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DVD-Besprechung - Paulas Geheimnis

Story:
Endlich Sommerferien - und dann das: Aus Paulas (Thelma Heintzelmann) Rucksack wird ihr Tagebuch gestohlen. Für Paula bricht eine Welt zusammen und ihr ist sofort klar: Das Tagebuch muss zurück! Ihr Mitschüler Tobi (Paul de Wall), in Englisch eine Niete und zur Nachprüfung verdonnert, hat eine heiße Spur und schlägt ihr einen Deal vor: Englischnachhilfe gegen gemeinsame Verbrecherjagd. Doch das für Paula bevorstehende Feriencamp droht ihre Pläne in letzter Sekunde zu durchkreuzen, wenn da nicht Tobis kleinere Schwester (Constanze Spranger) wäre. Es beginnt für alle das größte Abenteuer ihres Lebens.


Meinung zum Film:
Paula hat ein Geheimnis: Sie ist in einen gutaussehenden älteren Mann verliebt. Aber keine Angst, Paulas "Freund" ist nicht etwa ein seltsamer Zeitgenosse mit dubiosen Absichten. Vielmehr handelt es sich bei ihm um einen waschechten Märchenprinzen. Im wahrsten Sinne des Wortes - denn er existiert nur in Paulas Tagebuch. Paula, die aus gut betuchten Verhältnissen stammt und deren Eltern sie zwar lieben, aber ihr doch nie so richtig zuhören, hat sich seit einem "Verrat" ihrer Grundschul-Freundin mehr oder weniger aus dem regulären sozialen Leben zurückgezogen. Mittlerweile geht sie in die sechste Klasse und hat zu ihren Mitschülern nur den nötigsten Kontakt. Selbst im Unterricht träumt sie viel lieber von ihrem Fantasie-Prinzen und schreibt Briefe an ihn in ihr Tagebuch. Dabei ist sie sogar eine sehr gute Schülerin. Bei Tobi hingegen sieht das ganz anders aus: Er wiederholt bereits die Jahrgangsstufe und auch in diesem Schuljahr droht das Verfehlen des Klassenziels. Hier kann nur eine Nachprüfung in Englisch helfen - doch wie soll man die schaffen, wenn man eigentlich viel lieber isst oder auf der Couch liegt und fernsieht? Noch dazu, wo jetzt die Sommerferien anstehen und man eigentlich mit den Eltern verreisen soll. Tobi nimmt es sich trotzdem fest vor. Schließlich hat er, im Gegensatz zu seinem Vater, große Ambitionen und will nicht wie sein alter Herr als Hausmeister enden.

So weit, so schlecht. Doch die wirklichen Probleme tauchen erst auf, als Paula eines Mittags mal wieder mit der U-Bahn nach Hause fährt: Ein osteuropäischer Junge spricht sie an, der angeblich den Weg nicht kennt. Dieses Täuschungsmanöver dient allerdings lediglich dazu, dass seine Freundin von hinten Paulas vorderes Rucksackfach aufschlitzen und den Inhalt in ihre Tasche entleeren kann. Als Paula an der nächsten Station aussteigt und den Diebstahl bemerkt, ist sie am Boden zerstört ... denn neben ihrem Handy ist auch ihr geliebtes Tagebuch bei dem Anschlag verloren gegangen. Doch es gibt einen Silberstreif am Horizont: Tobi, der reeeein zufällig in derselben U-Bahn wie Paula war (sagt er zumindest, in Wahrheit fährt er aber deshalb immer mit der gleichen Bahn, weil er heimlich auf sie steht), hat das Verbrechen beobachtet - und nach etwas Hin und Her beschließen die beiden, sich auf die Spur der Schurken zu begeben. Dabei gilt es, geschickt allerhand Probleme zu lösen - denn Tobis Eltern sind zwar mittlerweile allein in den Urlaub gefahren und haben ihn und seine Schwester daheim gelassen, doch Paula soll eigentlich ins Feriencamp auf Sylt. Mit ein paar Tricks lässt sich aber auch das schaffen. Und nach einiger Zeit finden Tobi und Paula heraus, dass hinter dem Bahn-Diebstahl viel schlimmere Machenschaften stecken, als es zunächst den Anschein hat ...

