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DVD-Besprechung - Keinohrhasen
Story:
Ludo (Til Schweiger) ist Klatschreporter bei einer großen Boulevard-Zeitung. Zusammen mit seinem Fotografen und Freund Moritz (Matthias Schweighöfer) ist er immer auf der Jagd nach dem neuesten Tratsch und es interessiert ihn nicht, was er den Betroffnen durch seine reißerischen Schlagzeilen an Leid zufügt. Als er von einer Richterin zu 300 Stunden Gemeinnütziger Arbeit in einem Kinderhort verdonnert wird, ändert sich seine Situation aber schlagartig. Denn wie es der Zufall so will, wird er in den Hort von Anna (Nora Tschirner) geschickt, der er in den gemeinsamen Schultagen das Leben durch seine derben Streiche zur Hölle machte. Und nun ist es an der Zeit für Anna, die Gemeinheiten auf Heller und Pfennig zurückzuzahlen. Allerdings merkt sie schon bald, dass Ludo auch seine netten Seiten hat.
Meinung zum Film:
Bereits 2005 hat Til Schweiger mit seiner romantischen Komödie „Barfuss“ als Produzent, Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller auf sich aufmerksam gemacht. Kaum einer hatte dem Schauspieler zu dieser Zeit zugetraut, dass ein Film, bei dem er in allen wichtigen Bereichen selbst tätig war, zumindest über weite Strecke so gut zu unterhalten wusste. Offensichtlich angespornt durch den Achtungserfolg dieses Debüts, legte er mit „Keinohrhasen“ eine deutlich durchdachtere Version seines Schwerenöters auf Abwegen vor. Zusammen mit Drehbuchautorin Anika Decker schrieb er sich selbst wieder die Rolle eines Cassnovas auf den Leib, der sein Leben mit zahlreichen One Night Stands genießt und sich keine Gedanken über die Gefühlslage der jeweiligen Partnerin nach der Nacht macht. Während er in „Barfuss“ jedoch mit Johanna Wokalek eine sehr blasse und unscheinbare Partnerin an seiner Seite hatte, hat er nun mit Nora Tschirner („FC Venus“) einen ebenbürtigen Gegenpart, der ihm teils sogar droht, die Show zu stehlen. Und genau hier liegt einer der ganz großen Schlüssel zum Erfolg. Diesmal stehen sich zwei ebenbürtige Charaktere gegenüber, die sich zu immer größeren Leistungen kitzeln und dabei wunderbar vor der Kamera harmonieren.
In den ersten Begegnungen zwischen und Anna und Ludo bekommen all jene Entlastung ihrer geschundenen Kinderseelen, die selbst den unschönen Streichen anderer in ihrer Kindheit ausgeliefert waren. Stellvertretend für sie setzt Anna ihren alten Peiniger Ludo so manch vertrackter Situation aus, doch dieser lässt sich eher selten davon aus der Ruhe bringen und hat meist die passende Antwort parat. So entstehen zwischen der Anfangs recht zickigen und kratzbürstigen Anna und dem schlagfertigen und wortgewandten Ludo so manche Wortgefechte, die von allererster Güte sind. Es macht riesigen Spaß, den beiden Darstellern bei ihren Streitereien beizuwohnen, vor allem, da es im Grunde von Beginn an klar ist, dass sie irgendwann, wenn beide ihren Stolz überwunden haben, zueinander finden werden. Aber selbst wenn so einiges im Skript leicht vorhersehbar ist, kommt es dennoch nie zu Längen im Film, da die einzelnen Situationen zu unterhaltsam sind und Til Schweiger und Nora Tschirner ihr Handwerk aller bestens verstehen.
