a Light

Story:
Im Herbst 2006 gaben die legendären Rolling Stones in der fast intimen Atmosphäre des New Yorker Beacon Theater zwei unvergessliche Konzerte, die von Regiemeister Martin Scorsese - im Filmgeschäft selbst eine Legende - auf Film gebannt wurden.

Meinung zum Film:
Sie sind eine der ältesten Rockbands der Welt - nicht nur, was die Dauer ihrer Existenz angeht, sondern auch in Bezug auf ihr eigenes Alter; Er ist einer der bekanntesten Regisseure der Welt und seit "Departed" auch Oscar-Gewinner: Die Rolling Stones und Martin Scorsese. Am 29. Oktober und 1. November 2006 entstanden im relativ beschaulichen New Yorker Beacon Theater die Aufnahmen für "Shine a Light", eine Konzertaufnahme mit Doku-Charakter, deren Name auf dem Titel des gleichnamigen Stones-Songs basiert. Die beiden Konzerte wurden für die Filmaufnahmen extra noch nachträglich zum Tourplan hinzugefügt und man konnte einige berühmte Namen begrüßen: Neben Ex-Präsident Bill Clinton und dem früheren polnischen Präsidenten Aleksander Kwasniewski ist im Publikum unter anderem Bruce Willis zu sehen (für die Leser, die gerne "Wo ist Walter?" spielen: er trägt eine gelbe Kappe). Zudem gibt es Gastauftritte u.a. von Christina Aguilera und Jack White.

"Shine a Light" beginnt mit einer kurzen Sequenz, die die Vorbereitungen des Konzerts zeigt. Halb real, halb gestellt werden die Probleme klar, die beide Seiten miteinander hatten: Während Scorsese bis zur letzten Minute "verzweifelt" versuchte, eine Setlist des anstehenden Konzerts aufzutreiben, zeigten sich Jagger und Co. vom ungewohnten Bühnenbild überrascht, das ganz offensichtlich Scorsese für die Dreharbeiten organisiert hatte. Im Laufe des Films werden später immer wieder kurze historische Nachrichtenclips und Archivaufnahmen zwischen die einzelnen Songs eingebaut, wodurch der leichte Doku-Charakter entsteht. Auch die "Doku"-Elemente, die in der Gegenwart entstanden, wurden durch Stilmittel bewusst auf Alt gemacht und so sehen wir Scorsese in der Anfangssequenz nicht nur in stark grobkörnigem Schwarzweiß, sondern hören ihn auch in ziemlich quäkendem Ton.

Der Großteil des rund zweistündigen Films besteht natürlich aus den Konzertaufnahmen. Das ist auch die Tatsache, die ihm letztlich zum Problem wird. Denn durch die inhaltliche Verteilung, die bei etwa 95 % Konzert und 5 % Doku liegt, ist der Film wirklich nur für Leute interessant, die die Musik der Stones mögen. Im Gegensatz zu Biopictures wie "Walk the Line" oder "echten" Dokumentationen, die auch Zuschauer interessieren, die ansonsten eigentlich weniger mit den behandelten Musikern zu tun haben, bietet "Shine a Light" nun mal fast ausschließlich ein Konzert der Gruppe, wodurch der Film im Endeffekt genauso spannend oder unspannend ist wie zahlreiche andere Konzertaufnahmen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass er von Meisterregisseur Scorsese auf Film gebannt wurde. Klar, die Aufnahmen wirken deutlich professioneller als bei manch anderem Konzert, doch wer mit den Stones bzw. ihrer Musik bisher nichts anfangen konnte, wird auch durch diese Scorsese'sche Inszenierung einer Liveshow nicht plötzlich zum Fan. Alle Freunde der Altrocker bekommen allerdings einen technisch hervorragenden Film geboten. Die Knautschgesichter bieten zwar eine eher durchschnittliche Performance mit ziemlich voraussagbarer Setlist, aber wen stört's? Dem Zwang, sich beweisen zu müssen, unterliegt die Band schließlich schon seit über 30 Jahren nicht mehr.

Digitale Aufarbeitung:
Technisch bewegt sich "Shine a Light" auf einem sehr hohen Niveau. Das Bild ist scharf und bietet kräftige Farben, es rauscht (während des eigentlichen Konzerts) nicht zu stark und auch die Kompression verhält sich unauffällig. Der Ton liegt in Dolby Digital 5.1 vor und vermittelt die Konzertatmosphäre sehr gut. Zudem enthält die DVD eine Stereo-Version sowie eine deutsche "Hörfilmfassung", in der die Doku-Elemente dem sehbehinderten Zuschauer auf Deutsch erzählt werden.

Als Bonusmaterial gibt es eine 14-minütige Featurette, die historische Aufnahmen und Interviews mit Behind-the-Scenes-Material des aktuellen Konzerts mischt. Zudem bekommt man die Trailer zum Film und vier Bonus-Songs zu sehen: "Undercover of the Night", "Paint it Black", "Little T & A" sowie "I'm Free". In Anbetracht des Regisseurs und der Band - die schließlich dafür bekannt ist, alles in übertriebenen Ausmaßen zu betreiben - zeigt sich der Umfang der Extras somit leider etwas gering.

Fazit:
"Shine a Light" ist eine gelungene Konzertaufnahme der Rolling Stones von Regisseur Martin Scorsese, die hervorragend auf Film gebannt wurde. Historische Archivaufnahmen geben dem Film einen minimalen Doku-Charakter, doch letztlich bleibt er ein Konzert, wodurch er hauptsächlich oder nahezu ausschließlich für Leute interessant sein dürfte, die mit der Musik der Stones etwas anfangen können. Zuschauer, auf die das zutrifft, bekommen mit der deutschen DVD von Arthaus eine technisch überzeugende Heimkinofassung, bei der allerdings leider die Extras etwas spärlich ausgefallen sind.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,85:1
1,85:1
116:59 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Featurette
  • Bonus-Songs
  • Trailer
Shine a Light - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Shine a Light
Shine a Light

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Gelungene Konzertaufnahme von Hollywood-Regisseur Martin Scorsese


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Martin Scorsese
Darsteller:
Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts, Ron Wood

Label Deutschland :
Arthaus
Verkaufsstart Deutschland :
24.10.2008