"Paulas Geheimnis" ist ein wunderbarer Kinderfilm und dürfte eine der besten deutschen Produktionen dieses Genres der letzten Jahre sein. Regisseur und Autor Gernot Krää hat es geschafft, einen spannenden "Thriller" für Kids zu schreiben, der aber nie so unheimlich oder beängstigend wird, dass es die jungen Zuschauer überfordern würde. Im Mittelpunkt steht klar die ungewöhnliche, mit der Zeit immer weiter wachsende Freundschaft zwischen Tobi und Paula sowie Paulas nie für möglich gehaltene Verabschiedung aus ihrer Märchentraumwelt. Die Geschichte, deren Grundidee auf einem Erlebnis basiert, das Krääs Tochter vor einigen Jahren hatte (sie wurde tatsächlich in der Bahn bestohlen), wird dadurch so besonders, dass sie sich zu jeder Zeit auf einer Ebene mit den Kindern bewegt. So fühlen sich die Zuschauer direkt in das Geschehen hineinversetzt und können sich gut mit den Figuren identifizieren. Dazu trägt auch die hervorragende Besetzung bei, die in sich absolut stimmig ist. Während die Erwachsenen (u.a. Jürgen Vogel, "Die Schatzinsel") bewusst etwas nervig und überzogen wirken - diesen Eindruck machen sie sicher auf die Kinder -, wissen vor allem die Nachwuchstalente zu begeistern. Thelma Heintzelmann ist als anfangs leicht versnobbte Paula vollkommen glaubhaft und auch die Darbietung von Paul de Wall, der den aus einer Proleten-Familie stammenden Tobi spielt, weiß zu gefallen. So bietet der Film anderthalb spannende und unterhaltsame Stunden für die ganze Familie, mit einer Story, die ein bisschen wie eine Mischung aus den Kästner-Klassikern "Pünktchen und Anton", "Emil und die Detektive" und "Das doppelte Lottchen" wirkt.

Digitale Aufarbeitung:
Die DVD bietet eine sehr gute Qualität - und das nicht nur in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um einen Kinderfilm handelt. Das Bild ist sehr klar und scharf, Rauschen fällt nahezu gar nicht auf. Die Farben wirken natürlich, allerdings manchmal etwas zu kalt und zu hell, wobei das vermutlich ein Stilmittel ist. Die deutsche Tonspur in Dolby Digital 5.1 leistet mehr, als das bei einem solchen Film üblich ist. Nicht nur wird man mit der Hintergrundmusik aus allen Richtungen beschallt, sondern bekommt auch des Öfteren direktionale Soundeffekte geboten. Für Sehbehinderte Zuschauer liegt übrigens auch eine Hörfilmfassung vor.

Das Bonusmaterial ist verhältnismäßig umfangreich. Neben einem Trailer, kurzen Interviews sowie ein paar entfernten Szenen gibt es ein rund 35-minütiges Making Of. Die Besonderheit bei Letzterem ist, dass es - wie der gesamte Film - optimal auf das Zielpublikum abgestimmt ist und den Kindern dadurch einen sehr interessanten und vor allem auch verständlichen Einblick in die Dreharbeiten und Abläufe bei der Produktion gewährt. Als zusätzliches DVD-ROM-Feature liegt Unterrichtsmaterial im PDF-Format bei, falls man den Film in der Schule zeigen möchte.

Fazit:
"Paulas Geheimnis" ist ein toller Kinderfilm, der nicht nur die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft erzählt, sondern auch spannend wie ein Thriller ist, ohne das junge Publikum dabei zu überfordern. Die DVD bietet sehr gute technische Qualität und auch das Bonusmaterial kann sich sehen lassen. Nicht nur für Zuschauer mit Kindern ein echter Geheimtipp!

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,85:1
1,85:1
94:54 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Making Of
  • Interviews
  • Entfallene Szenen
  • Schulmaterial als PDF
Paulas Geheimnis - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Paulas Geheimnis
Paulas Geheimnis

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Spannender Kinderfilm mit tollen Darstellern


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2006
Regie:
Gernot Krää
Drehbuch:
Gernot Krää
Darsteller:
Thelma Heintzelmann, Paul Vincent de Wall, Constanze Spranger, Albert Berisa, Jülide Girisken

Label Deutschland :
farbfilm verleih
Verkaufsstart Deutschland :
09.10.2008