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DVD-Besprechung - Gentlemen Killers

Story:
Pearly Gates (Peter Sellers) ist ein gewiefter Gauner, der eine erfolgreiche Tarnung als Modemacher besitzt und zudem Vorsitzender der Einbrecher-Gewerkschaft ist. Seine Geschäfte und die seiner Kollegen werden jedoch durch eine australische Gangsterbande gestört, die sich als Polizisten ausgeben und mit Hilfe ihrer Uniformen regelmäßig die Einbrecher um ihre Beute erleichtern. Schließlich wird auch die Polizei das Opfer ihrer falschen Kollegen. Beide Seiten handeln daher einen Waffenstillstand aus und beschließen in einem einmaligen Pakt zwischen Gesetz und Verbrechen, die Bande gemeinsam dingfest zu machen.

Meinung zum Film:
"Gentlemenkillers" basiert auf einem Theaterstück von John Warren und Len Heath. Regisseur der Filmadaption war der Engländer Cliff Owen ("Bitte keinen Sex, wir sind Briten"). Die Hauptrolle übernahm Peter Sellers ("Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben"), der noch im gleichen Jahr mit seiner Nebenrolle in "Der Rosarote Panther" Hauptdarsteller David Niven ("Die Kanonen von Navarone") die Show stahl und fortan mit vier weiteren Filmen aus der Reihe um Inspektor Clouseau seine wohl größten Publikumserfolge feierte. Allerdings erwies sich diese Figur des vertrottelten Inspektors zugleich auch als Fluch, da sie ihn zeit seines Lebens auf ähnlich angelegte komische Rollen festlegte, was Sellers nie verwunden hat. Der Engländer Lionel Jeffries ("Mörder ahoi!"), der zweite Hauptdarsteller des Films, war ebenfalls vor allem auf komische Rollen abonniert.

Anders als in der Zeit nach seinem großen Durchbruch spielt Peter Sellers hier nicht die Rolle eines liebenswerten Trottels. Vielmehr spielt Sellers hier einen meisterhaften Planer von Raubzügen mit eigener Bande, der auch in seiner Tarnidentität als exzentrischer Modezar große Erfolge feiert. Die Rolle des liebenswerten Trottels übernimmt hier stattdessen sein Komikerkollege Lionel Jeffries in der Rolle des Inspektor Parker. Der gesamte Film ist ein völlig harmloser, britischer Spaß alter Schule, der sich im Gaunermilieu abspielt und ohne jede Spur von schwarzem Humor auskommt. Sehr verwunderlich ist jedoch die Altersfreigabe ab 16 Jahren, da weder Gewalttätigkeiten, nacktes Fleisch noch rohe Sprache vorhanden sind. Die Geschichte birgt bereits in ihrer Grundkonstellation einiges an Potential und wird in den 90 Minuten durchgehend flott erzählt. Ein Garant für ein kurzweiliges Vergnügen sind auch die durchgehend überzeugenden Darsteller. Die Chemie zwischen Sellers und Jeffries als ungleichen Verbündeten stimmt und beide glänzen in ihren gegensätzlichen Rollen.

Die Komik des Films speist sich aus verschiedenen Quellen. Zunächst spielen vor allem Verwechslungen aufgrund der falschen Polizisten eine gute Rolle, die zunächst die Gauner dumm aussehen lassen, dann wieder zu Missverständnissen bei der Begegnung mit echten Polizisten führen und schließlich auch die Polizei selbst den Verbrechern auf dem Leim gehen lassen. Ein weiteres wichtiges Feld ist die Situationskomik. So wirkt es schon ein wenig befremdend, wenn Polizisten und Verbrecher plötzlich gemeinsame Sache machen und ihre Pläne z.B. ausgerechnet gemeinsam auf einem Kinderkarussell ausbaldowern. Inspektor Parker, der ein ziemlicher Trottel ist, liefert als überzeichneter Charakter weitere Gründe zum Schmunzeln. Einige seiner Auftritte enden dann auch in kleinen Slapstickeinlagen.

Digitale Aufarbeitung:
Die DVD dieses Schwarzweißfilms bietet eine gute Bildschärfe, hat aber mit schwachen Kontrastwerten zu kämpfen. Das Bild wirkt dadurch leider häufig deutlich zu hell und milchig, dafür gibt es fast keine Verschmutzungen der Vorlage. Das Bildrauschen hält sich in Grenzen und die Kompression sorgt für ein wenig Unruhe. Die deutsche Tonspur klingt zu jeder Zeit gut verständlich. Die englische Tonspur ist hingegen deutlich leiser abgemischt. Die deutsche Tonspur ist allerdings zumindest an einer Stelle zensiert. Für den fingierten Raubüberfall gegen Ende wird im Original auch ein deutscher Safeknacker hinzugezogen, der von Inspektor Parker hinsichtlich seiner Nationalität beleidigt wird. Wohl aus Rücksicht auf das deutsche Publikum wurde aus dieser Person in der deutschen Synchronfassung dann ein Italiener, bzw. "Makkaroni"...

Auf der DVD befinden sich lediglich die deutsche Titelsequenz (1:20), eine Bio- und Filmographie von Peter Sellers als Lauftext, der deutsche Trailer und eine Bildergalerie mit Werbematerial zum Film.

Fazit:
"Gentlemenkillers" ist eine harmlose, britische Räuberpistole, die durchgehend mit netten Einfällen und guten Darstellern unterhält. Der Humor des Films verteilt sich angenehm über den gesamten Film und legt sich nicht nur auf eine Komponente fest, was Ermüdungserscheinungen des Zwerchfells vorbeugt. Letztendlich sollte man hier zwar nicht die ganz großen Schenkelklopfer erwarten, Freunde altmodischer Späße werden aber gut bedient und die technische Seite ist bei diesem Nischentitel trotz kleinerer Schwächen durchaus zufriedenstellend ausgefallen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,33:1
1,33:1
90:40 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Deutsche Titelsequenz
  • Bio- und Filmographie von Peter Sellers 
  • Deutscher Trailer
  • Bildergalerie
Gentlemen Killers - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Gentlemenkillers
The Wrong Arm of the Law

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Harmloser britischer Spaß im Gaunermilieu mit einem eher untypisch agierenden Peter Sellers


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1963
Regie:
Cliff Owen
Drehbuch:
Ray Galton, Alan Simpson, John Antrobus, Ivor Jay, William Whistance Smith (basierend auf einem Theaterstück von John Warren und Len Heath)
Darsteller:
Peter Sellers, Lionel Jeffries, Bernard Cribbins, Davy Kaye, Nanette Newman, Bill Kerr, Ed Devereaux

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
18.09.2008