Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Rails & Ties
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Rails & Ties

Story:
Bei einem Zugunglück stirbt eine junge Frau, die die Mutter eines 12-jährigen Jungens war. Über mehrere unvorhergesehene Ereignisse kommt es dazu, dass Lokführer Tom (Kevin Bacon) und dessen Todkranke Frau Megan (Marcia Gay Harden) das Kind bei sich aufnehmen.

Meinung zum Film:
Lokführer Tom Stark (Kevin Bacon, "Hollow Man") hat es nicht leicht: Seine Frau Megan (Marcia Gay Harden, "Pollock") ist tödlich an Krebs erkrankt. Zweimal konnte sie bereits "geheilt" werden, doch die Krankheit kam immer wieder und diesmal gibt es keine Rettung mehr. Doch anstatt sich in dieser schweren Zeit näher zu kommen, scheinen sich die beiden - aus nicht genauer ersichtlichen Gründen - immer weiter auseinander zu leben. Die Situation wird nicht gerade erleichtert, als Tom, der sich in seine Arbeit flüchtet, eines Tages mit seinem Zug in den Wagen einer jungen Frau kracht, die sich selbst und ihren 12-jährigen Sohn umbringen will. Die Frau stirbt, doch der Junge kann noch rechtzeitig aus dem Auto springen. Tom hat gemäß der Vorschriften gehandelt, da eine Notbremsung in dieser Situation (kurvige Strecke in Kombination mit dem Abstand zum Wagen und der Geschwindigkeit) zur Entgleisung des Zugs hätte führen können. Trotzdem kommt es zu einer Untersuchung und bis die entsprechende Anhörung stattfindet, wird Tom vom Dienst beurlaubt. Er verbringt seine Zeit daheim bei seiner Frau, doch beide wissen nicht so recht, was sie miteinander anfangen sollen. Unterdessen macht sich der Sohn der ums Leben gekommenen Frau bei seiner strengen Pflegemutter aus dem Staub und begibt sich auf die Suche nach dem Zugführer, um ihn zur Rede zu stellen. Doch statt zu einem Eklat kommt es dazu, dass ihn Megan bei sich aufnimmt. Zumindest vorübergehend ...

"Rails & Ties" ist das erste Regiewerk von Clint Eastwoods Tochter Alison und es ist offensichtlich, dass hier die Arbeit des Vaters als Vorbild für die Inszenierung des Films diente. Deutlich spürt man den Eastwood-typischen ruhigen Stil, der auch gut zum Ausgangsmaterial passt. Die zurückhaltende musikalische Untermalung stammt von Bruder Kyle Eastwood, der u.a. für den Score bei "Letters from Iwo Jima" verantwortlich war. Und dass "Rails & Ties" insgesamt optisch stark an "Mystic River" erinnert, liegt nicht nur an den beiden Hauptdarstellern, sondern auch daran, dass Kameramann Tom Stern bei beiden Filmen die Verantwortung trug. Alison Eastwood versucht - wie ihr Vater -, die Charaktere in den Vordergrund zu stellen, und mit Kevin Bacon und Marcia Gay Harden hat sie dafür die ideale Besetzung. Insbesondere Bacons Darstellung von Lokführer Tom weiß zu gefallen und ist gerade dann am überzeugendsten, wenn er nicht spricht, sondern seine Mimik wirken lässt.

Bei der Inszenierung von "Rails & Ties" gibt es also kaum etwas zu bemängeln, das große Problem des Films stellt allerdings sein Drehbuch dar. Zunächst einmal ist für den Zuschauer nicht wirklich nachvollziehbar, warum sich Tom und Megan immer weiter voneinander entfernen. Zudem sind die Dialoge sehr oft viel zu übertrieben theatralisch und passen einfach nicht in die jeweilige Situation. Wenn Megan beispielsweise im Streit mit Tom eine Analogie zwischen ihm und Meeressand zieht, ist das zwar poetisch und beschreibt ihre Gefühle womöglich auch treffend, wirkt aber doch letztlich wenig glaubhaft. Insbesondere langweilt allerdings die schon sehr gezwungen erscheinende Zug-Symbolik. "Rails & Ties" - Schienen und Bande. Parallel wie Schienen leben Tom und Megan nebeneinander her - was auch daran liegt, dass sich Tom abschottet und lieber in der Garage an seiner Modelleisenbahn werkelt. Dann taucht der Junge auf, der das neue "Band" zwischen ihnen bildet. Und wie schafft er das, obwohl ihm Tom erst sehr misstrauisch gegenübersteht? Weil er sich natürlich ebenfalls brennend für Eisenbahnen interessiert und als "Erbstück" seines Vaters eine Modell-Lok bei sich trägt, für die sich hingegen Tom brennend interessiert. Das ist dann doch ein bisschen zu viel des Guten ...

Digitale Aufarbeitung:
"Rails & Ties" präsentiert sich mit einem guten Transfer, der allerdings kleinere Schwächen aufweist. So könnten Schärfe und Kontrast etwas besser sein. Zudem ist leichtes Hintergrundrauschen auszumachen und die Kompression zeigt sich gelegentlich anhand von Blockbildung in farbigen Flächen. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch vor. Leider sind beide Fassungen nicht wirklich ausgeglichen abgemischt, wodurch sich die Dialoge teils zu leise anhören und die Musik manchmal zu laut wirkt.

Als einziges Bonusmaterial gibt es drei nicht verwendete Szenen mit einer Gesamtlaufzeit von rund acht Minuten.

Fazit:
"Rails & Ties" ist ein Drama, das von Alison Eastwood ganz im Stil ihres Vaters inszeniert wurde. Dementsprechend weiß es optisch auch durchaus zu gefallen. Der Film hat allerdings starke Probleme beim Drehbuch, das nicht nur mit teilweise sehr unglaubwürdigen Dialogen um sich wirft, sondern auch eine viel zu übertrieben und penetrant wirkende Zug-Thematik aufweist und somit letztlich leider nicht überzeugen kann. Interessanterweise sieht es bei der DVD ähnlich aus: Während die Bildqualität gut gelungen ist, weisen Ton und vor allem Bonusmaterial sehr deutliche Schwächen auf.


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
96:37 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bonusmaterial:
  • Nicht verwendete Szenen
Rails & Ties - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Rails & Ties
Rails & Ties

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Ansprechend inszeniertes Drama mit leider sehr schwachem Drehbuch


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Alison Eastwood
Drehbuch:
Micky Levy
Darsteller:
Kevin Bacon, Marcia Gay Harden, Miles Heizer

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
05.09.2008