Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Cello

Story:
Das Leben von Hong Mi-ju (Hyeon-a Seong) scheint immer mehr aus den Bahnen zu Laufen. Es beginnt damit, dass es Probleme auf ihrer Arbeit gibt, wo sie von einer Studentin beschuldigt wird, ihr ihre Chance auf eine Karriere als Cellistin verbaut zu haben. Als sie ihrer stummen Tochter Yoon-jin ein Cello kauft, hat diese auf einmal nichts anderes mehr im Kopf, als den ganzen Tag darauf zu spielen. Letzten Endes sorgt selbst die neue Haushälterin mit ihrer verhaltenen Art dafür, dass ein großes Schaudern bei ihr entsteht. Als Yoon-jin dann beginnt, eine Melodie auf dem Cello zu spielen, die Mi-ju schon seit langer Zeit nicht mehr gehört hat, holt der Grund, warum sie selbst ihre Karriere als Cellistin von einen Tag auf den anderen aufgab sie wieder ein.

Meinung zum Film:
Die südkoreanische Bevölkerung scheint in Sachen Rachegeister sehr empfänglich zu sein, wie auch der große Rest des südasiatischen Raums. Seit Jahren überschwemmen Filme mit bleichgesichtigen, langhaarigen Rachegestalten, die ihren Peinigern aus dem Grabe heraus das Leben zur Hölle machen und ihnen dieses letzten Endes auch nehmen, den Markt. „Cello“ von Regisseur und Drehbuchautor Woo-cheol Lee ist ein Vertreter dieser Sorte Film, wobei die große Gewichtung des Films allerdings weniger auf den Horror setzt, sondern dem Drama-Anteil des Plots deutlich mehr Gewichtung einräumt.

Dies hat allerdings auch zur Folge, dass der Einstieg des Films doch sehr ruhig und gemächlich gerät. Die Figuren werden der Reihe nach präsentiert und ihre Beziehungen untereinander aufgeschlüsselt. Trotz dem kurzen Auftreten von übernatürlichen Phänomenen ist von Spannung in diesen Momenten nichts zu merken und es dauert fast die Hälfte des Films, bis hinsichtlich des Gruselfaktors zumindest ein wenig geboten wird. Bis dahin wird versucht, verschiedene Fährten auszulegen, die zu einer mögliche Erklärung der mysteriösen Vorkommnisse führen, was aber teils zu nichts anderem als einer unnötigen Verwässerung des Plots führt. Spätestens wenn alles aufgelöst wird, fragt man sich als Zuschauer, was die Bedeutung einzelner Personen und einzelner Geschehnisse letzten Endes ist. Die Antwort darauf lautet oftmals, dass es keine wirklich Verknüpfung zum eigentlich Plot gibt und es letzten Endes nur darum ging, das offensichtliche zu Verschleiern.

Bei der Auflösung des Geschehens übertreibt es Woo-cheol Lee dann ein wenig. Im Grunde hat man sich schon damit abgefunden, dass „Cello“ weniger mit der Rache aus dem Reich der Toten zu tun hat, als vielmehr mit einer tragischen Last, die auf Hong Mi-ju liegt und die auf irdischer Weise zu schicksalhaften Aktionen führt. Mit dieser Erkenntnis mögen Horrorfreunden vielleicht enttäuscht sein, doch immerhin muss man dem Regisseur bescheinigen, dass er in dieser Beziehung ein interessantes Drama auf die Beine gestellt hat, wenn auch so manche Frage am Ende im Raum stehen bleibt. Doch irgendwie scheint es, dass Woo-cheol den Drang hatte, das Übernatürliche bedeutsamer in seinem Film haben zu müssen und so legt er nach der Auflösung noch einmal nach. Anstelle des Abspanns nach einem stimmigen Ende, bringt er auf einmal eine Wendung ins Spiel, die alles bis dahin Gesehene im Grunde umwirft, dadurch aber ein große Fragezeichen beim Zuschauer hinterlässt. Im Grunde ist dadurch nur noch eines sicher und zwar, dass durch den Twist ein weitestgehend stimmiger und dramatischer Film für einen billigen Effekt hergeschenkt wurde. Ansehen kann man sich „Cello“ als Liebhaber ernster Mystery-Dramen aber trotzdem. Man kann ja selbst entscheiden, ab welchem Punkt man selbst den Schluss der Geschichte für sich setzen möchte und bei dem nachgeschobenen Ende einfach innerlich abschalten.

Digitale Aufarbeitung:
Für einen Film aus Fernost ist die Schärfe des Filmes sehr gut ausgefallen. Zusammen mit den lediglich ein wenig blassen Farben und dem gut gewählten Kontrast sorgt diese für einen guten Eindruck, der allerdings durch deutlich erkennbare Nachzieheffekte bei schnellen Bewegungen klar getrübt wird. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut zu verstehen und macht auch ständigen Gebrauch von den Surroundkanälen. Vor allem der Soundtrack breitet sich dabei durchweg gut im Raum aus.

Auf den ersten Blick mag das Bonusmaterial auf Grund der Tatsache, dass es auf einer separaten DVD ausgeliefert wird als umfangreich erwartet werden, doch wird diese Erwartung schon recht bald enttäuscht. Neben dem koreanischen Kinotrailer zum Film gibt es auf der Disk lediglich noch ein rund 35-minütiges, unkommentiertes Making Of zu sehen, das ein wenig hinter die Kulissen schaut und die Künstler zu Wort kommen lässt. Ganz nett ist dafür die wahrscheinlich passendste Umschreibung. Der Beitrag liegt zudem nur mit festen englischen Untertiteln vor. Wer dieser Sprache nicht mächtig ist und auch Koreanisch nicht versteht, wird von daher kaum Freude an dem Feature haben.

Fazit:
„Cello“ ist ein Mystery-Drama, dessen Hauptgewichtung auf den Drama-Anteil setzt und dort auch durchaus fesseln kann. Auf Seiten der Mystery und der Spannung sieht es aber eher Mau aus. Das nachgeschobene Ende wirkt sich sehr störend aus und sorgt für mehr Verwirrung als das es für Aufklärung sorgt.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
92:13 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Koreanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Koreanischer Trailer
Cello - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Cello
Chello hongmijoo ilga salinsagan

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Als Drama effektiv, als Gruselfilm eher weniger zu gebrauchen


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2005
Regie:
Woo-cheol Lee
Drehbuch:
Woo-cheol Lee
Darsteller:
Hyeon-a Seong, Da-an Park, Ho-bin Jeong, Jin Woo, Na-woon Kim

Label Deutschland :
Marketing Film
Verkaufsstart Deutschland :
26.09.2008