Auch in den Nebenrollen ist der Film erstklassig besetzt. Jürgen Vogel („Das Phantom“) beweist seinen Sinn für Humor, als er gleich zu Beginn mit strahlend weißen, perfekten Zähnen, dichtem blonden Haar und Po-Implantat Ludo ein Interview gibt. Alwara Höfels glänzt in ihrem Kinodebüt als Annas beste Freundin Miriam und abgesehen von ihrer stets heiteren Art, sind es vor allem ihre Erläuterungen zu Beziehungen im Allgemeinen und dem Cunnilingus im Besonderen, die bei vielen im Gedächtnis bleiben werden. Die größeren Rollen der Kinder im Film wurden von Til Schweigers Nachwuchs gespielt. Doch Befürchtungen, dass sich dies eher negativ auswirkt sind schnell verflogen, da vor allem die kleine Emma in der Rolle der Cheyenne-Blue mühelos die Herzen der Zuschauer gewinnen kann. Matthias Schweighöfer („Der Rote Baron“) rundet die Rollen der größeren Nebenrollen als Ludos bester Freund Moritz ab und ist mit seiner unsicheren, aber dennoch bemühten Art eine ideale Ergänzung zu Ludo. Til Schweiger ist mit „Keinohrhasen“ das geglückt, wovon so mancher Filmemacher sein Leben lang nur träumt: Eine deutscher Unterhaltungsfilm von internationalem Format, der sowohl Filmfreunde als auch Kritiker überzeugt.
Digitale Aufarbeitung:
Wie schon in „Barfuss“ arbeitete Til Schweiger auch bei „Keinohrhasen“ mit Farbfiltern, weswegen die Farben von erdigen Tönen dominiert werden. Die Schärfe der Bilder ist durchweg sehr gut gelungen und auch der Kontrast bietet einen guten Durchblick. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist Genre bedingt in den Surroundkanälen eher ruhig, doch der Soundtrack sorgt immer wieder für frischen Wind im hinteren Bereich.
Als Extras gibt es zunächst einen interessanten und unterhaltsamen Audiokommentar mit Til Schweiger. Es folgt ein rund 20-minütiges Making Of, das allerdings für das TV produziert wurde und von daher eher werbelastigen als informierenden Charakter hat. Es folgen eine Reihe vergnüglicher Outtakes, gefolgt von entfallenen Szenen und einem alternativen Ende, das aber nur teilweise vom tatsächlich genutzten abweicht, dafür aber komplett angesehen werden muss. Abschließend gibt es neben dem Trailer zum Film noch das Musikvideo „Apologize“ von Timbaland feat. OneRepublic.
Fazit:
Til Schweiger hat klar die Macken seines ersten Werkes erkannt und diese in „Keinohrhasen“ ausgemerzt. Das Ergebnis ist eine der besten deutschen Romantikkomödien der letzten Jahre, die selbst im direkten Vergleich mit Hollywoodgrößen problemlos bestehen kann. Der Film sollte erste Wahl beim nächsten Filmabend zu zweit sein!
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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111:20 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Hörfilm-Fassung für Blinde
- Audiokommentar von Til Schweiger
- Making Of
- Verpatzte Hasenszenen
- Entfallene Hasenszenen
- Musikvideo "Apologize" von Timbaland feat. OneRepublic
- Kinotrailer
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Keinohrhasen
Keinohrhasen
Eine rundum gelungene deutsche Romantikkomödie von internationalem Format
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2008 Regie: Til Schweiger Drehbuch: Til Schweiger, Anika Decker Darsteller: Til Schweiger, Nora Tschirner, Matthias Schweighöfer, Alwara Höfels, Jürgen Vogel, Emma Schweiger, Lilli Schweiger, Luna Schweiger, Valentin Schweiger, Gregor Bloéb, Nina Proll, Barbara Rudnik, Armin Rohde, Rick Kavanian, Wolfgang Stumph, Christian Tramitz, Anne-Sophie Briest, Yvonne Catterfeld, Wladimir Klitschko, Barbara Schöneberger
Label :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart : 22.08.2008
Vertrieb :
Warner Home Video Switzerland
Verkaufsstart : 22.08.2008
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